Wir haben im Monument Valley zwei geführte Touren mit Richard Frank “The King” Simpson unternommen. Nachfolgend könnt ihr Auszüge aus unseren Tagebüchern von beiden Touren lesen, die wir noch immer zu den absoluten Highlights während unserer Reisen durch den Südwesten betrachten.

Dienstag, 11. September 2001

Gegen 8.00 Uhr durch Anruf von Christian geweckt worden. Totales Chaos, die Türme des World Trade Center wurden durch Terroranschlag zerstört.

Frühstück im Hotel: Hashbrowns und Ei, war lecker. Gegen 10.00 Uhr Aufbruch zum Monument Valley. Schon auf der Fahrt dorthin taten sich unglaubliche Bilder vor uns auf. Alles auf Fotos festgehalten.Anfahrt zum Monument Valley Einfahrt in den Park und Suche nach unserem Guide Simpson. Angeblich hat er heute frei. Nicht möglich, denn wir haben für heute eine Tour gebucht. Man schickte uns einige Meilen entfernt zu einer Tankstelle, um zu telefonieren. Wir fanden die Tankstelle und fanden auch ein Telefon, aber nichts ging mehr. Die Telefonleitungen waren aufgrund des Anschlages total überlastet und zusammen gebrochen. Wir befragten –zig Leute, was wir tun können, um Simpson zu erreichen. Keiner konnte helfen. Schließlich fanden wir einen Indianer, der Simpson kennt. Er zeigte uns den Weg ins Navajo-Gebiet und erklärte uns, wie wir Simpson finden können. Das Abenteuer beginnt. Wir folgten der Straße ins Navajo-Wohngebiet. Mir ist mulmig! Irgendwann endete die geteerte Straße und es gab nur noch einige Hütten, die wenig vertrauenserweckend aussahen. Mir ist noch mulmiger! Wir fahren von der geteerten Straße ab auf eine Sandpiste, die eigentlich nur mit einem Jeep zu befahren ist. Wir kommen an eine Hütte (Wohnwagen), die von einigen Autos und allerlei Schrott umgeben ist. Mir ist unheimlich! Alles wirkt sehr verlassen und unbewohnt. Uwe ist mutig und steigt aus, um evtl. jemanden zu rufen. Da rennen zwei große Hunde auf ihn zu. So schnell ist Uwe nie wieder in ein Auto eingestiegen und hat die Tür verschlossen. Wir beschließen, wieder zu fahren. Plötzlich ein rundes, freundliches Gesicht am Fenster. Wir fassen Mut und fragen nach Simpson. Es ist seine Mutter. Wir erklären unser Problem, sie versteht und hilft. Die Hunde erweisen sich als sehr freundlich und nachdem sie unsere Beine abgeleckt hatten, verlieren sie das Interesse an uns und legen sich wieder unter den Wohnwagen. Wir folgen der Mutter in den Wohnwagen und können mit Simpson telefonieren. Er stand bereits am Visitorcenter und hat auf uns gewartet. Der Wohnwagen war zwar mit allen neuesten elektrischen Geräten wie Fernseher u.ä. ausgestattet, aber so was von dreckig und unaufgeräumt, wir waren froh, als wir ihn wieder verlassen konnten. Die Indianer leben wirklich sehr ärmlich, ich glaube, selbst unser Schuppen ist besser und aufgeräumter. Allerdings denke ich, dass die Indianer auch nicht anders leben wollen. Geld verdienen sie auf jeden Fall genug.

