Red Canyon Tour – USA 2011

Unsere Reiseroute

Anreise &
Las Vegas
Fahrt nach Moab Canyonlands NP Shafer Trail & Corona Arch Five Hole Arch & Crocodile Rock
Dead Horse Point & Fisher Towers Needles District Reds Canyon Loop & Factory Butte Leprechaun Canyon, Little Egypt & Burr Point Cathedral Valley
Burr Trail Devils Garden & Kodachrome Basin SP Peek-a-boo Canyon Scenic Highway 12 Bryce Canyon NP
Fahrt nach Page Lower Antelope Canyon & Horseshoe Bend Stud Horse Point Fahrt nach Mesquite Valley of Fire
Fahrt nach Las Vegas Las Vegas Las Vegas Rückreise & Fazit

1. Tag => Las Vegas

Übernachtung: Las Vegas | Hotel: Paris | Lage: sehr zentral – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: befriedigend

Endlich ist es wieder soweit, wir haben Urlaub und können somit zu unserem Traumziel, dem Südwesten der USA fliegen. Diesmal haben wir mit der Lufthansa einen Flug mit dem Airbus A 380 gebucht. Wir haben uns Plätze in der vordersten Sektion reserviert und das war eine sehr gute Entscheidung. Einen so leisen Flug hatten wir noch nie und beim Bordservice waren wir auch immer die Ersten. :-) Nach einem langen, aber sehr guten Flug mit dem A380 von Frankfurt nach San Francisco erreichen wir nach einem kurzen Zwischenstopp ziemlich erschöpft die Spielermetropole Las Vegas.

Da wir die übliche Einreiseprozedur bereits in San Francisco hinter uns gebracht haben, können wir gleich mit dem Shuttle zur Auto-Vermietstation fahren. Natürlich sind wir bei Hertz nicht die Einzigen, die auf ein Auto warten. Nach einer relativ kurzen Zeit sind wir an der Reihe und bekommen einen roten Toyota RAV4.

Bevor wir nun zu unserem Hotel aufbrechen, überprüfen wir unser Fahrzeug: Reifen, Werkzeug usw. Es ist alles okay und vorhanden. Jetzt fädeln wir uns in den Feierabendverkehr auf dem Strip ein und erreichen wenig später unser Hotel – das Paris. Beim Check-in erhalten wir ein Zimmerupgrade :-) und damit ein tolles Zimmer im 26. Stock. Der Blick aus dem Fenster auf den Eiffelturm und das gegenüberliegende Bellagio mit seinen fantastischen Wasserfontainen ist einfach genial. Wir vertreten unsere Beine bei einem Rundgang durch das Hotel und verlieren ein paar Dollars an die “einarmigen Banditen” :-( im Casino. Gegen 23:00 Uhr fallen wir halb tot ins Bett.

Airbus A380 Unser Toyota RAV4 Unsere Aussicht vom Hotelzimmer

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2. Tag => Las Vegas – Moab

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Wie immer haben wir die erste Nacht tief und fest geschlafen, sind aber aufgrund des Jetlags bereits um 06:00 Uhr auf den Beinen. Wir haben heute eine sehr lange Strecke vor uns und wollen uns vorher noch im Supermarkt mit Vorräten eindecken. Wir verzichten auf das Frühstück im Hotel und wollen uns stattdessen Kaffee und ein Teilchen im Supermarkt kaufen.

Gegen 07:30 Uhr haben wir ausgecheckt und fahren einen Albertsons an. Hier decken wir uns mit Getränken und Lebensmitteln ein. Und wir kaufen wieder einmal eine Kühltasche; das ist mittlerweile unsere 7. Tasche. :o Mit unserer Albertsons-Rabattkarte sparen wir gleich wieder 15,00 US$ beim Einkauf. :D Kurze Zeit später sind wir nach einem kleinen Frühstück auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt auch schon auf dem Interstate 15 Richtung Norden unterwegs. Ein erster kurzer Pflichtstopp ist wie jedes Mal, wenn wir diese Strecke fahren, der Ort St. George. Hier gibt es unseren heiß geliebten “Carl’s Junior”, bei dem wir immer einen “Famous Star® with Cheese” essen. ;-) Den Kaffee gibt es von Starbucks – gleich nebenan.

Nach dieser Stärkung folgen wir weiter dem Interstate 15 bis zum Abzweig I 70, auf dem wir uns Richtung Osten halten. Nach weiteren 182 Meilen erreichen wir die Abfahrt zum Hwy 191. Fast geschafft – es sind nur noch 32 Meilen bis zu unserem heutigen Ziel Moab. Die insgesamt 460 Meilen bzw. 740 km waren keineswegs langweilig. Ganz im Gegenteil, die Strecke führt durch eine sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaft, auf der man einen ersten Eindruck von den roten Felsen des Südwestens erhält. Auch wir kommen nicht umhin, einige kleine Fotostopps einzulegen und erreichen gegen 18:00 Uhr das Riverside Inn.

In diesem Motel hatten wir schon einmal vor 6 Jahren übernachtet. Wir hatten es in guter Erinnerung. Leider ist das Motel sehr in die Jahre gekommen. Es wirkt doch schon sehr abgewohnt. :-( Die Vorbuchung war trotzdem eine gute Entscheidung. Wie wir später erfahren haben scheint Moab ausgebucht zu sein.

Nach dem langen Fahrtag lassen wir das Auto stehen und gehen zu Fuß ins schräg gegenüber-liegende “Denny’s” zum Abendessen. Danach holt uns wieder der Jetlag ein und wir fallen in einen komatösen Schlaf.

Albertsons Utah's Landschaft Riverside Inn

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3. Tag => Canyonlands NP

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Das erste Highlight unserer diesjährigen Tour ist der Sonnenaufgang am Mesa Arch im Canyonlands NP. Dafür stehen wir bereits um 04:45 Uhr auf, denn für die Strecke vom Motel bis zum Parkplatz, von dem der Trail aus beginnt, brauchen wir ca. 1 Stunde. Um diese Zeit gibt es natürlich noch kein Frühstück im Motel, aber wir haben uns ja schon für ein Picknick im Freien eingedeckt.

Gegen 05:30 Uhr sitzen wir im Auto und sind auf dem Weg zum Canyonlands NP. Als wir eine Stunde später den Parkplatz erreichen müssen wir feststellen, dass schon einige Fahrzeuge hier stehen. Wir sind also leider nicht die ersten Fotografen vor Ort. :-( Rasch packen wir unser Fotoequipment zusammen, setzen uns die Stirnlampe auf und laufen die ca. 600 m im diffusen Zwielicht zum Mesa Arch. Wir haben Glück und können einen der letzten freien Plätze vor dem Arch ergattern. Es dauert nicht lange und wir erleben ein Naturschauspiel der Extraklasse. Die Sonne lugt langsam hinter’m Horizont hervor und schickt ihre ersten warmen Strahlen. Dabei bringt sie die Bogenunterseite zum Leuchten – regelrecht zum Glühen. Obwohl hier so viele Menschen dem Naturschauspiel beiwohnen, herrscht ehrfurchtsvolles Schweigen, das nur vom Klicken der Auslöser unterbrochen wird. Natürlich darf das obligatorische Foto mit uns Beiden auf dem Arch nicht fehlen.

Fotografenversammlung Sonnenaufgang am Mesa Arch Auf dem Mesa Arch

Zurück am Parkplatz stärken wir uns zunächst bei einem Frühstücks-Picknick. Anschließend starten wir unsere Rundtour durch das Gebiet “Islands in the Sky”. Den ersten Stopp machen wir am Whale Rock und beschließen, der Einladung zur Wanderung zu folgen. Der Weg ist mit Cairns markiert und einfach zu laufen. Auch das Besteigen “des Walrückens” ist leicht, da der Slickrock sehr trittfest ist und den Schuhen guten Halt bietet. Von hier oben hat man eine fantastische 360°-Aussicht auf Canyonlands. Den nächsten Halt machen wir am Upheavel Dome, der über einen kurzen Weg (Naturtreppen) zu erreichen ist. Hier halten wir uns nicht lange auf, da uns diese Aussicht nicht sehr begeistert. Man kann hier noch eine größere Wanderung (13 km) um den Krater herum machen, wovon wir aber Abstand nehmen. Weitaus interessanter finden wir den Green River Overlook. Dieser bietet einen grandiosen Weitblick über Canyonlands mit seinen Buttes und Mesas – ein regelrechtes Gewirr tief eingeschnittener Canyons. Und dazwischen hat sich der Green River seinen Weg durch das Felsplateau gegraben. Der Name des Flusses ergibt sich aus der Farbe des Wassers. Auch der Buck Canyon Overlook bietet tolle Aussichten und viele Fotomotive.

