Wanderung durch die Kata Tjuta’s auf dem Valley Of The Wind Walk

Hoppla, wir hätten es doch heute bald verschlafen. Es ist schon 5.00 Uhr, aber jetzt nichts wie raus aus dem Bett, schnell Katzenwäsche und los.Uluru Sunrise Wir fahren im Morgengrauen die 15 km bis zum Uluru, wo schon viele Leute auf die ersten Sonnenstrahlen warten. Es sind bereits 24 °C. Die italienische Großfamilie mit Denny DeVito ist auch schon da und alle schnattern in italienischer Manier und Lautstärke. Keiner von den anderen Frühauf- stehern sagt etwas. Alle sind noch müde und wollen den Zauber des Monolith auf sich wirken lassen. Es ist schon ein fantastisches Schauspiel, wenn die ersten Strahlen auf den Stein treffen und ihn ganz langsam in das ihn so berühmt gemachte rote Licht tauchen. Als die Sonne dann vollständig aufgegangen war, fuhren zunächst die großen Touristenbusse vom Parkplatz, die Gott sei Dank, wie auch beim Sonnenuntergang, eine von den anderen Parkplätzen weit entfernte Parkarea haben. Ich zählte allein 5 Busse mit Japanern.

Wir starteten nach dem Sonnenaufgang zu den 48 km entfernt liegenden Olgas und machten Rast auf dem Parkplatz eines Aussichtspunktes. Nachdem wir die wenigen Meter auf eine Anhöhe gelaufen waren,Kata Tjuta's konnten wir die Olgas in ihrer ganzen Schönheit bewundern. Schade ist nur, dass es heute so dunstig ist und man keine klare Sicht hat. Trotzdem können wir uns, was das Wetter betrifft, nicht beschwe- ren. Wir haben in Unterhaltungen mitbekommen, dass die letzten Tage ganz schlechtes Wetter mit viel Regen war und dass Leute nach zwei bis drei Tagen wieder abgereist sind, ohne nur einmal Sonnenschein gehabt zu haben. Das ist natürlich bitter, denn die tausend Kilometer in die Mitte fährt man nicht mal eben so bei einem Australienbesuch.
Nachdem wir unsere Fotos geschossen haben, stellten wir auf dem Parkplatz erst einmal unsere Stühle und den Tisch auf und frühstückten. Es war gegen 8.00 Uhr und wir fanden, eine gute Zeit zum Frühstück. Kaffee wollte ich nicht erst kochen, so tranken wir Eiskaffee/-schokolade und aßen jeder 2 Berliner, die wir gestern im Supermarkt gekauft hatten. Die standen mit Sicherheit auch schon unter Denkmalschutz, aber egal, der Hunger treibt es rein und wir hatten auch gleich noch eine Wanderung vor uns. Wir fuhren die letzten Kilometer bis zum Parkplatz, zogen unsere dicken Boots an und packten 4 Liter Wasser ein. Nachdem wir uns eingecremt und die Hüte nebst Fliegennetzen aufgesetzt hatten, konnte es nun losgehen. Wir hatten uns den Trail "valley of the wind" vorgenommen, der mit 8km Rundweg und dem Level "schwer" angegeben war. Ob wir den heute komplett laufen, wollen wir life entscheiden. Der Weg lässt sich ganz gut laufen, obwohl es hier wieder mächtig bergauf- und –ab geht und man über viele lose, teilweise große Steine laufen muss. Dieser Rundweg wird ab 11.00 Uhr wegen der extremen Hitze geschlossen. Es sind jetzt schon 38°C, was den Schwierigkeitsgrad der Wanderung noch erhöht. Der Uluru ist von Weitem betrachtet majestätisch schön, aber die Olgas sind aus der Nähe um ein Vielfaches schöner, interessanter und spektakulärer. Innerhalb der Täler ist es sehr grün, Bäume und Sträucher stehen in tollem Kontrast zu den roten Felsen und dem blauen Himmel, der wieder nur von weißen Schäfchenwolken durchzogen wird. Diese grüne Szenerie wird unterbrochen von gelben Grasbüscheln, die in der Sonne leuchten. Der erste schattige Platz mit Notwasserversorgung kommt nach ca. 1,6km. Irgendwie habe ich das Gefühl, schon die 3-fache Wegstrecke zurück gelegt zu haben. Wir ruhten etwas im Schatten aus und beobachteten kleine Vögelchen im Strauch vor uns, die wahnsinnig scheu waren. Die Gesichter erinnerten mich ein wenig an Nemo, die Schwänze waren schwarz-weiß gestreift. Sie zwitscherten nur ganz leise und es klang so ähnlich, als wenn man einem Plüschvogel auf den Bauch drückt und der dann anfängt zu zwitschern. Im Visitorcenter hatte ich gelesen, dass dies vermutlich Zebrafinken sein könnten. Ach ja, das Große, was wir vor Tagen beim Kadaverfressen an der Straße gestört hatten und nicht wussten, ob es ein Geier oder Adler war, ist ein Wegde-tailed Eagle, so weit ich weiß, der größte Adler in Australien. Ich versuchte, diese kleinen Piepmätze vor mir im Strauch zu fotografieren, was allerdings gar nicht so einfach war. Sie waren sehr schnell und hektisch und saßen kaum still. Erschwerend kam hinzu, dass sie mitten im Busch saßen und das blöde Objektiv nie wusste, auf was es sich scharf stellen soll. Na ja, ein paar Fotos sind mir dann doch gelungen.