Wir machen uns schleunigst auf den Weg zum Park. Endlich haben wir unseren Guide Richard Frank gefunden. Wir haben Glück, der Park wird gerade aufgrund des Attentats geschlossen, aber da wir die Tour schon bezahlt hatten, will Richard mit uns die Tour machen. Er erweist sich als toller und witziger Führer. Er erklärt uns die Berge, nennt uns auch die indianischen Namen und Bedeu- tung.Blick ins Monument Valley Während der Fahrt spielt er zur Untermalung indianische spirituelle Musik. Es war unglaublich. Er führt uns zu tollen Plätzen und macht uns auf klasse Motive aufmerksam. Wir besuchen einen Hogan (1 US$ p.P.). Er erklärt uns die Bauweise des Hogan, den Unterschied zwischen Male- und Femalehogan. Die Hogan haben die Öffnung immer nach Osten, ausgerichtet zur aufgehenden Sonne. In der Mitte des Daches ist immer eine Öffnung, Sommer wie Winter.Indianerin Durch diese Öffnung fällt Sonnenlicht herein und somit kann man durch den Lichtstrahl die Uhrzeit be- stimmen. Eine 80-jährige Indianerin zeigt uns, wie Garn gesponnen wird. Wir dürfen Fotos machen. Danach Weiterfahrt durch eine traumhafte Landschaft, die aus so vielen Indianerfilmen bekannt ist. Richard weiß viele Geschichten zu erzählen und macht das Indianergeheul. Es war unglaublich, wie oft das Echo widerhallt. Man hat das Gefühl, inmitten eines Indianerangriffs zu sein. Später fragte er uns, ob wir Rockmusik mögen. Er will uns zeigen, was „Rock“-Musik ist.Felskuppel Er nimmt Steine und wirft sie durch die Luft. Unglaublich, was für eine Musik entsteht. Richard grinst und meint: Das sind die Rolling-Stones. Dann kommen wir an eine riesige halboffene Kuppel. Richard sagt, legt euch auf die Steine und schaut nach oben. Es ist unglaublich, eine große Öffnung in der Decke des Gesteins lässt einen tiefblauen Himmel erkennen. Nun sagt Richard, schließt die Augen, ich singe euch zwei Navajo-Lieder vor. Und er sang zwei Lieder, er hat eine unglaublich schöne Stimme. Es ist total mystisch, in dieser Kuppel zu liegen und den Liedern zu lauschen. Wir haben beide eine Gänsehaut. Das Monument Valley ist von vielen Büschen bewachsen. Aus diesen gewinnen die Indianer ihre Farben für das Garn und stellen Bürsten her.
Wir hatten eine 2 ½ Stunden Tour gebucht und haben eine knappe vier Stunden Tour erhalten. Schade, dass diese Tour zu Ende ging. Wir könnten noch Stunden mit Richard fahren und uns alles erklären lassen. Es war eine ganz tolle Tour, die wir auf jeden Fall wiederholen wollen und dann auch nur mit Ricard Frank. Er ist nicht für umsonst: Richard Frank – The King.

Auf dem Heimweg haben wir noch einmal ein leckeres Maisbrot mit Zucker und Zimt gegessen. Es war ein unglaublich schöner und erlebnisreicher Tag.

Samstag, den 24. September 2005

Aufstehen um 07:00 Uhr. Wir gehen wieder ins Navajo-Restaurant zum Frühstück. Heute zum Samstag muss auch der Sohnemann der Familie mit bedienen. Er ist sicher nicht älter als 12/13 Jahre, macht seine Sache aber gut. Wir bestellen Kaffee, der nicht mal 3 Sekunden braucht, um auf dem Tisch zu stehen. Dazu Hash browns, Spiegeleier und Schinken. Das dürfte dann eine Weile lang vorhalten.