Mittlerweile ist es 13:00 Uhr, wir haben Hunger und entschließen uns, am “White Rim Overlook” ein zweites Picknick zu machen. Anschließend laufen wir die 1,5 km (oneway) zum Overlook und genießen die Ruhe, denn bei 32°C finden sich nur wenige, die Lust auf Bewegung haben.

Letzte Station für heute ist dann der Grand View Point Overlook. Hier halten wir uns aber auch nicht lange auf, denn es sind uns einfach zu viele Menschen hier. Wir haben schon lange keinen Nationalpark mehr besucht und müssen uns erst an die Menschenmassen gewöhnen. Das will uns aber nicht so richtig gelingen. :o Wir sind beide der Meinung, dass wir für den ersten Tag genug gesehen haben und beschließen wieder zurück ins Motel zu fahren.

Nach einer ausgiebigen Dusche fahren wir ins Zentrum von Moab und gehen zum Abendessen zum Mexikaner. Da es noch recht zeitig ist, sind wir fast allein im Restaurant. Für Enchiladas mit Mole und Fisch mit Reis bezahlen wir 33 US$ – da kann man nicht meckern. ;-)

Wir gehen 21:30 Uhr schlafen – es war ein langer und erlebnisreicher Tag.

Fantastischer Blick vom Whale Rock Green River Overlook Buck Canyon Overlook

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4. Tag => Shafer Trail & Corona Arch

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Wir haben fantastisch geschlafen und stehen um 06:00 Uhr auf. Das Frühstück im Motel bringen wir schnell hinter uns. Wir haben in amerikanischen Motels schon besser gefrühstückt. :-(

Wir packen unsere Rucksäcke und fahren erneut zum Canyonlands NP. Geplant haben wir für heute folgende Route: Fahrt auf dem Shafer Trail zum Gooseneck Overlook, danach über die Potash Road bis zum Parkplatz Corona Arch. Zum Abschluss wollen wir dann zum Bowtie Arch und zum Corona Arch wandern. Es sollte aber etwas anders kommen. ;-)

Zunächst fahren wir den Shafer Trail in unglaublich spitzen Kehren vom Canyonrand zum -grund. Dabei bieten sich immer wieder tolle Aussichten. Unten angekommen bleiben wir erst einmal stehen und staunen, dass wir diese steile Dirtroad runter gekommen sind. An der “Kreuzung” zur Potash Road fahren wir den White Rim Trail geradeaus weiter zum Gooseneck Overlook. Der White Rim Trail ist in einem viel schlechteren Zustand als der Shafer Trail. Wir lassen unser Auto an der kleinen Park Area stehen – bis zum Overlook ist es ca. einen Kilometer zu laufen. Der Weg ist mit Cairns markiert, die vor uns jemand freundlicherweise aufgebaut hat. :-) Und dann haben wir die Aussichtsplattform erreicht und schauen – obwohl wir bereits mehr als 350 m den Shafer Trail herab gefahren waren – in ein noch tieferes Tal, durch das sich der Green River seinen Weg gegraben hat. Direkt vor uns liegt die Flussschleife und der grüne Fluss fließt gemächlich durch den Canyon. Wir sind ganz allein und genießen für die nächste halbe Stunde die Ruhe und die Ausblicke.

Shafer Trail Gooseneck Overlook Shafer Trail

Um auf die Potash Road zu gelangen müssen wir den White Rim Trail wieder zurück zur “Kreuzung” fahren. Wenige Meter vor dem Abzweig kommt uns ein Ranger entgegen und gibt uns Lichtzeichen, das uns zum Halten auffordert. Er grüßt freundlich und fragt, wohin wir fahren wollen. Er rät uns dringend von einer Fahrt über die Potash Road ab, selbst mit unserem 4WD und relativ hoher Bodenfreiheit. Die Straße muss wohl in einem katastrophalen Zustand sein. :-( Tja, da bleibt uns also nichts anderes übrig, als den steilen Shafer Trail wieder hoch zu fahren, was wir auch tun.

Oben angekommen entschließen wir uns, den Corona Arch von der anderen Seite anzufahren, denn auf diese Wanderung wollen wir nicht verzichten. Also nehmen wir den großen Umweg über Moab in Kauf. Aber die Fahrt dorthin ist einfach eine Wucht! Rechts von uns ragen steile, rote Felswände auf, die bestimmt an die 100 m oder höher sind. In diesen Wänden hängen viele Kletterer. Links der Straße ist alles grün, hier schlängelt sich der Green River entlang. Wir erreichen gegen 14:00 Uhr den Parkplatz. Es ist zwar ganz schön heiß, aber wenn wir den Corona Arch sehen wollen, müssen wir halt laufen. Leider gibt es auf dem ganzen Weg keinen Schatten und wir schwitzen ganz ordentlich auf den 2 km bis zum Ziel. Kurz bevor man die beiden Arches erreicht gilt es noch eine kleine Hürde zu nehmen. Zuerst muss man sich an einem Drahtseil die Felswand hochziehen und ein paar Meter weiter gilt es noch eine kleine Stahlleiter zu erklimmen. Normalerweise ist das alles kein Problem, wenn die Sonne das Seil und die Leiter nicht fast zum Glühen gebracht hätte, so dass man beides kaum anfassen kann. Zum Glück lagen beide auf dem Rückweg im Schatten, so dass wir uns dann zumindest die Hände nicht mehr verbrannten. Oben auf dem Felsplateau angekommen eröffnet sich uns ein toller Blick auf beide Arches, die natürlich im Bild festgehalten werden müssen. ;-)

Über Stahlleitern geht es auf das Felsplateau Bowtie Arch & Corona Arch Corona Arch

Der Rückweg lässt sich super laufen, da alles mehr oder weniger bergab geht. Für weitere Aktivitäten ist es jetzt zu spät und wir treten den Rückweg nach Moab an. Zum Abendessen wollen wir heute zum Italiener gehen. Als wir dort ankommen, trifft uns fast der Schlag. Eine lange Schlange steht vor dem Restaurant und alle warten auf einen freien Tisch. Wir lassen uns registrieren und werden nach 30 Minuten (endlich!!!) zu unserem Tisch geführt. Wir essen Fettucino Alfredo sowie Penne mit Tomaten-Pilz-Soße und trinken einen kalifornischen Cabarnet dazu. Super lecker!

Gegen 20:30 Uhr sind wir wieder im Motel, schreiben Tagebuch und überspielen die Bilder auf den Laptop. Um 22:00 Uhr haben wir genug und gehen schlafen.

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5. Tag => Five Hole Arch & Crocodile Rock

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Noch bevor 06:15 Uhr der Wecker klingelt haben wir ausgeschlafen und stehen auf. Die Reisegruppe, die gestern bereits angekommen ist, ist auch noch da. Dementsprechend überfüllt ist der Frühstücksraum und der Geräuschpegel hoch. Katastrophal! Wir versuchen, das Frühstück rasch hinter uns zu bringen und den Massen zu entfliehen.

