Fahrt auf der Cottonwood Canyon Road zur Brigham Plains Road und anschließende Wanderung auf den Yellow Rock

Um 7.00 Uhr stehen wir auf und gehen zum Frühstück. Und hier werden wir das erste Mal überrascht. Das Angebot ist für amerikanische Verhältnisse sehr reichhaltig. Neben dem normalen Toast und Kuchenteilchen, Müsli und Obst gibt es Bratkartoffeln, Rührei und Joghurt. Ferner gibt es noch irgendwelche Teigtaschen, die wie verformte Klöße aussehen, über die man dann noch irgendeine helle Soße gibt. Keine Ahnung, was das ist oder wie das schmeckt. Bis jetzt haben wir es noch nicht probiert. Wir bleiben bei unserem Standard, Toast, Bratkartoffeln und Rührei. Und Rührei ist sowieso das Größte für Uwe. Wir probieren auch den Joghurt, der sehr gut schmeckt. Gegen 9.30 Uhr beenden wir unser Frühstück. Wir packen unsere Taschen und sind startklar.
Heute darf ich wieder einmal fahren und ich halte mich auf dem Highway 89 Richtung Cottonwood Canyon Road. Auf dieser bin ich bereits 2005 gefahren, als wir mit Ulis hier waren, und das ging damals ganz prima. Wir fahren zunächst am Abzweig Cottonwood Canyon Road vorbei zur Rangerstation, um uns über den Straßenzustand zu informieren. Außerdem wollen wir fragen, ob wir auch zu den North Teepees laufen können, weil diese nahe am Wavegebiet liegen und man für dieses Gebiet eigentlich ein Permit braucht. Aber das scheint möglich zu sein. Allerdings warnen uns die Ranger vor der Cottonwood Canyon Road, die wohl in einem sehr schlechten Zustand sein soll.Anfang der Cottonwood Canyon Road Na ja was soll’s, da müssen wir halt durch, wenn wir zum Yellow Rock wollen. Wir fahren den Highway 89 wieder zurück und haben rasch den Abzweig zur Cottonwood Canyon Road erreicht.
Uwe stellt den Meilenzähler auf 0, denn wir müssen nun 14 Meilen fahren. Die ersten 2 Meilen lassen sich auf dieser off-road-Stecke noch recht gut fahren, aber danach fängt der Spaß richtig an. Hier müssen Leute versucht haben, die Straße im nassen Zustand zu fahren. Und das war gar keine gute Idee. Tiefe Furchen und Gräben durchziehen die Straße gefolgt von breiten und tiefen Löchern. Manchmal fällt mir die Entscheidung schwer, fahre ich durch ein tiefes Loch oder holpere ich über die spitzen Steine. Teilweise versuche ich, den Wagen über die „Kämme“ der Furchen zu balancieren und manchmal steht das Auto so schief, dass ich befürchte, gleich kippen wir um. Schneller als 20 Meilen/Stunde kann man hier echt nicht fahren, oftmals eher weniger. Ich komme ganz schön ins Schwitzen. Wenn ich daran denke, wie wir hier vor 4 Jahren durchgefahren sind, meine Güte, das war ja damals wie Fahren auf Schienen. An dieser Straße scheint schon seit Jahren nichts mehr gemacht worden sein. Na klar und wenn es dann regnet und der Sand- und Lehmboden aufgeweicht ist und von Fahrzeugen befahren wird, tja dann ist die Straße nach dem Abtrocknen halt so, wie sie jetzt ist. Grauenvoll.
