Ein traumhafter Tag in der Coyote Buttes North mit der “Wave” als Höhepunkt

Also, dass an meinem Geburtstag und noch dazu im Urlaub der Wecker bereits um 5.30 Uhr klingelt, kann ich selbst kaum glauben. Wir haben beide nicht besonders gut geschlafen. Uwe weil er so aufgeregt ist wie ein kleiner Junge. Heute nun geht ein großer Wunschtraum in Erfüllung, auf den er sich schon so lange freut. Und ich, weil ich ganz fürchterlichen Respekt (um nicht zu sagen: Schiss) vor der Wanderung habe, die sicher kein Spaziergang werden wird. Mein Schatz ist natürlich der erste, der mir ganz lieb zum Geburtstag gratuliert. Es sind auch ganz schön viele Geburtstagsmails angekommen, über die ich mich echt sehr gefreut habe. 6.00 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Unser einsamer Leser ist heute noch nicht auf. Eigentlich haben wir beide keinen Hunger, drängeln uns aber dennoch Bratkartoffel, Toast und Rühreier – die sind bei Uwe absolutes Muss – rein. Schließlich haben wir heute einen anstrengenden Tag vor uns und brauchen eine vernünftige Grundlage.

Um 7.00 Uhr verlassen wir das Hotel. Wir brauchen für die Fahrt bis zum Abzweig vom Highway auf die House Rock Valley Road ca. 40 Minuten und für die 8 Meilen off road zum Parkplatz, dem Wire Pass Trailhead, noch mal ca. 30 Minuten.Abzweig zur Houserock Valley Road Da wir diese Strecke nun schon ein paar Mal gefahren sind, fahren wir auch nicht mehr so „verhalten“ sondern fordern unseren Jeep ganz schön heraus. Es stehen bereits 2 Autos auf dem Parkplatz. Wir wechseln rasch unsere Schuhe und während Uwe die 5 US$ Eintrittsgeld im Umschlag im Briefkasten und den zweiten Abschnitt hinter der Wind- schutzscheibe deponiert, suche ich schnell noch das Toilettenhäuschen auf. Da habe ich aber echt Glück gehabt. Gerade als ich das Häuschen verlasse, hält direkt davor ein Fahrzeug mit einem alten Ehepaar, das jeden Morgen die Toilettenhäuschen hier draußen in der Pampa abfahren und reinigen. Ein weiteres Fahrzeug mit einem asiatischen Paar fährt auf den Parkplatz auf, die auch zur Wave wollen. Jetzt tragen wir uns noch in das Registerbuch ein, packen jeder 5 Flaschen Wasser und Proviant in den Rucksack. Um 8.30 Uhr sind wir endlich so weit und können uns auf den Weg zu dem wohl momentan am meisten begehrten Gebiet machen.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf das Prozedere der Permitbeschaffung eingehen. Dieses Gebiet ist wegen des sehr fragilen Sandsteins geschützt und Besucher werden nur limitiert zugelassen, eben um den Schutz weitestgehend zu gewährleisten. Pro Tag ist der Zugang zu den Coyote Buttes North (der Wave) nur 20 Personen gestattet. Der Ansturm auf die begehrten Permits ist erwartungsgemäß riesig und die Chancen eines zu ergattern schwinden um so mehr, je bekannter und begehrter dieses Gebiet wird. Man sollte aber auf keinen Fall versuchen, die Wave illegal zu besuchen! Denn die Ranger patrollieren fast täglich in dem Gebiet und verhängen saftige Strafen, die ganz sicher ein ganz schön großes Loch in die Urlaubskasse reißen. Der Preis für ein Permit beträgt nur 7 US$, also kaum der Rede wert.
Man hat nun die Möglichkeit, online an der Lotterie teilzunehmen, was wir gemacht haben. Man hat einen ganzen Monat Zeit, um seinen Wunschtermin zu platzieren. Die Daten sind 4 Monate im Voraus in das entsprechende Online-Formular einzutragen. Wir mussten also, um die Berechtigung für Oktober zu erhalten, den Antrag zwischen dem 01. und 31. Juni ausgefüllt haben. Der Computer entscheidet später über Sieger und Verlierer. Wir hatten die Möglichkeit, 3 verschiedene Termine anzugeben. Natürlich war auch der 8. Oktober unter unseren Wunschterminen. Zugelost wird aber höchstens einer. Um an der Verlosung teilzunehmen, mussten wir eine Gebühr von 5 US$ entrichten, die von der Kreditkarte abgebucht wurde. Wer bei der Lotterie leer ausgeht, bekommt dieses Geld nicht wieder zurück. Das Permit wurde uns dann nach Hause geschickt und zusätzlich haben wir noch die notwendigen Informationen in Papierform erhalten, d.h. Wegbeschreibung in Wort und Bild, damit die Tour durch die Coyote Buttes North zum unvergesslichen Erlebnis wird und man die Wave auch findet. Ich hatte natürlich auch an der Online-Lotterie teilgenommen bin aber im Gegensatz zu Uwe leer ausgegangen. Wäre auch nicht schlecht gewesen, 2 Permits zu erhalten. Für den 8. Oktober, an dem wir einer der 10 glücklichen Gewinner waren, hatten sich 183 Personen beworben!!!!