Für heute haben wir uns eine Tour herausgesucht, die schon allein 35 Meilen off-road-fahren oneway bedeutet. Wir wollen zum Five-Hole-Arch und Crocodile Rock. Zunächst fahren wir den Highway 191 nach Norden bis zum Crescent Junction und hier auf den Interstate 70 Richtung Westen nach Green River. Das sind etwas mehr als 50 Meilen und wir sind ca. 1 Stunde unterwegs. Nun beginnt die off-road Strecke auf der County Road 1010 (Lower San Rafael Road). Die Straße windet sich durch die Badlands, die on the top olivgrün leuchten und am Bauch braun-beige gestreift sind. Dahinter erheben sich die roten Felsen, ein toller Kontrast. Die Straße lässt sich zum größten Teil sehr gut fahren, sie scheint erst vor kurzem gegradet. Wir sind jetzt schon über 1 Stunde unterwegs und dabei noch keiner Menschenseele oder einem anderen Fahrzeug begegnet. Was für eine Wohltat im Gegensatz zu den Nationalparks. Die Straße wird jetzt aber zunehmend schlechter. Mal geht es durch tiefe Sandfurchen, dann rumpeln wir über große Steine oder durchqueren tiefe Löcher. Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichen wir den Abzweig zur County Road 1026 (N 38°33’37.67″ – W 110°09’14.59″) und kurze Zeit später den Parkplatz (N 38°34’28.16″ – W 110°05’25.44″) als Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Von hier wollen wir jetzt unsere Wanderung starten und den Crocodile Rock und Five Hole Arch suchen. Natürlich gibt es hier keine Wanderwege. Wir haben nur die GPS-Daten, nach denen wir laufen. Uwe schaltet sein GPS ein und wir brechen in die Richtung auf, in die es uns führt. Ohne ein GPS sollte man hier nicht laufen, die Gegend erfordert unheimlich viel Orientierungssinn und ist sehr unübersichtlich. Den Crocodile Rock (N 38°34’49.93″ – W 110°04’56.11″) haben wir sehr schnell gefunden. Wir sind doch immer wieder erstaunt, wie Fotos doch täuschen können. Wir hatten uns unter dem Crocodile Rock irgendetwas großes, mächtiges vorgestellt. Dabei ist das nur so ein kleines Ding! Nachdem Uwe alle Zeit der Welt hatte, den Crocodile Rock abzulichten, machen wir uns jetzt auf die Suche nach dem Five Hole Arch. Dabei handelt es sich um einen Arch mit 5 Bögen, durch die man dann einen fantastischen Blick auf die darunter liegenden roten Felsen und den Green River haben muss. Die Gegend hier ist geprägt von vielen hohen Hügeln, die wir hoch und runter klettern müssen. Der Slickrock lässt sich zwar super besteigen, die Sohle hat einen guten Griff auf dem Stein. Aber es ist anstrengend und mühsam. Nach einer Stunde erreichen wir den Five Hole Arch (N 38°35’10.70″ – W 110°04’36.53″) und genießen die Aussicht. Die Temperaturen liegen bei 37°C, die uns auch etwas zu schaffen machen. Deshalb entschließen wir uns jetzt zum geordneten Rückzug. Der Weg zu unserem Auto ist nicht weniger beschwerlich, es geht weiterhin rauf und runter. Wir waren jetzt 3 Stunden unterwegs.

Crocodile Rock Während der Wanderung zum Five Hole Arch Five Hole Arch

Am Auto essen wir ein wenig frisches Obst, bevor wir die Rückfahrt antreten. Ursprünglich hatten wir geplant, die Straße in der anderen Richtung raus zu fahren und noch ins Goblin Valley zu gehen. Aber dazu haben wir jetzt keine Lust und vor allem keine Zeit mehr. Uwe fährt jetzt die Gravelroad Richtung Green River zurück und braucht ca. 1 ½ Stunden. Mittlerweile hat die Sonne einen recht tiefen Stand erreicht und taucht die Landschaft in ihr warmes Licht. Wir bleiben natürlich immer wieder mal für einen Fotostopp stehen. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Moab und unser Motel.

Fahrt Richtung Moab Badlands bei Moab Ein Gewitter zieht auf

Nach einer ausgiebigen Dusche gehen wir zu Fuß ins gegenüberliegende Denny’s zum Abendessen. Eigentlich wollten wir Zeit sparen und nicht erst mit dem Auto ins Stadtzentrum fahren. Leider werden wir an einem Tisch platziert, der in die Zuständigkeit einer Kellnerin fällt, die heute erst ihren ersten Arbeitstag hat. Dadurch dauert es ewig bis wir endlich unser Essen bekommen. Anschließend gehen wir in unserem Zimmer unserer täglichen Arbeit nach, dem Schreiben vom Tagebuch und Überspielen der Bilder. Um 22:00 Uhr löschen wir das Licht.

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6. Tag => Dead Horse Point & Fisher Towers

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Es ist 06:00 Uhr, wir stehen auf. Im Frühstücksraum herrscht heute wohltuende Ruhe. Die Reisegruppe ist Gott sei Dank abgereist. Gegen 08:30 Uhr sind wir startklar. Um diese Zeit ist es noch recht frisch, die Temperaturen liegen nur bei 14°C.

Heute haben wir nur ein kleines Programm. Zunächst fahren wir zum Dead Horse Point State Park, der eigentlich im oder beim Canyonlands NP liegt. Die Anfahrt ist also wieder Richtung Canyonlands auf dem Highway 191. Allerdings biegen wir noch vor dem Eingang Canyonlands links ab und folgen der State Route 313, die sich durch die Felsen windet. Die Eintrittspreise für die State Parks haben sich auch der allgemeinen Inflation angepasst, nach oben selbstverständlich. :-( Kostete früher der Eintritt 5 US$ pro Fahrzeug zahlt man heute bereits 10 US$. Nachdem wir im Visitor Center unseren Obolus entrichtet haben fahren wir gleich bis zum Ende, den Parkplatz am Dead Horse Point Overlook. Die Aussicht von hier ist einfach atemberaubend. Man steht hoch oben auf einem Plateau und schaut in das über 600 m darunter liegende Tal, durch das sich der Colorado River windet. Dieser kleine State Park ist wunderschön angelegt und hat viele kleine und größere Wanderwege. Direkt unter uns sehen wir die Potash Road, die wir gestern eigentlich fahren wollten und auf der anderen Seite können wir den Shafer Trail erkennen, den wir uns hinab gequält haben.

Dead Horse Point Dead Horse Point Dead Horse Point

Auf einem der toll angelegten Picknickplätze essen wir eine Kleinigkeit. Wir haben uns kurzfristig entschlossen, heute noch zu den Fisher Towers zu fahren. Dazu nehmen wir wieder den Highway 191 in Richtung Moab und biegen direkt hinter der Brücke, die sich über den Colorado spannt, links auf die SR 128 ab. Diese Straße ist auch als Scenic Drive ausgewiesen und das nicht zu unrecht. Sie führt direkt am Fluss entlang und windet sich durch eine hohe rote Felsschlucht. Ich habe meine Not, das Auto auf der Straße zu halten, da leider auch mein Kopf wie eine Rundumleuchte geht. Die Fahrt auf dieser Straße ist ein absoluter Traum. Kurz vor Mile Post 21 biegen wir auf eine kurze Dirtroad ab. Man kann die Abfahrt eigentlich nicht verfehlen, da hier ein Hinweisschild die Abfahrt markiert. Nun sind es nicht mal mehr 2 Meilen zu fahren und wir erreichen den kleinen Parkplatz, auf dem auch eine Toilette und Picknickplätze vorhanden sind.
Es ist 13:00 Uhr und wir beginnen unsere Wanderung. Wir wissen sehr wohl, dass dies der falsche Zeitpunkt für diesen Trail ist, den man besser am Morgen läuft. Der Trail ist mit einer Gesamtlänge von 2,3 Meilen angegeben. Ob wir den bis zum Ende schaffen, mal schauen. Es ist gnadenlos heiß und weit und breit kein Schatten. Wir stopfen unsere Rucksäcke mit Wasserflaschen voll und haben dementsprechend zu schleppen. :-( Gerade die ersten 100 Meter sind sehr anstrengend, da es hier sehr steil nach oben geht. Der ganze Trail ist ein ständiges Auf und Ab. Vor Augen aber haben wir die bizarren Felsnadeln der Fisher Towers, die in vielen Westernfilmen als Kulisse dienten. Endlich finden wir ein kleines, schattiges Plätzchen unter einem Felsvorsprung, in das wir uns hinein “kuscheln”. Unsere Wasserflaschen haben wir auch schon fast ausgetrunken. Wir sehen zwar den Titan schon, die mit 274 m höchste Felsnadel. Ganz sicher hätten wir den Weg bis dahin auch noch geschafft. Man darf aber bei solchen Aktionen nie vergessen, dass man den gleichen Weg dann auch zurück hat. Und so entschließen wir uns wieder zum geordneten Rückzug. 14:30 Uhr sind wir wieder am Auto und quälen uns sogleich aus unseren dicken Boots. Das ist für uns immer eine Strafe, bei solchen Temperaturen die dicken Boots beim Wandern zu tragen. Aber sicherer ist es schon.

Entlang des Colorado River Utah's Felsenlandschaft Fisher Towers

Im Motel angekommen gönnen wir uns eine erfrischende Dusche und machen uns fein für’s Städtle. ;-) Durch Moab sind wir bisher noch gar nicht gebummelt. Moab ist ein reiner Touristenort, der sich aus den umliegenden Nationalparks ergeben hat. Moab steht aber auch scherzhaft als Akronym für Mormons, Ores, Artists und Bicycles, womit die Aktivitäten des Umlandes der Stadt von der Vergangenheit bis in die Gegenwart beschrieben werden.