Nach dem Frühstück starten wir zum Monument Valley. Heute ist Uli’s Fahrtag. Wir sind schon ca. 10 Minuten unterwegs als Uwe feststellt, dass er noch seine „Tempelflitzer“ (Zehenstegschuhe) anhat. Damit sollte man ja nicht unbedingt durch die Pampa streichen. Also Kehrtwende und zurück, Uwe zieht seine Trekkingsandalen an und jetzt beginnen wir die Fahrt von vorn.Monument Valley Schon allein die Fahrt zum Monument Valley ist einfach spektakulär. Die Buttes und Mesas leuchten in der Morgensonne rot und stehen majestätisch auf dem flachen Plateau. Man hat diese Bilder schon in vielen Filmen gesehen und kann gar nicht begreifen, dass man jetzt hier selbst steht und alles in Natura sieht. Obwohl wir nun schon das 2. Mal hier sind, verharren wir in ehrfurchtsvollem Staunen über dieses Naturwunder. Wir passieren den Parkeingang, wobei hier unser Nationalparkpass wieder keine Gültigkeit hat, wir zahlen pro Person 5 $ Eintritt. Vor 4 Jahren haben wir 3 $ pro Person bezahlt. Tja, auch die Indianer unterliegen der Inflation.Welcome to Monument Valley Ich hatte bereits vor einigen Monaten Kontakt mit dem Indianer aufgenommen, mit dem wir in 2001 eine Jeeptour durch den National Park gemacht hatten. Wir haben einige Emails ausgetauscht, in denen ich nach der Tour und den jetzigen Preisen gefragt hatte, als ich dann aber die Tour konkret buchen wollte, kam meine Email immer wieder zurück. Nun müssen wir erst mal sehen, dass wir den Indianer Richard Frank irgendwo erreichen können. Wir wollen schon gern die Tour mit ihm machen, da er einfach Spitze war. Sein Wissen um die alte Indianerkultur, die Sitten und Bräuche, die Natur ist einfach großartig. Gleich hinter dem Eingang zum Park stehen mehrere Häuschen, in denen die Indianer ihre Touren verkaufen. Ich frage nach Richard Frank und erfahre, dass er heute seinen freien Tag hat. Na toll, auch das wiederholt sich – genau wie vor 4 Jahren, als wir die Tour tatsächlich gebucht hatten, hatte Richard Frank auch seinen freien Tag, obwohl er damals trotz des freien Tages gekommen ist und mit uns durch den Park fuhr. Es stellt sich die Frage, ob Richard nur freie Tage hat? Irgendwie ist der Indianer, bei dem ich nach Richard gefragt habe, sauer, weil ich seine angebotene Tour ablehne und auf die Tour mit Richard bestehe. Er sagt ziemlich barsch, dass Richard nicht da ist und er morgen erst wieder arbeiten kommt und wir sollen einen anderen Guide nehmen. Das will ich aber nicht. Schließlich haben wir eine Telefonnummer von Richard und machen uns auf die Suche nach einem Telefon. Im Gegensatz zu 4 Jahren zuvor gibt es jetzt am Visitorcenter auch öffentliche Telefone. Ich wähle die Nummer und Harold, Richard’s Bruder, meldet sich. Mit ihm hatte ich auch den Email-Verkehr. Harold sagt, oh mein Gott, Richard schläft noch. Na klasse, es ist 10.00 Uhr morgens. Es dauert eine Weile, dann kommt Richard ans Telefon und wir verabreden uns für 10.30 Uhr am Visitorcenter. Toll, dass er trotz seines freien Tages die Tour mit uns macht. Wenn wir bei den anderen Indianern eine Tour gebucht hätten, würden wir auf einem großen, offenen Jeep mit 15-20 anderen Leuten sitzen.Richard und sein Jeep Dazu habe ich ja nun gar keinen Nerv, zusammen gepfercht mit anderen Touris durch diese herrliche Landschaft zu fahren und mir möglicherweise das dumme Gebabbele anhören zu müssen. Pünktlich auf die Minute fährt Richard mit seinem alten, braunen Jeep vor, in dem noch maximal 5 weitere Personen (außer ihm) Platz haben. Also genau richtig für uns. Lieber Gott, ich glaube, der Jeep wird nur noch vom Dreck zusammengehalten. Die Farbe muss man erraten, der Jeep klappert und stöhnt, Sicherheitsgurte gibt es nicht, hat es wohl auch nie gegeben. Als dieser Jeep gebaut wurde, hatte man es noch nicht so mit der Sicherheit. Am Armaturenbrett hängen furchtbar viele Strippen und Drähte heraus. Ich hoffe nur, dass keine dabei sind, die man unbedingt zum Fahren des Autos braucht. Die Gänge lassen sich nur mit brutaler Gewalt und unter lautem Krachen einlegen. Ich muss direkt zu Hause mal die alten Bilder anschauen, ob es der gleiche Jeep ist, mit dem wir schon vor vier Jahren gefahren sind. Auf jeden Fall muss dieser Jeep so was ähnliches wie ein Tomahawk sein, der immer vom Vater auf den ältesten Sohn übergeben wird. Dieser Jeep ist sicher schon seit „vielen Monden“ im Besitz der Familie. Aber egal, die Hauptsache, der Wagen übersteht die heutige Tour und wir mit ihm. Richard hat sich auch etwas verändert, er ist natürlich auch älter und vor allem auch etwas rundlicher geworden. Wenn ich an seine Mama denke – kein Wunder. Richard ist total gut drauf und dafür, dass wir ihn gerade aus dem Bett geholt haben, unheimlich munter und witzig. Er erzählt uns, dass er gestern Abend auf einer Kaktus-Zeremonie war (was immer das auch ist) und bis heute Morgen 3:30 Uhr gefeiert hat. Au weiha, ich vermute, er hat jetzt noch mehr Feuerwasser als Blut in seinen Adern.