Wir erreichen die Stelle, von der wir nachher unsere Wanderung zum Yellow Rock beginnen wollen. Wir befinden uns im Hackberry Canyon. Zunächst aber will Uwe auf einen Bergkamm, der dem Yellow Rock gegenüber liegt, fahren. Ahnungslos fahre ich nach Uwe’s Anweisung die Straße ab und folge der Brigham Plains Road.Brigham Plains Road Wir sprechen hier nicht von einer Straße sondern von einen einspurigen Lehmweg, der sich in steilen Haarnadelkurven – weiß der Geier – wie hoch windet. Eines ist klar, diesen Weg kann man nur bei Trockenheit mit einem Allrad, den wir ja Gott sei Dank haben, befahren. Bei Nässe wäre dies lebensgefährlich. Über entgegenkommende Fahrzeuge möchte ich mir eigentlich gar keine Gedanken machen, da hier definitiv nur Platz für ein Fahrzeug ist. Rechter Hand von mir ragt eine steile Felswand hinauf und wenn ich links aus dem Fenster schaue, was ich mir aber angesichts der zu bewältigenden Strecke verkneife, dann schaue ich in einen tiefen Abgrund. Der Weg windet sich immer steiler nach oben, der Untergrund ist nur Sand und loses Geröll. Oftmals kann ich über die große Schnauze des Autos den Weg vor mir gar nicht sehen. Mensch, auf was habe ich mich hier nur wieder eingelassen. Davon hat Uwe nichts gesagt, als er mich auf die Brigham Plains Road dirigiert hat. Der Weg wird noch steiler. Wenn ich zur Frontscheibe rausschaue sehe ich nur blauen Himmel. Ich habe keine Ahnung, was sich unter meinen Reifen abspielt, wohin ich lenken muss. Nee, also bei aller Liebe, jetzt ist genug. Meine Hände sind schweißnass. Ich ziehe die Handbremse an und steige aus. Jetzt soll Uwe weiterfahren oder sehen, wie er das Auto wieder nach unten bringt. Ich bin doch nicht lebensmüde! Aussteigen ist auch lebensgefährlich. Als ich die Autotür öffne und aussteigen will, wäre ich fast den Abhang hinunter gerutscht. Uwe mault mich an, ich sollte mich nicht immer so anstellen, übernimmt aber trotzdem das Steuer. Er hat auch mächtig zu tun, das Auto nach oben zu bringen. Allerdings hat er nicht so viel Schiss wie ich. Wir rumpeln im Auto ganz schön hin und her und haben es dann endlich geschafft. Wir sind oben. Mir stehen immer noch die Schweißperlen auf der Stirn und das trotz der recht kühlen Temperaturen. Was für ein Unterschied zu Overton!
Tja und jetzt müssen wir „nur“ noch auf den Bergkamm klettern. Na toll! Es geht weiterhin so steil hinauf. Wir müssen uns irgendeinen Weg über Felsplatten und Geröll suchen. Für mich untrainiertes Huhn ist das eine ziemliche Herausforderung. Ich keuche und schnaufe und quäle mich.Cockscombs Aber irgendwann habe auch ich es geschafft. Der Ausblick und das Panorama, das sich uns jetzt bietet, ist einfach atemberaubend und spektakulär. Zu unseren Füßen verläuft der graubraune, zackenförmige Hahnen- kamm (Cockscombs). Dahinter parallel dazu ein grünes Band aus vielen Cottonwood – Bäumen. Nördlich am Horizont können wir den burgähnlichen „Castle Rock“ erkennen und im Westen sehen wir den riesigen, gelben Brocken, den Yellow Rock, der in der Sonne glänzt.Yellow Rock Links von uns sieht man den schma- len Lehmweg, den wir uns gerade erst hoch gequält haben. ;-) Wenn man dies von hier oben betrachtet, sieht es gar nicht so schlimm aus. Man fragt sich immer wieder, was hier in der Natur passiert. Die gesamte Landschaft des Hackberry Canyons ist in Braun-, Rot-, Grau- oder Schwarztönen gehalten. Und mittendrin liegt dieser gelbe Felsen, der schon von weitem im Sonnenlicht leuchtet wie eine Bau- stellenmarkierung. Unglaublich! Und genau das ist unser heutiges Ziel, da wollen wir auch gleich noch hin. Wenn ich ehrlich bin kann ich diesen Ausblick nur bedingt genießen. Da wir nun direkt auf dem Felskamm sind geht es direkt vor uns einige Hunderte Meter steil den Abhang hinunter. Hier habe ich ganz schön mit meiner Höhenangst zu kämpfen. Ich bleibe also lieber ganz brav auf meinem Hintern sitzen und beuge mich nicht zu weit vor.Auf dem Bergkamm Schlimmer ist allerdings, dass Uwe grundsätzlich am Abhang rumturnt, um eine noch bessere Sicht für ein Foto zu haben. Ich könnte ausrasten! Mir ist regelrecht übel, wenn ich ihn da oben rumsteigen und x-mal ausrutschen sehe. Aber trotz der Mühen und der Höhenangst – die Aussicht ist einfach nur grandios. Außerdem bin ich auch ein bisschen stolz, dass ich meine Höhenangst doch immer wieder überwinden kann und mir solche Ausblicke nicht vorenthalten werden.