Während unseres Stadtbummels schauen wir uns gleich suchend um, wo und was wir heute Abend essen könnten. Uwe hat Appetit auf Pizza und ich auf Steak. Da entdecken wir ein Restaurant „Ed Stief’s“, bei dem man auch schön draußen sitzen kann. Das sieht doch gut aus und ein Blick auf die Speisekarte lässt uns hoffen, hier eine gute Wahl zu treffen. Wir bestellen zum einen Steak mit Kartoffelbrei und Krautsalat und zum anderen Penne mit Tomaten, Kapern, schwarzen Oliven, grünem Chili und gegrilltem Lachssteak. Also ich finde, das klingt fantastisch und wir können nach der Hälfte tauschen, so dass jeder von jedem was hat. Inklusive Cola, Bier und Trinkgeld bezahlen wir 53,00 US$.

Anschließend holen wir uns im Supermarkt noch ein Häagen Dasz Eis :-) , welches wir auf unserem Zimmer genießen. Gegen 22:00 Uhr gehen wir ins Bett.

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7. Tag => Needles District

Übernachtung: Moab | Hotel: Riverside Inn | Lage: befriedigend | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: schlecht

Nachdem wir um 06:15 Uhr aufgestanden sind, können wir direkt mal in himmlischer Ruhe frühstücken. Mit uns sind nur noch ein paar Individualtouristen im Frühstücksraum, die sich alle ruhig verhalten. Heute wollen wir uns den südlichen Teil des Canyonlands NP anschauen, den Needles District. Dass dieser Nationalpark riesig ist sieht man schon allein an der Tatsache, dass wir von Moab aus bis zum Südeingang des NP 50 Meilen zurücklegen müssen.

Wir fahren den Highway 191 Richtung Süden. Nach einiger Zeit auf dem Highway sehen wir etwas nördlich des UT 211 ein Hinweisschild zum 22 Meilen entfernten Needles Overlook, den wir nun ansteuern. Die Straße ist etwas eng und bucklig, lässt sich aber super fahren. Trotz der langen Anfahrt hat sich die Fahrt gelohnt! Was für eine Aussicht, ein Weitblick! Hier oben vom Rim Trail an der Abbruchkante hat man einen sagenhaften Blick über diese endlose Weite, auf die Needles in der Ferne und sogar bis zum Grandview Point im „Islands in the Sky District“. Vor uns breitet sich eine Landschaft mit bis zu 800 Metern tiefen und mehrere Kilometer breiten Canyons aus. Riesige Tafelberge und über tausend bis zu 100 Meter hohe Steinsäulen und -bögen prägen außerdem diesen Teil des Nationalparks.

Needles Overlook News Paper Rock Picknick

Nachdem wir die Aussicht genossen haben, kehren wir zum Highway zurück und nehmen nach kurzer Zeit den Abzweig zum südlichen Parkeingang. Noch vor dem Parkeingang gibt es einen Aussichtspunkt „News Paper Rock“. Wir können uns zwar nicht so für Felsmalerei begeistern, halten aber doch mal an. Es handelt sich hierbei um einen wirklich großen Felsen, der Abbildungen von großen Herden und Indianern auf der Jagd zeigt. Man könnte es auch als die indianische Bildzeitung bezeichnen. :-)
Danach folgen wir den Straßenwindungen und passieren nach weiteren 34 Meilen den eigentlichen Parkeingang. Kurz darauf erreichen wir das Visitor Center, an dem wir eine kleine Rast einlegen. Hier erhalten wir auch Kartenmaterial von diesem Teil des Parks. Während wir so durch das Visitor Center streifen entdecke ich ein tolles Buch über Allrad-Touren rund um Moab, welches sofort in unseren Besitz übergeht. ;-) Um das Visitor Center herum sind sehr schöne Picknickplätze angelegt. An einem solchen überdachten Tisch lassen wir uns jetzt nieder und machen erst einmal ein zweites Frühstück.
Anschließend beginnen wir mit unserem Scenic Drive und halten zunächst am Woodenshoe Arch. Total witzig, dieser Felsen sieht tatsächlich wie ein Holzschuh aus. Der nächste Punkt, den wir anfahren, ist der Big Spring Canyon Overlook. Hier kann man richtig schön auf den Felsen herum klettern und dabei wieder eine sagenhafte Aussicht bewundern. Es ist bereits Nachmittag und wir nehmen jetzt den letzten Aussichtspunkt, den Elephant Hill in Angriff. Wir fahren auf den mit Bäumen bestandenen Parkplatz und finden auch noch ein Plätzchen unter einem Baum, das unser Auto schön “kühl” stehen lässt. ;-) Von hier aus kann man tolle Wanderungen machen. Dazu haben wir heute aber keine Lust mehr. Ansonsten gibt dieser Punkt nicht viel her und lohnt die Anfahrt nicht, sofern man nicht wegen der Wanderungen herkommt.

Big Spring Canyon Overlook Auf Motivsuche Wilson Arch

Jetzt aber ist die Rückfahrt angesagt, es ist bereits weit nach 16.00 Uhr. Wenn wir aber nun dachten, wir hätten alles gesehen, was man von den Aussichtspunkten aus erreichen kann, und alles abfotografiert – weit gefehlt. Gerade jetzt im weichen Licht der Nachmittagssonne leuchten die Felsen unglaublich schön. Ich nötige Uwe zum Halten und laufe durch das Buschland (wobei ich mir unheimlich die Beine zerkratze) bis zum Rim, um von hier aus in den Canyon zu fotografieren. Als ich zum Auto zurück komme ist dieses verschlossen und Uwe ist weg. Ich entdecke ihn, nur noch als Punkt zu erkennen, auf der anderen Seite weit hinten auf einem Felsen. Aber ehe ich jetzt in der prallen Sonne am Auto stehend verdurste kann ich genauso gut zu ihm laufen und dabei unterwegs elendig verdursten. Schluchz. Und so nähere ich mich dem Felsen, auf dem mein Mann steht. Wie der da hoch gekommen ist, möchte ich zu gern wissen. Diese großen, runden Sandsteinfelsen sind aber auch sowas von fotogen. Im unteren Teil sind sie rot bzw. rotbraun bis sie dann die Farbe von beige über gelb bis weiß wechseln. Ich klettere die gegenüberliegenden Felsen hoch. Ehe wir uns versehen, haben wir auch hier wieder mehr als 45 Minuten mit fotografieren “vertrödelt”. Wir starten einen erneuten Versuch der Rückfahrt. Zumindest haben wir es schon mal bis zum Highway 191 geschafft und fahren jetzt Richtung Norden nach Moab. Wir erreichen die Baustelle, an der wir bereits heute Morgen gestanden haben, und warten auf unser Pilotcar. Direkt an dieser Baustelle ist ein hoher Felsen mit einem Arch, dem Wilson Arch. Die bereits sehr tiefstehende Sonne leuchtet diesen Arch so herrlich an, da können wir einfach nicht widerstehen. Uwe fährt also aus der Autoschlange heraus, auf den Parkplatz und muss ganz einfach noch ein paar Fotos schießen. ;-) Nun hat Uwe endlich seine Fotos im Kasten, das Pilotcar ist auch schon da und fix fädelt er sich wieder in die Autoschlange ein.

Heute ist es einfach zu spät, um erst ins Hotel zum Duschen zu fahren, bevor wir essen gehen. Aber so verwatzt wie wir sind, möchte ich auch nicht in ein Restaurant. Also halten wir bei Pizza Hut. Ich bestelle mir eine Minipizza mit Extrakäse, Oliven und Schinken. Uwe entscheidet sich für Taco Fiesta – mexikanische Art mit Rind, viel Gemüse, Tacos sowie eine sehr scharfe Salsa und Sauerrahm. Beide Pizzen sind wirklich lecker. Zum Schluss esse ich noch Uwe’s Salsa auf, kann einfach nicht widerstehen. Mit Getränken bezahlen wir 25,00 $.
Nach einem langen und ganz tollen Tag kommen wir ziemlich müde im Hotel an. Schade, es ist unser letzter Tag gewesen und es gäbe hier in Moab noch sooooo viel zu sehen.
Uwe hat sich heute Häagen Dasz Kaffee gekauft. Er sitzt auf dem Bett und rollt genüsslich die Augen. :-) Wir gönnen uns noch ein kaltes Bier als Schlummertrunk. Zu unserem Entsetzen müssen wir feststellen, dass wieder eine Busgruppe angereist ist. Das kann ja morgen zum Frühstück wieder spaßig werden. Um 22.30 Uhr fallen wir ins Bett.