Es ist verdammt windig. Der Vorteil davon ist, dass die Wolken vertrieben sind. Der Nachteil ist, dass der Wind jede Menge roten Sand aufwirbelt, der sich in unseren Haaren, Augen, Ohren, einfach überall absetzt. Richtig gefährlich ist er nur für die Kamera. Uwe wickelt sie während der gesamten Fahrt in meine Jacke ein und holt sie nur schnell für die Fotos raus. Richard erzählt uns wieder sehr viel über sein Volk, die Navajos, das Leben heute und damals. Er selbst ist noch in einem Hogan aufgewachsen und viel mit seiner Großmutter durch die Natur gestreift und hat sich dadurch viel Wissen angeeignet. Heute lebt er mit seiner Familie, die seine Mutter und Schwester sowie Bruder einschließt, in einem Wohnwagen, der zwar total vermüllt, aber auf’s Modernste – was die Elektronik betrifft – eingerichtet ist.Indian Head Richard erklärt uns die Namen der Buttes und Mesas, auch die indianische Bedeutung und versucht, uns die indianischen Namen zu lernen. Wir versuchen zwar ganz angestrengt, die in- dianischen Namen nachzusprechen und bemühen uns auch redlich, haben aber immer nur einen Knoten in der Zunge. Richard kichert jedes Mal, während wir uns abquälen. Es klingt aber auch irgendwie blechern, wenn wir das aus- sprechen. Bei ihm klingt alles so weich und einfach. Er macht uns auch auf die tollen Fotomotive aufmerksam. Wir besuchen wieder einen Hogan, einen „female-Hogan“ (weiblicher Hogan). Die Tür eines Hogan ist immer nach Osten ausgerichtet, man geht, wenn man einen Hogan zum ersten Mal betritt, immer im Uhrzeigersinn hinein. Alles andere bringt Unglück. In der Mitte des Daches ist eine Öffnung, die Sommer wie Winter nicht geschlossen wird. Richard erklärt uns die Babytragen, keine Ahnung, wie die Dinger richtig heißen. Über dem Kopf des Kindes ist ein Holzbogen, der den Regenbogen symbolisiert. Die Füßchen stehen auch auf Holz, das die Verbindung mit der Erde symbolisiert. Rechts und links der Bretter, auf denen das Baby liegt, sind Schlaufen angebracht, durch die ein Faden kreuzweise durchgezogen wird, um das Baby zu fixieren. Mädchen werden rechtsherum und Jungen linksherum verschnürt. Und der Faden, mit dem das Baby verschnürt wird, symbolisiert die Lebenslinie. Es ist wahnsinnig interessant.Hogan In Filmen über Indianer hat man solche Babytragen schon gesehen, sich aber nie Gedanken darüber gemacht, weshalb die Babys da immer in solch komischen Gestellen liegen. Einfach toll, was man auf solchen Reisen alles lernt. Der Eintritt in den Hogan kostet wie damals pro Person 1 $. Die selbe alte Indianerin kommt in den Hogan geschlurft. Sie ist 93 Jahre alt und sieht richtig gut und sehr gepflegt aus. Sie trägt bunte Kleider und ganz tollen Schmuck. Ihr weißes Haar bildet einen tollen Kontrast zu ihrer braunen gesunden Gesichtsfarbe. Sie zeigt uns, wie Garn gekämmt und auf der Spindel gedreht wird. Wir dürfen sie fotografieren und Richard macht noch ein Foto von uns allen vor dem Hogan. Weiter geht die staubige Fahrt. Uwe und ich sitzen ganz hinten ziemlich hoch auf dem Jeep und so manches Mal neigt sich der Jeep gefährlich nach der einen oder anderen Seite, dass wir uns festhalten müssen. Tja, no risk no fun. Schon allein das Ein- und Aussteigen gestaltet sich für uns zum Abenteuer.Jeeptour Uwe ist noch sportlich und gelenkig, er steigt immer gleich hinten über das Hinterrad ein und aus. Ich quäle mich über alle Sitze und steige vorn aus. Für Ines stellt Richard sogar immer noch ein Fußbänkchen hin. Er geht wieder mit uns zu dieser riesigen Felskuppel, die in der Mitte eine große Öffnung hat, durch die der stahlblaue Himmel lugt. Richard setzt sich etwas abseits auf einen Stein, wir liegen auf dem Felsen. Er sagt, wir sollen die Augen schließen und singt uns wieder zwei Lieder vor. Er hat eine absolut tolle Stimme und wir wieder Gänsehaut. Die Akustik ist einmalig. Er lässt sich tatsächlich noch zu einem dritten Lied breitschlagen. Mittlerweile sind wir total eingestaubt. Der Sand knirscht zwischen den Zähnen, den wir versuchen, mit Wasser runterzuspülen. Die Haare fühlen sich an wie eine verfilzte Matte, ich komme schon nicht mehr mit der Bürste durch. Na, da haben wir heute Abend noch viel Arbeit vor uns, das alles wieder in Ordnung zu bringen. Ich habe natürlich heute Morgen ein strahlend weißes Top angezogen. War wieder mal echt ganz schlau. Da will man immer die Schönste sein. Das Top ist rot, nicht nur rosa oder leicht rot, nein – richtig rot. Klasse, ob ich das jemals wieder weiß bekomme. Wir hatten bei Richard eine 2 ½ Stunden Tour gebucht und waren letztendlich wieder 4 Stunden mit ihm unterwegs. Und das trotz der Kaktus-Zeremonie und des vielen Feuerwassers! Wir zahlen für die Tour 41 $ pro Person.