Nun hangeln wir uns den Abhang wieder hinunter. Teilweise krabbeln wir auf allen Vieren rückwärts, weil es anders einfach nicht geht. Unbeschadet kommen wir am Auto an. Jetzt wartet nur noch die Kleinigkeit der Abfahrt auf uns. Ich habe Uwe bereits vorhin davon in Kenntnis gesetzt, dass ich da nicht runter fahre. Bereitwillig übernimmt er das Steuer. Die Abfahrt ist genauso schwierig wie die Auffahrt (ich hatte nichts anderes erwartet). Das Auto steht fast senkrecht nach unten. Irgendwie schaffe ich es, mich im Auto zu verkeilen und rechts und links festzuhalten. Doch Uwe schafft es und wir kommen gut unten an, aber er ist ein bisschen nassgeschwitzt. Möchte nur wissen, von was!

Gleich neben der Cottonwood Canyonroad ist so was ähnliches wie ein Parkplatz, auf dem wir das Auto jetzt abstellen. Wir tauschen unsere Trekkingsandalen gegen unsere dicken Boots und packen unsere Rucksäcke mit je 4 großen Wasserflaschen. Ein Ranger, der nach uns die Brigham Plains Road herunter gefahren kommt, hält an und fragt, was wir denn vorhaben. Wir sagen ihm, dass wir den Yellow Rock besteigen wollen. Er meint, das wäre eine gute Wahl. Wir überqueren die Cottonwood Canyon Road und müssen uns zunächst einen Weg suchen durch die Cotton- woodbäume, Gestrüpp und Büsche. Das ist gar nicht so ohne, denn die Büsche, die hier wachsen, sind fürchterlich hart und stachelig. Oftmals müssen wir wieder umkehren und einen anderen Weg suchen, da wir durch das stachelige Gestrüpp gar nicht durchkommen. Etwas zerkratzt haben wir es dann doch geschafft und stehen in einem ausgetrockneten Flussbett. Der Lehmboden hier ist total verkrustet.Auf der Suche nach dem richtigen Weg Wir laufen wie auf Kartoffelchips. Uwe aktiviert wieder sein GPS-Gerät. Die Koordinaten, wo wir über den vor uns liegenden Bergkamm klettern müssen, um zum Yellow Rock zu kommen, hat er wieder seiner „Bibel“ von Peter Felix Schäfer entnommen. Den Blick starr auf sein Garmin gerichtet stapft er los, immer im Flussbett entlang. Irgendwann bleibt er stehen und sagt, über diese Flanke müssen wir rüber. Mir stehen vor Erstarrung Mund und Augen offen. Ich sage ihm glatt, du spinnst. Hier gehe ich nicht mit. Vor uns ragt eine glatte, steile – weiß der Geier wie hohe Felswand auf, über die – zumindest für mich und andere normale Menschen, kein Drüberkommen möglich ist. Ich bin doch keine Gemse! Uwe ist wieder ein bisschen maulig als ich sage, geh, ich warte am Auto. Dann fällt mir aber ein, dass der Ranger gesagt hatte, wir sollen durch den Canyon aufsteigen. Uwe mault, seine Koordinaten würden aber angeben, dass dies hier die Stelle für die Kammüberquerung ist. Also mal ehrlich, die Koordinaten sind mir in diesem Fall aber so was von sch…egal. Hier gehe ich nicht rüber. Punkt.
Nachdem er nun den ersten Schock über mein Dementi überwunden hat, dreht er brav wieder um und trabt mir durch das Kartoffelchips-Geräusche verursachende trockene Flussbett hinterher. Ich hatte weiter unten im Flussbett einen Bergeinschnitt, einen Canyon gesehen.Auf dem Weg nach oben Den muss wohl auch der Ranger gemeint haben. Hier wollen wir jetzt den Aufstieg wagen, denn dahinter muss der Yellow Rock liegen. Zunächst geht es zwar steil, aber dennoch moderat, nach oben. Wir kommen gut voran und können gut laufen. Aber dann wird es richtig heftig.Fast geschafft! Es wird extrem steil und wir klettern über dicke Fels- brocken. Der Untergrund besteht nur noch aus losen Geröll und wir rutschen oftmals aus. Ich darf gar nicht an den Abstieg denken. Bis zum Sonnenuntergang bleibe ich auf gar keinen Fall, denn hier möchte ich im Dunkeln nicht hinunter. Zeitweise krabbele ich auf allen Vieren nach oben. Dabei zieht mich der schwere Rucksack immer wieder nach hinten. Es ist eine ganz schöne Quälerei, zumindest für mich. Aber jeder Weg hat mal ein Ende, auch der steilste Aufstieg. Wir sind oben, zwar total außer Atem, aber immerhin. Nur runter schauen darf ich nicht. Ich sage zu Uwe, er soll sich schon mal Gedanken machen, wie er mich später hier wieder runter kriegen will. Denn wenn man hier ins Rutschen kommt ist man schneller unten, als einem lieb ist.