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8. Tag => Reds Canyon Loop & Factory Butte

Übernachtung: Torrey | Hotel: BEST WESTERN Capitol Reef Resort | Lage: sehr gut | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wie jeden Morgen klingelt der Wecker um 06:15 Uhr und heute stehen wir auch gleich auf. Kurz vor 07:00 Uhr sind wir bereits beim Frühstück, d.h. das war eigentlich der Plan. Aber heute erfahren wir den Horror schlechthin. :-( Eine französische Busgruppe spielt Frühstücksraum-Besetzer. Hier ist ein Lärmpegel, bei dem man eigentlich Ohrenschutz tragen müsste, um keinen Schaden zu nehmen. Und dabei schubsen und drängeln sie, brüllen durch den ganzen Raum – das ist kaum auszuhalten. Wir stopfen rasch unser Toast runter; mein Müsli, Uwe’s Obstsalat und unseren Kaffee nehmen wir mit nach draußen und frühstücken den Rest auf einer Bank, die vor der Lobby steht. Die Sonne ist zwar aufgegangen, konnte aber in der kurzen Zeit die Luft nicht erwärmen und deshalb ist es noch recht kühl.

Da wir das Frühstück mehr oder weniger auf der Flucht eingenommen haben, sind wir schnell fertig, packen zusammen und verlassen um 08:30 Uhr das Riverside Inn und damit auch Moab. Unser heutiges Ziel ist der Capitol Reef NP und das Best Western in Torrey. Wenn man diese Strecke zivilisiert auf Interstates und Highways fährt, sind das ca. 173 Meilen (280 km) und etwas mehr als 3 Stunden Fahrt. Aber Uwe hat hier noch eine andere Strecke auf der HP der Westernlady, eine 60 Meilen off-road-Strecke, herausgefunden, die wir fahren wollen – nämlich den Reds Canyon Loop im San Rafael Swell. Zunächst fahren wir den Highway 191 nach Norden und biegen dann auf den Interstate 70 nach Green River ab. Ein Stück nach Green River fahren wir vom Interstate auf die „Temple Mountain Road“ (N 38°52’48.12″ – W 110°39’27.63″). Für die Temple Mountain Road braucht man in der Regel keinen Allrad, es ist eine breite, gut gegradete Dirtroad. Zu Beginn ist die Strecke noch recht unspektakulär. Die Straße ist außer ein paar harmlosen Steigungen recht eben und bietet nur Ausblicke auf Grasland rechts und links der Fahrbahn. Nach einer Weile kann man in der Ferne bereits die Temple Mountains erblicken. Schon bald taucht das prägnante Wahrzeichen auf, die „Family Butte“, die den Eingang in den Canyon kennzeichnet.
Nachdem wir den „Eingang“ passiert haben, windet sich die Dirtroad jetzt sanft in den Canyon hinab. Bis zu dieser Stelle lässt sich auch alles noch problemlos fahren. Es versteht sich von selbst, dass man diese Stecke nur bei Trockenheit fahren kann. Aber das trifft auf alle off-road-Strecken zu. Nun müssen wir durch eine Art Wash, den Sulphur Canyon fahren. Jetzt wird die Fahrerei nicht nur sehr anspruchsvoll sondern auch sehr anstrengend. Wie das halt in einem Wash, einem ausgetrockneten Flussbett ist, man holpert permanent über große Flusskiesel, Baumstämme und allerlei anderes Zeug, was ein Fluss, sofern er fließt, halt mit sich führt. Zudem ist der Wash teilweise ziemlich ausgespült. Wir sind froh, dass wir High Clearance haben. In diesen Wash müssen wir jetzt ca. 10 Meilen fahren. Wir haben Glück, dass bei uns der Wash wirklich vollkommen trocken ist. Trotzdem habe ich auf solchen Strecken immer Herzklopfen, dass wir diese ohne Panne überstehen. Es ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass hier so schnell jemand vorbei kommt. Dann lassen wir den Wash hinter uns und die Straße steigt allmählich wieder an. Dabei führt der Weg auch an der Tomsich Butte vorbei (N 38°41’03.19″ – W 110°59’06.59″), die man quasi ein Teilstück umrundet. Hier ist die Straße sehr schmal, Platz für Gegenverkehr ist nicht vorhanden. Nach einer Kurve geht es dann auf dieser schmalen Straße langsam wieder abwärts. An manchen Stellen sind schon kleine Stücke der Piste heraus gebrochen, was meine Herzfrequenz wieder arg erhöht. Irgendwann wird die Dirt Road wieder breiter und einfach befahrbar. Hier halten wir für ein Picknick. Es ist mittlerweile 13:00 Uhr und unser armseliges und hastiges Frühstück liegt doch schon eine Weile zurück.

Unterwegs auf dem Reds Canyon Loop Reds Canyon Factory Butte und Factory Butte Arch

Anschließend fahren wir zum Highway 24 zurück (N 38°37’50.42″ – W 110°33’59.96″) und von hier aus Richtung Hanksville. Dieser Ort ist echt nur ein Nest am Highway mit 2 Tankstellen (äußerst wichtig), einem kleinen Supermarkt und einigen Motels. Man ist so schnell durchgefahren, dass sich die Geschwindigkeitsbegrenzung kaum lohnt. Kurz nach Hanksville erwartet uns ein weiterer Fotostopp – die Factory Butte. Zwischen Milemaker 105 und 106 zweigt rechter Hand die Coal Mine Road ab (N 38°22’01.64″ – W 110°53’32.52″). Diese Dirt Road fährt man ca. 2 Meilen und kurz, nachdem man einen Wash durchquert hat, muss man auf der rechten Seite mächtig suchen, um den Factory Butte Arch zu finden. Die Factory Butte steht nicht zu übersehen auf der linken Seite der Dirt Road. Und hier, auf der anderen Straßenseite muss irgendwo so ein kleiner futzeliger Arch sein, durch den man dann diese Butte fotografieren kann. Arch ist sicherlich auch zu viel gesagt, es ist ein kleines Loch, nicht mal 70 cm hoch. Nach einigen Minuten Suche entdeckt Uwe den Arch knappe 100 m von der Coal Mine Road entfernt. Jetzt kann er seine Fotos machen. Und dabei quält er sich redlich. Er liegt mitten im Geröll, klemmt zwischen den Felsen, das Stativ liegt auch – aber seiner Meinung nach hat sich das gelohnt. Er ist happy. ;-)

So, da wir das nun auch geschafft haben, kehren wir auf den Highway 24 zurück und setzen unsere Fahrt nach Torrey fort. Dieser Highway führt direkt durch den Capitol Reef NP. Eigentlich ist es ja noch ziemlich früh (16:00 Uhr) und das Licht ist geradezu fantastisch, was sollen wir jetzt schon im Hotel? Es wäre wirklich Frevel, wenn wir das Gebiet jetzt linksliegen ließen. Also entschließen wir uns kurzfristig, noch den Scenic Drive des NP abzufahren. Im Visitor Center versorgen wir uns mit Kartenmaterial, obwohl man das für den Scenic Drive nicht braucht. Der Abstecher in den Capitol Reef war eine gute Entscheidung. Die Felsen des Capitol Reef leuchten jetzt in der warmen Nachmittagssonne in allen erdenklichen Farben. Abschließend fahren wir auch noch zum Panorama Overlook und zu den Goosenecks. Für die Goosenecks ist es allerdings schon zu spät. Diese Location sollte man sich zur Mittagszeit ansehen, wenn die Sonne direkt von oben kommt.