Kata Tjuta's Karinga Lookout Valley Of The Wind Walk

Wir liefen weiter bis zum nächsten Lookout, den Karingana-Lookout. Sehr anstrengend und schweißtreibend. Es ging ziemlich steil bergauf, aber die Aussicht hat uns für alle Mühen belohnt. Vor uns liegt ein grünes Tal umgeben von den roten Felsen der Olgas. Die Olgas bestehen aus ganz anderem Gestein als der Ayers Rock.Track closed Dieser scheint wirk- lich nur ein Stein zu sein. Die Olgas dagegen sind von vielen Gesteinsbrocken durchsetzt, die man teilweise am Boden oder auf den Wanderwegen wiederfindet. Ich denke, wenn sich so ein Brocken löst, hat man ganz schön gelitten, sofern man nicht vorher die Kurve kriegt. Nach- dem wir nun die 2,6 km bis zu diesem Lookout gelaufen waren und es jetzt 10.30 Uhr bereits über 40°C waren, beschlossen wir, unsere Wanderung hier abzubrechen. Wir müssen ja die Strecke über Berg und Tal auch noch zurück und wenn wir das geschafft haben, soll es für heute reichen. Wir liefen zurück bis zum Rastplatz und beobachteten noch eine Weile die kleinen Pieper. Ein Ehepaar kam gelaufen und sie fragte uns, ob der Weg zum Lookout schwer ist. Sie sei im 6. Monat schwanger, aber ganz fit.Hot Dogs Und sie wollte diesen Weg unbedingt laufen. Alle Achtung! Auf dem Rückweg zum Parkplatz hatte man zwischenzeitlich auch schon das Schild aufgestellt, dass der Wanderweg wegen der extremen Hitze gesperrt ist. 12.30 Uhr hatte uns Onkel Franz wieder.

Wir fuhren zum Supermarkt und holten wieder Wasser. So viel, wie wir hier täglich brauchen, kann man gar nicht ranschleppen. Nur gut, dass wir so viel Platz im Auto haben, um das viele Wasser zu deponieren. Dann gönnten wir uns noch ein leckeres Eis, jeder zwei Kugeln. Hier in Yulara haben sie ganz schön gepfefferte Preise. Ein Bällchen Eis kostet 3,00 $, das sind ca. 1,90 €. Aber was soll’s, das haben wir uns verdient.
Wir fahren zurück zum Campground, machten uns noch einen Hot Dog (das war verbindlich der letzte für die nächsten 100 Jahre) und duschten. Jetzt ist Relaxen angesagt. Abends fuhren wir in Gecko’s Café und aßen Pasta. Wir versuchten wieder einmal, zu Hause anzurufen, wieder ohne Erfolg. Mittlerweile haben wir uns eine Telefonkarte von Telstra, der hiesigen Telefongesellschaft, gekauft. Mit dieser brauchen wir wenigstens nicht jedes Mal 40 Cent für eine Verbindung bezahlen. Noch ein kleines Bier und dann ab ins Bett. Wir sind ganz schön müde. Es ist 21.00 Uhr und wir haben 36°C in unserem Camper. Na, gute Nacht Marie, keine Ahnung, wie wir hier schlafen sollen. Die Luft steht und wir sind schweißgebadet.

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