Wer nun bei der Online-Lotterie kein Glück hat, der kann versuchen, einen Tag vor seinem beabsichtigten Besuch der Wave in der Paria Contact Station an der Lotterie teilzunehmen. Die Station öffnet 9.00 Uhr morgens Utah-Zeit (bzw. 8.00 Uhr Arizona-Zeit) und dann soll das kleine Büro aus allen Nähten platzen (haben wir uns sagen lassen). Und dann werden Vorort noch einmal 10 Permits verlost.

So, nun aber weiter zu unserer Wanderung. Die Sonne lacht vom stahlblauen Himmel. Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass sich das Regengebiet im Tag geirrt hat und bereits gestern hier durch gezogen ist und wir heute Glück haben. Allerdings ist es noch recht frisch. Wir laufen den Wash entlang, den wir vor einigen Tagen schon einmal gegangen sind, als wir zum Buckskin Overlook gelaufen sind. Dann kommt der Abzweig zur Wave. Hier findet sich auch ein großes Hinweisschild, dass man jetzt ein Permitgebiet betritt und man sich hinter der Markierung ohne Permit nicht aufhalten darf. Kann uns heute egal sein, wir haben ein Permit! Zunächst haben wir einen Anstieg zu bewältigen, der schnell von Geröll in losen Sand übergeht.Registereintrag Jetzt kommen wir erneut an eine Registratur, in die wir uns eintragen und dabei sehen, dass heute bereits einige Leute vor uns zur Wave aufgebrochen sind. Uwe nimmt die Registrierung vor und wird fast von der Metallabdeckung erschlagen, als diese von einer Windböe erfasst wieder zuschlägt. Glück- licherweise hat er sein Basecap auf und so prallt die Abdeckung zunächst am Schild ab. Nun geht es zunächst über einen sandigen, mit Gestrüpp und kleinen Büschen bewachsenen Weg, mehr oder weniger querfeldein. Wir durchlaufen wieder einen Wash und klettern auf der gegenüber liegenden Seite aus dem Wash heraus, über Felsplatten hinauf zu den ersten Teepees. Der Weg durch das sandige Gestrüpp war schon der reinste TrampelpfadAuf dem Weg zur Wave und hier auf den Felsplatten stehen überall Steinmännchen – Markierungen, so dass wir davon ausgehen, der Weg zur Wave ist ein markierter Spaziergang und mein lieber Uwe kommt nicht mal ansatzweise auf die Idee, sein GPS-Gerät herauszuholen und einzuschalten. Die Wegbeschreibung des BLM (Bureau of Land Management) habe ich in der Hand und wir versuchen, uns anhand der Steinmännchen, der Beschreibung des BLM und der in der Beschreibung beinhalteten Fotos zu orientieren. Irgendwie sehen die Fotos in der Beschreibung anders aus als die Landschaft um uns herum.Auf dem Weg zur Wave Es ist wirklich un- geheuer schwer, zwischen den Fotos auf der Beschreibung und der tat- sächlichen Landschaft Gemeinsamkeiten herzustellen. Wir laufen wieder durch tiefe Sandpassagen. Diesen Tiefsand versuchen wir zu umgehen, indem wir auf die Teepees ausweichen, die wir uns hinauf und hinab hangeln müssen. Das Gemeine daran ist wiederum, dass man sich auf die Teepees hinauf quält und wenn man dann einen Durchgang erreicht hat, geht es plötzlich nicht mehr weiter, weil man unvermittelt an einem tiefen Abgrund steht, den man beim besten Willen nicht hinunter kann. Dann heißt es also: Umdrehen, den Berg, den wir uns gerade hinauf gequält haben, wieder hinab steigen und uns einen neuen Weg suchen. Also das Ganze noch einmal, jetzt über einen der anderen Teepees.