Nun wird es aber langsam Zeit, dass wir zum Hotel fahren. Punkt 18:00 Uhr halten wir vor der Rezeption des Best Western Capitol Reef. Das Hotel liegt noch ca. 2 Meilen vor dem Städtchen Torrey. Die Lage ist einfach nur sensationell, man schaut direkt auf die Felsformationen des Capitol Reef. Ich checke schon mal ein, während Uwe das weiche Abendlicht nutzt und noch einige Fotos macht. Hier haben wir 3 Nächte gebucht. Wir erhalten unseren Zimmerschlüssel und den Zugangscode für das WLan. Unser Auto können wir direkt vor unserem Zimmer Nr. 309 abstellen. Falsch, wir haben kein Zimmer, wir haben eine Suite. Wow – und was für eine! Im Schlafzimmer haben wir ein riesiges Kingsizebett und einen ebenso riesigen Fernseher. Der Flur ist groß, das Bad noch größer mit einer Wanne mit Whirpool. Vom Flur aus kommen wir ins Wohnzimmer mit Couch und Sesseln und einen zweiten großen Fernseher. Na da kann ja nichts mehr schiefgehen, weil wir ja auch so viel fernsehen! ;-) Ferner haben wir einen großen Kühlschrank, Mikrowelle und Kaffeemaschine mit verschiedenen Kaffeesorten. Das Beste aber ist eine große eigene Terrasse mit Stühlen und einem sagenhaften Blick auf den gegenüberliegenden Capitol Reef.

Best Western Capitol Reef Wunderbare Ausblicke von unserer Terrasse Sunset Capitol Reef

Da wir auch noch Tanken müssen, fahren wir mit dem Auto zum Abendessen nach Torrey. Hier entscheiden wir uns für das Restaurant „Café Diablo“. Uwe entscheidet sich für beidseitig gegrillte Schweinemedaillons auf einer scharfen Mangosauce garniert mit Kartoffelwaffeln und frischem Gemüse der Saison. Klingt echt geil. Ich wähle gegrillte Hühnerbrust mit Kartoffelbrei und auch frischem Gemüse der Saison. Um die Wartezeit abzukürzen, erhalten wir einen Vorspeisenteller mit gegrilltem Gemüse (Pilze, Paprika, Zucchini usw.). Das schmeckt schon mal sehr gut und beruhigt unsere Mägen. Dann kommen unsere Speisen. Alter Falter! Das sind ja die reinsten Kunstwerke. Die mag man ja gar nicht zerstören. Und so toll diese Kreationen aussehen, so klasse schmecken sie auch. Wer also immer behauptet, bei den Amis gibt es nur schlechtes Fastfood, der hat hier noch nicht gegessen. ;-) Wir zahlen hierfür 63 $, inklusive Trinkgeld.
Jetzt geht es nur noch ins Hotel und ins Bett, in das wir gegen 22:00 Uhr ziemlich erschlagen fallen. Es war ein fantastischer Tag mit vielen tollen Eindrücken. Tagsüber hatten wir über 30°C, jetzt abends sind es allerdings nur noch 10°C.

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9. Tag => Leprechaun Canyon, Little Egypt & Burr Point

Übernachtung: Torrey | Hotel: BEST WESTERN Capitol Reef Resort | Lage: sehr gut | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

06:15 Uhr – Zeit zum Aufstehen. Um 07:00 Uhr sitzen wir bereits im Frühstücksrestaurant, das dem Best Western angeschlossen ist. Das Frühstück ist hier nicht im Zimmerpreis enthalten, kostet aber auch nur 8 $ p.P. und dafür gibt es eine große Auswahl: Rührei, Rührei mit Schinken, Paprika und Käse, Bratkartoffeln, Würstchen und Speck – aber auch Toast und Marmelade, Müsli, O-Saft und Kaffee zum Abwinken. Ich denke, das sollte uns für’s Erste reichen. ;-)

Unser erstes Ziel für heute ist der Leprechaun Canyon. Dieser unaussprechliche Name ist der reinste Zungenbrecher. Wir packen unsere Kühltasche und starten auf dem Highway 24 Richtung Hanksville. Bevor wir unser eigentliches Ziel anfahren müssen wir aber noch einmal die Coal Mine Road abfahren. Uwe will unbedingt noch einmal den Factory Butte Arch fotografieren, weil gestern das Licht nicht so besonders war. Aber Gott sei Dank müssen wir uns heute nicht so quälen, da wir uns die Stelle gemerkt haben, an der der Miniarch zu finden ist. Trotzdem nimmt diese Aktion wieder eine volle Stunde in Anspruch.
In Hanksville biegen wir dann auf den Highway 95 Richtung Süden ab. Diesen fahren wir bis Milemaker 27.8 (N 38°01’03.30” – W 110°32’13.70”), an dem wir links auf eine Art Feldweg abbiegen und hier unser Auto parken. Überrascht stellen wir fest, dass hier bereits 2 Fahrzeuge stehen. Da sind wir also doch nicht die Einzigen. Wir quälen uns wieder in unsere dicken Boots und nehmen genügend Wasser in den Rucksäcken mit und dann geht es auch schon los. Vom „Parkplatz“ führt ein schmaler Trail am bzw. in einem Wash entlang. Aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Wochen ist hier alles sehr grün und hochgewachsen, was uns das Laufen im Wash unheimlich erschwert. Man sieht teilweise keinen Weg und wir kämpfen uns durch hohes Buschwerk und junge Bäumchen, die dicht an dicht stehen. Nachdem wir uns über Stock und Stein gequält haben sehen wir linker Hand einen Seitencanyon. Tja und dann stehen wir vor dem Eingang des Canyons (N 38°01’31.92” – W 110°31’55.57”) und ich frage mich, wie sollen wir da in Gottes Namen durch? Ein dicker Felsbrocken muss irgendwann einmal von oben in den Spalt gefallen sein und klemmt nun dazwischen. Hier muss man sich aber ganz tief bücken, am besten auf dem Bauch durch krauchen. Es wird uns aber auch alles sehr schwer gemacht. Plötzlich hören wir Stimmen über uns. Hoch oben steht ein Pärchen und schaut auf uns herab. Sie meinen, dieser Eingang wäre nicht zu empfehlen. Wir sollten die Felsen hochklettern und dieses Hindernis somit umgehen. Also quälen wir uns die glatten Felsen hoch. Nach einigen wenigen Metern kommen wir an die Stelle, an der wir von der „Umleitung“ wieder herabsteigen müssen, was aber um einiges leichter geht. Aber dann, dann stehen wir staunend vor einer riesigen Subway. Die Wände strahlen in warmen und schönen Rot- und Pastelltönen. Mitten im Weg liegt ein weiterer großer Felsbrocken, den man aber leicht umgehen kann.

Best Western Capitol Reef Auf dem Weg zum Leprechaun Canyon Unterwegs im Leprechaun Canyon

Der Slot macht dann eine Linkskurve und wird allmählich immer schmaler. Hier folgen dann wunderschöne Bögen. Am Boden haben sich tiefe Rinnen gebildet, die total glatt poliert sind. Hier muss das Wasser mit ungeheurer Kraft hindurch schießen. In solchen Momenten ist es in einem Slot lebensgefährlich. Wir gehen immer weiter in den Slot hinein und die ca. 30 m hohen Wände rücken immer näher zusammen. Plötzlich folgt eine schwarze Röhre, die immer enger wird. Keine Ahnung, was uns weiter hinten erwartet oder wie weit wir überhaupt noch gehen können. Ein wenig Tageslicht fällt durch einen schmalen Spalt von oben in diese schwarze Röhre. Deshalb haben wir auch kein Problem, hier weiterzugehen. Nach diesem Tunnel folgt eine sehr schmale Passage. Hier müssen wir auch unsere Rucksäcke absetzen und uns quer durchschieben. Damit haben wir auch schon das Ende des Canyons erreicht. Zumindest für uns ist jetzt Schluss. Der Slot wird jetzt so eng, hier kann man nur noch mittels Klettern weiterkommen. Hier treffen wir ein Ehepaar aus der Schweiz, die sich gerade auf den Rückweg machen. Gut, dass wir nicht in der schwarzen Röhre aufeinander getroffen sind. An diesem Wendepunkt halten wir uns lange auf. Wir hoffen, dass uns im Canyon einige gute Fotos gelungen sind. Wir müssen jetzt wieder die „Umleitung“ überklettern. Der erste Aufstieg ist kein Problem. Tja und dann stehen wir an der Stelle, die ich vorhin schon beim Aufstieg so “elegant” gemeistert habe. Und wie jetzt runter? Wir wählen die einfache Variante, wir setzen uns auf den Hintern und rutschen Stück für Stück runter. Super! Nun müssen wir uns erneut einen Weg durch das Dickicht suchen und das ist oftmals gar nicht so einfach. So manches Mal müssen wir wieder zurück, weil einfach kein Vorwärtskommen möglich ist. Aber mit einigen Mühen haben wir aus diesem „Dschungel“ wieder herausgefunden und sehen da vorn schon unser rotes Auto stehen. Direkt im Wash stehen Cottonwood-Bäume, in deren Schatten wir uns jetzt fallen lassen und ein schönes Picknick machen.