Die Aussicht ist aber einfach nur spektakulär. Dafür nimmt man gern mal Strapazen auf sich. Solche Aussichten bekommt man nicht aus einem klimatisierten Bus zu sehen, dafür muss man sich halt ein wenig anstrengen – und wird belohnt.Blick zum Yellow Rock Wir schauen auf den 100 Meilen langen Cockscromb. Die Erdkruste ist hier zwischen dem Grand Staircase und dem Kaiparowits Plateau wie bei einem Hahnenkamm empor gehoben. Es ist einer der interessantesten geologischen Verwerfungen im Monument. Zunächst müssen wir einen weiteren Kilometer laufen, um zu unserem eigentlichen Ziel zu gelangen. Wir machen zunächst eine kleine Pause. Während wir uns auf einem Felsen ausruhen kommt ein Pärchen den Aufstieg hoch. Das ist schlicht unverschämt. Die beiden sind kaum aus der Puste. Mein Gott, was bin ich doch für ein Luschi. Nun aber auf zum Yellow Rock. Wir sehen ihn zwar schon in der Ferne, naja, groß genug ist er ja. Hierzu müssen wir uns auch wieder irgendwelche Wege suchen. Aber diese sind sehr gut zu laufen. Hin und wieder stehen auch kleine Steinmännchen-Markierungen. Und dann liegt er vor uns, in seiner ganzen gelben Pracht. Die Ausmaße dieses Felsens sind unglaublich, in der Breite wie auch in der Höhe. Ich muss an dieser Stelle nicht extra betonen, dass Uwe selbstverständlich ganz oben drauf will – on the top. Wir haben ja bloß gerade schon 150 Höhenmeter fast senkrecht hinter uns und dieser Bursche ist auch 100 m hoch. Der Yellow Rock besteht aus gelbem Slickrock. Was ihn aber absolut einzigartig und überaus fotogen macht ist die Tatsache, dass der Sandstein hier auch alle möglichen anderen Farben aufweist.

Auf dem Yellow Rock Auf dem Yellow Rock Auf dem Yellow Rock

Auf dem steilen Südhang sind es vor allem lange, weiße Bänder und große orange Flecken, auf dem flacheren (Süd)osthang ein geradezu impressionistisch anmutendes Kunstwerk von unzähligen Farbtupfern. Die Farben sind gigantisch, unbeschreiblich. Er leuchtet in einem kräftigen Gelb. An manchen Stellen könnte man meinen, es hätte von oben jemand eine Flasche Milch verschüttet, die nun langsam den Fels hinab läuft. An anderen Stellen überwiegen wieder Streifen, die Palette reicht von rot über pink bis braun. Einfach irre. Diesen Felsen kann man fantastisch besteigen, da der Sandstein einen guten Griff unter den Sohlen bietet.Steil nach oben Wir stehen und staunen und laufen und fotografieren. Und ehe wir uns versehen, sind wir schon oben. Mit dem Ehepaar, dessen unbeschwerten Aufstieg ich vorhin beneidet habe, sind wir zwischenzeitlich auch ins Gespräch gekommen. Sie kommen aus Holland und es ist ihre erste Reise in den Südwesten der USA. Die beiden haben ein ganz schönes Programm vor sich. Bewundernswert ist, dass sie nicht nur die bekannten Highlights anschauen wollen sondern auch genaustens über die „Secrets“ Bescheid wissen, die man halt nur über Insider erfährt, so wie auch der Yellow Rock.