Mesas und Buttes Petroglyphen Der Indianer

Sie war jeden Cent wert. 15:30 Uhr sind wir wieder am Visitorcenter und beschließen, eine Kleinigkeit zu essen. Zunächst versuche ich, auf der Toilette meine total verfilzten Haare einigermaßen wieder in Form zu bringen, was mir aber nicht wirklich gelingt. Uwe war da wiedermal cleverer, er hatte die ganze Zeit seinen Aussi-Hut auf, der zwar auch mit einer roten Staubschicht überzogen ist, dafür aber blieb Uwes Kopf sauber. Mit der „Kleinigkeit“ essen haben wir uns auch wieder vertan. Wir bestellen kalte Sprite und Burger aus indianischem Maisbrot und Pommes. Mensch, das sind wieder Portionen, von denen ein ganzer Indianerstamm satt werden kann. Klar, dass ich meine Portion nicht schaffe. Uwe wollte sich eigentlich eine Portion mit mir teilen, aber ich habe die Augen wiedermal größer als den Magen. Es schmeckt superlecker, aber ich muss einiges übrig lassen. Wir schleppen unsere dicken Bäuche zum Auto und nun fährt Uli noch einmal die 17 Meilen ab, die man auch ohne Guide fahren darf. Das Licht ist gerade jetzt zum Fotografieren ganz toll. Die Straße, oder das, über das man fährt, ist ganz schön heftig und hat riesige Schlaglöcher. Ich weiß nicht, wie viele Fotos wir wieder schießen. Zum guten Schluss müssen wir uns noch beeilen, um zum Sonnenuntergang oben auf der Plattform zu sein. Und wie kann es auch anders sein, die Japaner sind wieder wie die Heuschrecken ausgeschwärmt und rannten mit ihren ausgefahrenen Stativen aufgeregt schnatternd und vollkommen unkontrolliert hin und her. Wenn man nicht aufpasst, spießen die einen glatt auf. Es ist schon mal ein Kampf, einen einigermaßen vernünftigen Standplatz zum Fotografieren zu finden. Man darf aber nicht glauben, wenn man dann steht und fotografiert, dass die Japaner den Anstand besitzen und warten, bis man sein Bild im Kasten hat. Denkste, die rennen einem quakend vor die Linse. Irgendwann hat es mir dann so gereicht, dass ich ausgerastet bin. Sie schauten mich zwar etwas verstört an, das war mir aber wurscht. Jedes Jahr zur Urlaubszeit gehe ich ganz unvoreingenommen an die Sache mit den Japanern ran. Aber jedes Jahr bietet sich das gleiche Bild von ihnen: laut, rücksichtslos, rüpelhaft, einfach nur unsympathisch. Nach dem der letzte Sonnenstrahl dann hinter dem Horizont verschwunden ist fahren wir ins Hotel zurück. Wir kaufen uns gleich kaltes Bier, mit dem wir uns am San Juan River den Staub aus der Kehle spülen.Eine gemütliche Runde Dann gehen wir duschen, was heute natürlich um einiges länger dauert. Wir treffen uns wieder auf unserer Bank am Fluss, um ein weiteres Bier zu trinken und essen ein paar Salzbrezeln. Das ist heute unser Abendessen, denn wir sind alle noch so satt vom „kleinen Nachmittags-Snack“. Aber vor dem Bier hole ich mir noch so ein leckeres Schokoeis. Oh Mann, und Uwe will blöderweise wieder teilen. Da ich ja heute Nachmittag so geschwächelt habe muss ich mich jetzt wohl fügen und mit ihm teilen. So ein Mist aber auch, dabei hätte ich viel lieber ein ganzes für mich allein gegessen und das hätte ich auch geschafft. Da hat er mich aber gestraft.
Heute ist die Milchstraße nicht so deutlich zu sehen wie gestern. Aber trotzdem breitet sich über uns ein fantastischer Sternenhimmel aus. Die Fledermäuse sausen um uns herum und es ist noch herrlich warm. Nachdem wir nun auch das zweite 6-Pack Bier getrunken haben (zu viert – wohlgemerkt), ist es jetzt 23:30 Uhr und wir gehen schlafen. Es war ein ganz toller und interessanter Tag. Schade, dass die Tage so verfliegen.

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