Nach einer kleinen Rast wollen wir uns nun die Little Egypt Geologic Site ansehen. Mittlerweile ist es 14:00 Uhr, aber das nächste Ziel liegt nur ca. 15 Autominuten von hier zwischen Milemaker 21 und 20 entfernt (N 38°05’49.69″ – W 110°37’18.05″). Hier beginnt der Bull Creek Pass Trail, ein Scenic Backway. Wir fahren zum Parkplatz (N 38°04’52.08″ – W 110°37’37.93″), von dem wir die großen, rotbraunen Felstürme sehen, die am Fuße von noch höheren, aber grauen Bergen stehen. Das ist das Gebiet der Little Egypt Geologic Site. Hier verweilen wir für viele Fotos. Man kann hier ungehindert und dazu auch noch kostenlos zwischen den roten Sandsteinfelsen umher laufen und findet immer wieder neue und interessante Fotomotive. Zudem ist man allein, was wir immer bevorzugen. Die beiden Schweizer treffen wir auch wieder, die haben aber ihre Fototour bereits beendet.

Nachdem wir uns hier nun auch wieder über eine Stunde ausgetobt haben wollen wir den letzten Ausflug für heute angehen. Wir wollen uns noch den Burr Point ansehen. So fahren wir den Bull Creek Pass Trail zurück zum Highway 24 und diesen nach Norden bis zum Milemaker 15. Hier biegen wir auf eine Dirtroad Richtung Osten ab (N 38°09’31.85″ – W 110°37’17.75″). Diese Dirt führt nun 11 Meilen immer nach Osten und ist im Großen und Ganzen gut zu befahren. Sie ist gut gegradet und weist nur partiell etwas holprige Stellen auf, meist dann, wenn ein Wash die Dirt kreuzt. Nach 11 Meilen erreichen wir eine Canyonabbruchkante (N 38°10’18.38″ – W 110°27’43.70″), die einen sagenhaften Panoramablick auf die Mäander des Dirty Devil Rivers ermöglicht.

Little Egypt Little Egypt Burr Point

Es ist jetzt 16:30 Uhr und die Sonne hat einen Stand erreicht, wo bereits von der einen Canyonseite lange Schatten ins Tal fallen. Man sollte also an dieser Stelle nicht zu spät sein. Die Schatten werden recht schnell länger und länger und bald liegt das ganze Tal im Schatten. Die beiden Schweizer kommen auch noch gefahren. Haben vermutlich die gleichen Reiseberichte gelesen wie wir. ;-) Wir plaudern noch eine Weile und erfahren, dass sie, genau wie wir, morgen auch ins Cathedral Valley wollen. Vermutlich werden wir uns dort auch wieder treffen.
Wir machen uns jetzt auf den Heimweg, zunächst die 11 Meilen Dirtroad zurück und dann den Highway 24 nach Torrey. In einem kleinen, einer Tankstelle angeschlossenen Supermarkt in Hanksville, kaufen wir noch einige Getränke und ein kleines Häagen Dasz, das wir gleich während der Fahrt essen. Das ist wieder der Vorteil eines Automatikgetriebes. Man kann während der Fahrt Essen und Trinken, sich schminken und und und – das Auto fährt von ganz allein. Und bei den meist schnurgeraden Straßen muss man nicht mal lenken. :-)

18:30 Uhr fahren wir direkt vor unsere Zimmertür im Best Western vor. Unser Auto sieht aus zum Steinerweichen. Nur gut, dass es von Haus aus rot ist. Man kann keine Tür mehr anfassen, ohne rote, sandige Hände zu kriegen. Langsam wird es eklig. Wir beschließen, heute gleich zum Essen zu gehen und erst danach zu duschen. Wir müssen nur den Highway überqueren, denn direkt gegenüber vom Best Western sind 2 Restaurants. Wir wählen heute gleich das erste, eine kleine Pizzeria, die nur von 18:00 bis 21:00 Uhr geöffnet hat. Hier gibt es auch kleine „personell“ Pizza, d.h. man kann sich seine Pizza nach Belieben belegt bestellen. Uwe wählt die Mamma Loa mit scharfer BBQ-Sauce, Ananas und Schinken. Ich möchte eigentlich eine Anchovis, aber die Kellnerin weiß nicht, ob noch Anchovis da ist. Ich sage ihr, eine Alternative wäre Peperoni, aber Anchovis wäre mein Favorit. Okay, am Ende ist es doch eine Peperoni. Wir trinken jeder ein Bier dazu und zahlen 31 $ inklusive Trinkgeld. Die Pizzen waren richtig lecker, der Teig schön fluffig und sehr gut belegt. Der Spaziergang vom Restaurant zum Hotel tut gut. ;-)
Nach dem Duschen gehen wir noch kurz auf unsere Terrasse. Es ist ziemlich frisch, es sind nur noch 13°C. Dafür haben wir aber einen sagenhaften Sternenhimmel. Direkt über uns steht der Große Wagen. Man könnte meinen, er fährt geradewegs über die Kämme der Felsen des Capitol Reef, die sich als Silhouette vom nächtlichen Himmel abheben. Und dazu noch eine fantastische Milchstraße, einfach wunderschön! Es ist wieder 22:30 Uhr, als wir total erschlagen ins Bett fallen, nachdem wir mit Fotos und Tagebuch endlich fertig sind und das Licht löschen können.

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10. Tag => Cathedral Valley

Übernachtung: Torrey | Hotel: BEST WESTERN Capitol Reef Resort | Lage: sehr gut | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Heute komme ich einfach nicht aus dem Bett. Uwe ist schon lange auf, während ich kurz vor 07:00 Uhr immer noch schlafe. Nachdem wir uns bei einem kräftigen Frühstück im Restaurant für den Tag gestärkt haben, packen wir unser schmutziges Auto und sind startklar für das Cathedral Valley. Dieses abgeschiedene Valley ist nur über Dirtroads zu erreichen. Man sollte hierfür auf jeden Fall ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit haben und je nach Straßenzustand kann sogar ein Allrad erforderlich sein. Bei schlechtem Wetter oder wenn es zuvor geregnet hat ist diese Strecke selbst für einen Allrad unpassierbar. Das Valley befindet sich im Norden des Capitol Reef NP und bietet fantastische Ausblicke auf freistehende Felsmonolithe, die durch Erosion aus dem weichen, orange-roten Entrada Sandstone entstanden sind. Der Name Cathedral Valley ergibt sich aus den Monolithformen, die an große Kathedralen erinnern.
Es gibt eine schöne Rundtour durch dieses Valley, bei der man im Uhrzeigersinn fahren sollte und zunächst einen Fluss durchqueren muss. Fährt man die Rundtour entgegen dem Uhrzeigersinn kann es passieren, dass man am Ende der Tour eben an diesem Fluss feststellt, dass man ihn nicht durchqueren kann und so dann die gesamte Strecke zurück fahren muss.

Kurz hinter dem Visitor Center des Capitol Reef NP biegt vom Interstate ein Abzweig ab (N 38°16’28.80″ – W 111°05’22.80″), über den man an die Furt des Freemont Rivers kommt. Und diesen Fluss wollen wir jetzt überqueren. Es muss in den letzten Wochen hier recht viel geregnet haben, denn der Fluss führt ordentlich Wasser. Wir versuchen zwar vom Ufer aus die Wassertiefe zu testen, kommen aber zu keinem richtigen Ergebnis, zumal wir auch nicht wissen, wie tief es in der Mitte sein könnte. Wenn wir in der Mitte des Flusses stehen und das Wasser in den Auspuff läuft – dann gute Nacht Marie. Dann steht uns das Wasser bis zum Hals, im wahrsten Sinne des Wortes. Und das kann dann teuer werden, da wir ja eh nicht offroad fahren dürfen, und dann noch Absaufen? Muss, glaube ich, nicht wirklich sein. Wir entschließen uns zum geordneten Rückzug. ;-) Also fahren wir zurück und müssen halt den anderen Zugang zum Cathedral Valley suchen. Wir fahren den Highway weiter bis zum Abzweig Cainville Wash Road (N 38°20’02.79″ – W 111°01’26.95″). Diese Dirt windet sich sanft durch die Hügellandschaft der farbigen Badlands. Leider haben wir heute Pech mit dem Wetter, eine ziemlich große Wolkendecke hängt direkt vor der Sonne. Das Licht fehlt natürlich, um die Farben der Badlands so richtig zum Leuchten zu bringen. Aber man muss es halt so nehmen, wie es kommt. Die Dirt lässt sich sehr gut fahren, ist gut gegradet und mit einer leichten Sandschicht überzogen. Trotz des schlechten Lichts machen wir einige Fotos von den Badlands und folgen der nun schnurgeraden Dirt ins Lower Cathedral Valley. Jetzt wird die Dirt zunehmend schlechter, die Sandpassagen werden tiefer und an einigen Stellen fahren wir über Geröll und große spitze Steine. Wir erreichen nun das Gebiet, an dem die berühmtesten und spektakulärsten Felsmonolithe stehen: „Temple of the Moon“ und „Temple of the Sun“. Gerade der Temple of the Sun sieht aus wie eine riesige Kathedrale. Es ist einfach faszinierend, die Natur als Architekt und Baumeister zu erleben. Diese Kathedralen ragen bis zu 150 m steil aus der Ebene heraus.