Mittlerweile sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir irgendwie falsch sind. Also nicht richtig total falsch, denn wir sehen die Gegend der Wave und „das Loch“ in der Felswand, wo wir dann eigentlich rein müssen, immer noch vor uns und nähern uns diesem Punkt auch. Aber die Steinmännchen, nach denen wir uns blöderweise immer orientiert haben, sind mit einem Male verschwunden und die Landschaft, in der wir uns bewegen, hat so wenig Ähnlichkeit mit der Fotobeschreibung. Zudem sind wir bereits 2½ Stunden unterwegs und nach den Beschreibungen sollte man nach ca. 2 Stunden die Wave erreicht haben. Da wir und ganz besonders ich immer langsamer sind als all die anderen, normalen Leute war uns schon klar, dass wir vermutlich etwas länger brauchen werden.Es gibt immer wieder tolle Fotomotive Trotz allem sollten wir aber zum jetzigen Zeitpunkt der Wave bedeutend näher sein als wir nun mal sind. Von der Sache her ist das ja alles nicht so tragisch. Eröffnen sich uns doch fantastische Fotomotive. Das wirkliche Problem ist einfach die Zeit, die wir hier in der Pampa vertrödeln und die wir lieber in der Wave verbringen würden. Wir hoffen, dass wir es bis zur Mittagszeit schaffen, in der Wave zu sein, um diese ohne störende Schatten fotografieren zu können. Andererseits zehrt die Wanderung durch das Gelände, der ständige tiefe Sand, das permanente Hoch- und Runterkraxeln mächtig an den Kräften. Die Rucksäcke schleppen sich auch mit der Zeit. Jeder von uns hat mindestens 7-8 Kilo, Uwe durch das Stativ noch mehr, auf dem Rücken. Jetzt endlich holt Uwe sein Garmin GPS aus der Tasche und schaltet es ein. Na herzlichen Glückwunsch Junge, wird auch Zeit. Das hätten wir alles viel einfacher und schneller haben können.
Nach einer weiteren Stunde, meine Beine wollen und können schon nicht mehr, müssen wir an der Stelle stehen, von der alle sagen: „Der letzte mörderische Anstieg!“ Ich schaue nach oben und denke, „nee, das geht gar nicht“. Ein kleiner schmaler Weg, ganz unschuldig anzusehen, führt fast senkrecht nach oben. Und als wenn das nicht schon schlimm genug ist, es ist nur Sand, ganz tief und superfein. An jedem Strand der Welt wäre man entzückt. Ich glaube, das schaffe ich nicht mehr. Meine Beine sind so schwer wie Blei, ich kann kaum noch eines vor das andere setzen. Uwe kämpft sich mit wütender Verbissenheit nach oben und rutscht dabei immer wieder mal zurück. Er legt seine ganze Wut über dieses fiese Hindernis, so kurz vorm Ziel, in seine Beine, die wie von einem Motor angetrieben arbeiten. Ich bleibe erst einmal unten stehen. Einerseits schippt mir Uwe mit seinen motorangetriebenen Beinen den ganzen Sand ins Gesicht. Und zum anderen muss ich erstmal Kräfte sammeln und meinen Puls runterfahren und dann überlegen, ob ich mir das überhaupt antun will. Ehrlich, ich denke darüber nach, hier auf seine Rückkehr zu warten. Aber darüber werden wohl viele Stunden vergehen. Also hole ich tief Luft und Anlauf. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Ich mache zwei kurze schnelle Schritte nach oben und rutsche 4 Schritte zurück. Verdammt! Wie soll ich denn da hoch kommen? Das geht doch gar nicht. Und Uwe steht ganz oben und kann mich nicht mal hochzerren! Hätte ich doch bloß die blöden Wanderstöcke mitgenommen, die wir schon seit Tagen im Auto spazieren fahren. Damit hätte ich mich wenigstens abstützen können. Aber da muss ich jetzt durch, auch ohne Stöcke, die ich bis jetzt immer verweigert habe. Ich mobilisiere alle meine nicht mehr vorhandenen Kräfte und stampfe wieder einige Schritte nach oben. Mein Gott, ist das anstrengend!!! Man bekommt aber auch wirklich nichts geschenkt! Nach mehreren Anläufen und Pausen habe ich mich dann doch hier hoch gequält. Habe schon selbst nicht mehr daran geglaubt.