Nachdem der gelbe Felsen eigentlich verschwunden sein müsste, da wir alles abfotografiert haben, machen wir uns gegen 16.00 Uhr langsam auf den Rückweg. Aber wenn wir sagen, wir machen uns auf den Rückweg, dann dauert es meistens noch mindestens eine Stunde, bis wir wirklich gehen. Wir finden halt immer noch Fotomotive, die wir vorhin beim Aufstieg sooo nicht gesehen haben, die jetzt anders beleuchtet werden uswusf. Mir graut echt vor dem Abstieg.Abstieg vom Yellow Rock Und das Schlimme daran ist, dass wir jetzt das ganze Ausmaß der Tiefe direkt vor uns sehen. Ich habe eine Scheißangst! Das Holländische Pärchen hat sich auch zusammen mit uns auf den Rückweg gemacht. Wir lassen den beiden den Vortritt, da es bei uns sicherlich länger dauert. Ich umgehe die Gefahr des Ausrutschens, indem ich mich gleich auf den Hintern setze und Stück für Stück nach unten rutsche. Meine Hand- flächen brennen, weil ich versuche, überall Halt zu finden und meine Haut durch das Geröll aufgeschrappt ist. Irgendwann haben wir Gott sei Dank das extrem steile Stück hinter uns gelassen und so langsam kann ich mich auch wieder nur auf zwei Beinen den Berg hinunter bewegen. Ich staune immer über Uwe, dem scheint das alles nichts auszumachen. Jetzt haben wir das ausgetrocknete Flussbett erreicht und müssen uns nur noch einen Weg durch das am Ufer stehende Gebüsch suchen und bahnen. Auch auf diesem Weg hinterlassen die Sträucher ihre Markierungen auf unseren Armen und Beinen. Bald darauf stehen wir an unserem Auto. Schnell wechseln wir noch einmal unsere Schuhe. In den dicken Boots hat man einfach kein Gefühl beim Fahren.

Ich fahre die Cottonwood Canyon Road zurück und muss mich höllisch konzentrieren. Off-road-fahren macht zwar unheimlich viel Spaß, aber ist auch ganz schön anstrengend. Hier wird man als Fahrer ganz schön gefordert. Nachdem ich ungefähr die Hälfte der Strecke hinter mich gebracht habe will Uwe weiterfahren. Er fährt doch noch etwas schneller als ich. Ich habe oftmals zu viel Angst, dass uns ein Reifen zerfliegt. Aber er hat natürlich Recht. Die Sonne steht schon sehr tief und geht bald unter. Diese Strecke dann bei Dunkelheit zu fahren ist mehr als gefährlich. Also tauschen wir die Plätze. Ich finde, am schlimmsten sind die „Waschbrettpassagen“. Das Auto rüttelt und vibriert, es ist grauenvoll. Aber auch sonst wird man auf den off-road-Strecken im Auto hin und her geschleudert. Wer Rückenprobleme hat, sollte off road fahren. Am Ende der Strecke sitzen alle Rückwirbel wieder an Ort und Stelle.
Die Sonne ist längst untergegangen und wir haben den Highway immer noch nicht erreicht. Gott sei Dank ist Vollmond, der uns doch noch sehr viel Licht spendet. Das Licht ist einfach fantastisch, es hat was Magisches. Natürlich müssen wir trotzdem noch einige Fotos machen. Die Felsen, die vom Mond ausgeleuchtet werden, sehen einfach zu schön aus. Im Rückspiegel sehen wir Lichter hüpfen. Irgendwo weit hinter uns muss noch ein Fahrzeug sein, dessen Scheinwerfer wir hin und wieder erkennen können. Endlich haben wir den Highway erreicht und kommen nun zügig voran. Gegen 20.00 Uhr erreichen wir das Hotel. Ich bin vollkommen erledigt. Meine Beine sind wie Pudding. Ich komme kaum noch aus dem Auto und schleppe mich in unser Zimmer. Ich möchte nur noch auf’s Bett fallen und nicht mehr aufstehen. Uwe hat noch Energie ohne Ende, unglaublich. Er wuselt durchs Zimmer, räumt auf und überspielt unsere Fotos auf den Laptop. Ich kann einfach nicht mehr. Ich schleppe mich mit Mühe unter die Dusche und will nur noch schlafen. Selbst zum Essen bin ich zu müde. Uwe drängt mich dann doch noch, mit ihm Essen zu gehen. Hier im Hotel ist auch ein Restaurant, in dem wir heute gleich essen. Ich habe echt keine Lust, noch irgendwohin zu fahren. Das Hotel ist fest in den Händen der Navajo-Indianer, so natürlich auch das Restaurant. Ich bestelle mir eine kleine Pizza, die sehr lecker ist. Uwe entscheidet sich für Navajo Taccos. Das ist ein Fladenbrot gefüllt mit Rindfleisch, Bohnen und Salat. Uwe ist begeistert und isst mit Genuss. Dazu trinken wir Wein, ich roten und Uwe Weißwein. Die Preise sind auch total moderat, wir zahlen für das Abendessen inklusive Trinkgeld keine 30$. Nachdem ich es nach dem Essen gerade noch so in unser Zimmer geschafft habe falle ich sofort ins Bett und augenblicklich ins Koma. Ich bin noch nie im Leben so fertig gewesen wie heute. Ich schlafe bereits um 21.00 Uhr. Bei Uwe weiß ich es nicht.

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