Entdeckungstour im Koala Kingdom

Haben die erste Nacht im Camper ganz gut geschlafen und wurden heute Morgen von den Kakadus und Kokaburras geweckt. Es war 7.30 Uhr und der Himmel war wieder wolkig, der Wind pfiff um’s Auto.Morgendliche Begrüßung vor dem Camper Zunächst schlichen wir über den Camp- ground und hielten Ausschau nach den Koalas. Wir haben auch 3 ausgewachsene Tiere entdeckt, eins davon mit Baby. Total süß, wie sie so in den Bäumen sitzen und mit dem dicken, runden Po auf dem Ast balancieren. Peter hatte uns am Abend zuvor Vogelfutter gegeben. Vor unserem Camper saßen einige von den bunten Rosallas und Kingparrots. Als wir mit unserer Tüte kamen, waren sie nicht mehr zu bremsen. Sie flogen auf unsere Hände und Arme und fraßen das Futter aus der Hand. Wenn dann auf der Hand nichts Lukratives mehr zu finden war, steckten sie ihre Köpfchen in die Tüte und fraßen dort raus. Wehe aber, wir wollten die Tüte wegnehmen, dann hielten sie diese aber mit den Krallen fest. So was Freches aber auch! Nun wollten wir aber selbst auch erst mal was frühstücken. Wir hatten vom Abend zuvor noch gekochte Nudeln übrig. Gegenüber vom Büro war ein kleiner Laden, in dem man wohl auch Frühstück bekommen konnte. Wir fragten den Besitzer, ob er uns nicht zwei rohe Eier verkaufen kann. Die schlug ich Uwe dann über die gebratenen Nudeln. Außerdem hatten wir noch Toast, Marmelade, Käse und Kaffee. War zwar nur löslicher Kaffee und für mich Kaffee-Tante fast eine Beleidigung, aber was soll’s. Ich werde mich in den drei Wochen Camping schon an das Gebräu gewöhnen.

Danach packten wir und fuhren noch in den Wald oberhalb des Campgrounds. Und was wir hier sahen, war der helle Wahnsinn! Koalas über Koalas. Eine Schotterstraße schlängelte sich durch den Eukalyptuswald und rechts und links der Straße saßen die putzigen Gefährten.Unterwegs im Koala Kingdom Manche saßen weit oben in den Bäumen und von ihnen war nur der runde Po zu sehen. Andere dagegen saßen in totaler Posierlaune, Mamies und Babies und vielleicht auch die dazugehörigen Väter. Plötzlich sahen wir vor uns auf der Straße einen Koala laufen. Er blieb stehen und wir schauten uns sozu- sagen in die Augen. Ich stieg aus und wollte näher heran, um ihn zu fotografieren. Da entwickelte das Kerlchen eine Schnelligkeit, die wir ihm niemals zugetraut hätten. Er flitzte auf den nächsten Baum zu und kletterte in einem Affen- oder besser gesagt Koalazahn hoch. Er war ca. ½ Meter über mir und lugte dann ganz verschmitzt hinter dem Stamm vor. Er war zum Knuddeln süß. Ein anderer Knuddel saß auch ziemlich weit oben im Baum. Dieser Baum stand aber am Wegesrand und Uwe hangelte sich unter Einsatz seines Lebens, zumindest aber seiner Kamera, hoch, rutschte immer wieder aus, krabbelte auf allen Vieren, nur um näher an das Kerlchen ranzukommen. Dieser beobachtete das Ganze in stoischer Ruhe von oben. Dann hatte es Uwe endlich geschafft und stand fast auf gleicher Höhe wie der Kleine. Der guckte ganz verdutzt, was das wohl für ein Irrer ist, der sich fast die Knochen bricht, nur um ihn anzuschauen. Das sind supertolle Bilder geworden, auch wenn Uwe nach dieser Kletteraktion aussah wie ein Schweinchen.

Koala Koala Koala

Wir schossen bestimmt an die 50 Fotos (oder mehr?). Meine Glückshormone hüpften wieder mal wie wild, war das doch das absolute Highlight für mich in Australien. Wir verplemperten Stunden in diesem Wald und konnten uns weder trennen noch satt sehen. Das war ein echter Geheimtipp, den wir aus keinem Reiseführer entnehmen konnten. Großes Dankeschön an Ute und Helmut.
Dann rissen wir uns schweren Herzens von diesen süßen Tierchen los, die nebenbei bemerkt gar nicht so ungefährlich sein sollen. Angeblich kratzen und beißen sie heftig, noch dazu, wenn sie ihre Babys bedroht fühlen.