Nachdem ich dann auch endlich wieder Luft bekomme und mich umschauen kann, sehen wir auch schon einen sauber modellierten Sandsteinschwung, der auf die Wave hindeutet. Darauf gehen wir jetzt zu und als wir um die Kurve kommen, bleibt uns fast die Luft weg. So etwas Schönes haben wir noch nie gesehen. Eine solch perfekt modellierte Welle, die Streifen und sanften Formen – so etwas gibt es doch gar nicht. Wir müssen in der Welle steil nach oben steigen, denn von hier aus kann man sie wegen des Gegenlichts nicht fotografieren.In der Wave Oben steht bereits ein Asiate, der sein Stativ aufgebaut und seine Kamera nunmehr auf uns gerichtet hat. Er ruft uns zu, wir sollten uns Zeit lassen. Obwohl sich meine Herzfrequenz noch lange nicht beruhigt hat, bin ich mit „3 Schritten“ nach oben gelaufen. Aus dieser Perspektive ist das Bild, das sich uns nun bietet, noch perfekter. Auch Uwe baut sein Stativ auf und ist vor lauter Aufregung ganz hektisch. Kenne ich gar nicht von ihm. Seit 6 Monaten warten wir nun schon genau auf diesen Moment und haben uns –zig Fotos von der Wave angesehen. Aber wenn man dann selbst und persönlich vor diesem Natur- schauspiel steht und es in natura und mit eigenen Augen sieht, ist es noch ganz was anderes. Der Asiate und seine Frau sind total nett, ganz anders, als wir Asiaten sonst kennen gelernt haben. Die beiden kommen aus Kanada und haben das Wavepermit auch über die Internetlotterie gewonnen. Ich erzähle ihnen, dass ich heute Geburtstag habe und dies – abgesehen von der Anstrengung – mein schönstes Geburtstagsgeschenk ist. Also das finden sie ja nun ganz toll, dass wir gerade an diesem Tag das Permit erhalten haben. Sie springen und hüpfen vor Begeisterung, gratulieren mir ganz überschwänglich, aber total lieb und lassen mich hochleben. Irgendwie ganz süß. Wir fotografieren uns gegenseitig in der Wave und dann hat Uwe seine Wave ganz für sich allein. Seine Glückseeligkeit ist absolut perfekt. Und diese aus allen möglichen Perspektiven und Einstellungen abzulichten – das dauert. Wir machen noch ein kleines Picknick und arbeiten uns danach Stück für Stück weiter in diesem Gebiet vor. Es gibt ja hier nicht nur die Wave zu sehen. Nein, das ganze Gebiet ist einfach nur ein Traum und bietet Schritt für Schritt neue fantastische Fotomotive.

Auf der Suche nach dem richtigen Motiv Gaby im Fotorausch Wieder ein tolles Motiv gefunden

Wir fragen uns immer, was hier passiert ist, das sich solche farbigen Streifen so akkurat und gleichmäßig durch die von der Winderosion übrig gebliebenen Sandsteinfelsen ziehen. Der Mensch hätte dies nicht besser und perfekter gestalten können. Dazwischen finden sich die skurrilsten Brainrocks, die wirklich aussehen wie bunte, ausgetrocknete Gehirne. Wir laufen und kraxeln zwischen den Felsen und Steinen herum, die zudem auch die gesamte Vielfalt einer Farbpalette aufweisen. Manchmal kommt man sich vor wie in einem Regenbogen-Labyrinth. Es ist einfach unglaublich und fast nicht zu beschreiben. Dann finden wir auch noch den „Hamburger Rock“. Total witzig, da liegt ein riesiger Stein, der tatsächlich aussieht, als hätte jemand einen Big Mac abgelegt. Allerdings ist er nur von einer Seite schön, die andere Seite ist platt wie eine Flunder.
Wir laufen, erkunden und fotografieren und merken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Irgendwann verspüren wir etwas Hunger, denn das Frühstück liegt schon Lichtjahre zurück und zum Picknick gab es nur etwas Obst. Aber über dem Fotografieren kann man echt alles Nebensächliche vergessen. Vielleicht entstand das Hungergefühl auch durch den Anblick des „Hamburger Rock“. ;-) Wir essen unser restliches Obst und beschließen, nun so langsam zum Schluss zu kommen und die Richtung auf den Rückweg auszurichten.Weit über der Wave Zudem hat, wie komischer- weise jeden Nachmittag, der Wind mächtig aufgefrischt. Der kommt ganz unvermittelt mit so heftigen Böen, dass man meinte, er wolle einen von den Felsen schupsen. Jetzt wo wir die starken Winde hier kennen gelernt haben, können wir auch verstehen, was Winderosion bedeutet und vermag.
Hin und wieder sehen wir die beiden Kanadier zwischen den Felsen und winken uns aus der Ferne zu. Wir erreichen die Wave jetzt ganz oben, on the top, und können von hier noch einige schöne Fotos schießen. Es ist jetzt allerdings schon nach 14.00 Uhr und die Schatten in der Wave wer- den immer länger. Wir arbeiten uns langsam nach unten und schießen die letzten Fotos. Leider haben wir es bei der heutigen Tour nicht ganz bis zur Spitze der Felsen geschafft. Hierzu fehlt mir aber ehrlich gesagt heute auch der Ehrgeiz. Und bei den jetzigen starken Windböen gehe ich auch lieber nach unten als nach oben.
Jetzt stehen wir an dem Abstieg, knöcheltief im Sand, den wir uns vor einigen Stunden hochgequält haben. Klar, abwärts ist es immer leichter als hoch und wir rutschen und schlittern den Berg hinab. Jetzt hat Uwe sein GPS wieder eingeschaltet. Wir wollen uns nicht wieder auf irgendwelche Stein- männchen und Fotos verlassen. Alter Falter, wenn ich jetzt die Richtung sehe, die wir laufen und den Bogen betrachte, über den wir herwärts gelaufen sind – wir hätten mindestens eine Stunde früher oder mehr an der Wave sein können. Vor allem lässt sich dieser Weg richtig gut laufen. Die meiste Zeit laufen wir über Felsplatten, müssen kaum mal Teepees überqueren und so gut wie keine Tiefsandpassagen laufen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich jetzt so langsam an meine Grenzen komme. Die Beine sind schwer wie Blei. Das kommt davon, wenn man das ganze Jahr sportlich rein gar nichts tut und im Urlaub dann alles rausreißen will. Ein kleines Picknick am AutoGott sei Dank sind unsere Rucksäcke jetzt viel leichter, das meiste Wasser getrunken und der Proviant aufgegessen. Wir haben nun den letzten Wegpunkt erreicht und Uwe trägt uns im Trailregister wieder aus. Jetzt müssen wir „nur noch“ den Wash hochlaufen, was auch noch mal 20 Minuten in Anspruch nimmt.
Um 17.00 Uhr haben wir unser Auto erreicht. Wir sind jetzt 8½ Stunden auf den Beinen und verständlicherweise dementsprechend platt. Aber zunächst müssen wir etwas essen. Wir haben noch Würstchen und Nudelsalat in unserer Kühlbox. Uwe hat wiedermal rumgezickt, als ich den Becher Nudelsalat gestern gekauft habe. Ich sollte ihn für mich kaufen, er wollte keinen. Wer’s glaubt, wird selig! Gerade Nudelsalat! Er kann den Schnabel gar nicht weit genug aufreißen, damit so viel wie möglich rein geht. Ja er hatte befürchtet, dass er nicht schmeckt und überhaupt…! Dabei ist der Salat wirklich nicht schlecht, sicherlich nicht vergleichbar mit selbstgemachten. Aber welcher gekaufte Salat ist das schon. Nachdem wir nun unsere Mägen etwas beruhigt und die Füße von den schweren Boots befreit haben, fallen wir erschöpft ins Auto.
17.30 Uhr verlassen wir den Parkplatz und rütteln die Gravel Road entlang. Wir sind zwar total fertig und kaputt, aber es war ein geiler Tag. Die Strapazen des Weges haben sich gelohnt und wir sind absolut happy, dass wir dieses Gebiet mit der Wave mit eigenen Augen sehen konnten. 18.30 Uhr fahren wir auf den Hotelparkplatz auf. Eigentlich wollten wir zu meinem Geburtstag ein leckeres Steak essen gehen. Aber nach dem wir geduscht haben, kriegen wir beide kaum noch ein Bein vor’s andere. So bleiben wir auch heute im hoteleigenen Restaurant. Hunger haben wir eigentlich beide nicht. Wir bestellen uns die Navajoburger, Uwe Weißwein dazu und ich roten. Es schmeckt richtig lecker, gebratene Frikadelle mit Käse und Salat in einem Maisfladenbrot. Nachdem ich dann auch noch ein zweites Glas Wein getrunken habe, komme ich kaum noch ins Zimmer. Hier falle ich wie tot ins Bett. Auch Uwe hält nicht viel länger durch und bereits 21.00 Uhr löschen wir das Licht.

nach oben