Wir fuhren weiter in den Otway National Park. Als erstes folgten wir einer Empfehlung von Peter, dem Campgroundbesitzer von Kennett River, und machten halt am “Maits Rest Rainforest Walk”.Maits Rest Rainforest Walk Hier kann man einen wunderschönen Rundwanderweg durch einen Regenwald mit riesigen Baumfarnen machen. War ein toller Tipp und eine tolle Wanderung. Das Glück bezüglich Wetter hat uns leider verlassen. Wir fahren von einem Regenschauer in den nächsten, es ist sehr windig und kalt. Eigentlich nicht der Sommer, wie wir ihn uns vor- gestellt hatten. Den nächsten Tipp von Peter, den “fly on the tree”, eine Wanderung über dem Regenwald mussten wir leider ausfallen lassen. Hatten eben doch zu lange bei den Koalas verweilt. Dafür fuhren wir aber zum Otway Lighthouse. Angeblich sind hier auch viele Koalas zu sehen. Mag ja auch sein, wir haben allerdings höchstens vier Tierchen gesehen, die sehr weit oben in den Bäumen saßen.Cape Otway Leuchtturm Der Leuchtturm dagegen ist eine Augenweide. Er steht weiß und einsam und majestätisch und wacht über die Küste. Den Eintritt in den Park mit 10,00 AUS$ fanden wir trotz allem etwas übertrieben. Sind auch auf den Turm hoch gestiegen und hatten eine fantastische Aus- sicht. Zwischenzeitlich zwang uns ein kurzer aber um so heftigerer Regenschauer zu einer Pause, die wir im Inneren des Turms ver- brachten. Der “Leuchtturmwärter” machte dann noch ein schönes Foto von uns. Anschließend gönnten wir uns noch einen Kaffee direkt am Leuchtturm. Danach ging es zurück in Richtung der 12 Apostel, die wir uns für den nächsten Tag vorgenommen hatten.

Wir erreichten den “Ort” Princetown, um genau zu sein, zwei Häuser: Eine Kneipe mit dem Namen “Talk of the Town” und ein Roadhouse. An diesem Roadhouse war der Campground angeschlossen. Wir beschlos- sen zu bleiben. Im Roadhouse ist die Post, Supermarkt, Campground- verwaltung und Tankstelle, die aus einer Zapfsäule besteht. Ich glaube, wenn Not am Mann ist, wird einem hier auch noch der Zahn gezogen. Außer uns war doch tatsächlich noch ein zweiter Camper da. Ich be- schloss, erst einmal duschen zu gehen und zog los. Der Campground versprach heiße Duschen. Genau das, was ich brauchte. Es war sehr stürmisch und kalt. Die Dusche bzw. das Wasser war tatsächlich sehr heiß, aber der Wind pfiff dermaßen durch den Duschraum, dass ich mich direkt am Duschvorhang festhalten musste, um nicht mit fortgeweht zu werden. Mann oh Mann habe ich gefroren. Ich glaube, so schnell war ich noch nie geduscht, abgetrocknet und wieder in den Klamotten. Also, das war echt nicht der Hit. Nachdem auch Uwe erstaunlich schnell vom Duschen zurück war, gingen wir in die Kneipe zum Essen. Hatten beide leckere Pizza und dazu Bier. Hier muss man mit dem Essengehen sehr schnell und pünktlich sein, denn nach 20.00 Uhr wird in den meisten Restaurants die Küche geschlossen. Wir gingen dann auch gleich schlafen. Ich heute im dicken Pullover und mit Socken. So hatte ich mir unseren ersten Campingurlaub weiß Gott nicht vorgestellt. Eigentlich liegt dieser Platz absolut idyllisch mit Blick auf einen Fluss, der sich sanft durch eine wunderschöne Landschaft windet. Leider kann man den tollen Blick nur von innen genießen, da es einfach zu kalt ist und auch hin und wieder regnet. Wir hatten heute max. 22°C, wobei der starke Wind und der Regen die Temperaturen kälter erschienen ließen. Nachtruhe gegen 22.00 Uhr.

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