Freemont River Furt Tempel of the Moon Fantastischer Blick auf das Cathedral Valley

Von hier aus fahren wir ins Upper Cathedral Valley. Die Straße wird zunehmend sandiger, wir fahren durch tiefen Sand und oftmals habe ich das Gefühl, dass das Auto macht was es will und nicht was ich will. Wir kommen oftmals ganz schön ins Schwimmen. Wir nähern uns nun großen Monolithen und kleinen Felsnadeln. Es ist jetzt 12:30 Uhr und wir hatten uns geeinigt, noch bis 13:00 Uhr dieser Straße zu folgen und dann umzukehren. Die Wolkengebilde über uns haben sich jetzt dramatisch vergrößert. Für heute Nachmittag sind Gewitter vorhergesagt. Wenn es dann regnet, können wir hier im Auto übernachten. Auf der sich dann bildenden Schlammpiste wird das Fahren unmöglich. Die Straße führt jetzt auf einen Hügel hoch. Von dort wollen wir noch einmal das Panorama genießen und dann umkehren. Hier steht ein Fahrzeug eines Park Rangers. Wir kommen mit dem Ranger ins Gespräch. Er meint auch, dass es gut war, dass wir nicht durch den Fluss gefahren sind. Der wäre für unser Auto zu tief gewesen. :o Er zeigt uns aber eine andere Alternative für die Rückfahrt auf. Er rät uns noch ein Stück weiter bis zu einem Campingplatz zu fahren. Von dort aus weiter über die Polk Creek Road, auch eine Dirtroad, oben über die Berge des Fishlake National Forest, die dann wieder den Highway 72 kreuzt. Zum einen hätte man von dort oben einen fantastischen Blick über das Cathedral Valley. Zudem hat die Laubfärbung begonnen, was uns bereits bei der Fahrt durch das Valley aufgefallen ist. Die Strecke durch die farbigen Wälder sei wunderschön und diese Dirtroad sei auch bei Regen noch gut zu befahren. Auf jeden Fall besser, als durch das Valley zurück.
Wir danken ihm für die Hinweise und folgen seiner Streckenempfehlung. Allerdings wird die Straße jetzt zunehmend schlechter und führt zudem sehr steil nach oben. Ich muss permanent durch tiefe Furchen fahren, die vom Wasser ausgespült wurden und holpere über große und spitze Steine. Das Fahren wird jetzt sehr anstrengend und erfordert hohe Konzentration. Uwe bietet an, weiter-zufahren. Aber ich kann ja nicht nur immer die schönen Strecken fahren. Er hat es sich ja auch mal verdient, daneben zu sitzen. Aber die Ausblicke von hier oben sind wirklich spektakulär. Leider krieg ich davon nicht allzu viel mit. :-(

Eine Schlechtwetterfront zieht auf Laubfärbung im Fishlake National Forest General Store von Torrey

Wir erreichen den Campingplatz und kurz darauf auch die vom Ranger beschriebene Dirtroad (N 38°28’09.72″ – W 111°21’49.59″). Hier steht tatsächlich auch ein Hinweisschild auf die 72, also müssen wir richtig sein. Es ist unglaublich, wie schnell sich die Szenerie geändert hat. Wir durchqueren jetzt einen Wald und die Blätter der Espen leuchten in einem solch intensiven Gelb, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Die Straße windet sich immer höher und höher und dabei sinken die Temperaturen permanent. Haben wir unten im Valley noch 28°C gemessen, sind es hier oben nur noch 15°C. Aber wir müssen wohl jetzt den höchsten Punkt erreicht haben, denn nun führt die Straße in engen Kurven wieder nach unten. Die Sonne ist schon längst einer dichten und vor allem dunklen Wolkendecke gewichen. Wir hoffen immer noch, dass wir vom Regen verschont bleiben. Ich habe echt keine Lust, auf einer nassen, steilen und kurvenreichen Straße fahren zu müssen. Endlich erreichen wir den Highway 72 und fahren Richtung Highway 24, der uns wieder nach Torrey bringt. In der Ferne brauen sich bedrohlich wirkende Gewitterwolken zusammen und man kann deutlich erkennen, dass es an einigen Ecken mächtig schüttet. Gott sei Dank sind wir aus dem Valley raus.

Wir erreichen Torrey, ein wirklich kleines hübsches Nest, das immerhin 2000 m ü.M. liegt und keine 200 Einwohner hat. Wir stellen das Auto am Straßenrand ab und bummeln durch die 2 Geschäfte, die es hier gibt, die Trading Post und den General Store. Da uns aber nichts „anspringt“, haben wir auch keine Last mit dem Geldausgeben. So beschließen wir, ins Hotel zu fahren. Uwe hat jetzt wieder übernommen und er entdeckt kurz nach Torrey einen Carwash. Oh ja, das wäre nötig. Unser Auto ist bereits mit einer dicken Staubschicht überzogen. Wenn wir die Hecktür öffnen, könnten wir kleine Sandburgen bauen, wenn wir ein Schäufelchen hätten. :cool: Tja, aber wie funktioniert dieses Ding??? Es ist ganz easy, wir schieben 2 Dollar rein und schon kommt das Wasser mit Hochdruck aus der Pistole. Alter Falter, da läuft ja eine rote Brühe runter. Mein Gott, für die 2 Dollar können wir aber lange spritzen, damit hätten wir noch 3 Autos sauber gekriegt. Aber nun sieht unser Toyota wieder wie neu aus.
Bereits gegen 16:00 Uhr sind wir im Hotel. Wie immer haben wir unsere Beschäftigung mit der Dokumentation und gehen gegen 19:00 Uhr über die Straße in das „Rim Rock Restaurant“. Das Restaurant ist rundherum mit großen Panoramafenstern verglast, so dass man von allen Plätzen eine fantastische Aussicht auf den Capitol Reef NP hat. Leider ist es jetzt bereits dunkel, so dass wir diese Aussicht deswegen nicht mehr genießen können. Wir entscheiden uns heute für Rindersteaks, dazu gibt es frische Pilze in Zwiebeln gedünstet, Krautsalat – für Uwe mit Pommes und für mich Ofenkartoffel. Uwe trinkt Bier und ich einen kalifornischen Rotwein. Das Essen schmeckt fantastisch, die Steaks sind so was von zart – absolut lecker. :-) Wir zahlen 62,00 $ inklusive Trinkgeld für das Essen, da kann man nicht meckern. Ich möchte nicht wissen, was man in Deutschland für so ein riesiges gutes Steak bezahlt.
Wieder neigt sich ein erlebnisreicher Tag dem Ende entgegen und um 22:00 Uhr liegen wir im Bett.

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11. Tag => Burr Trail

Übernachtung: Escalante | Hotel: Circle D Motel | Lage: gut | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: gut

Da wir heute nur eine kleine Strecke von 115 Meilen bis Escalante zu fahren haben, stehen wir erst um 07:00 Uhr auf. Nach dem Frühstück schicken wir rasch noch einen Newsletter ab und packen dann unser Auto. Es ist richtig angenehm jetzt, da es so sauber ist. :o Und wieder packt uns der Katzenjammer, wir haben hier auch noch lange nicht alles gesehen. Die Fahrt nach Escalante haben wir über den Burr Trail, eine offroad Strecke geplant. Wir hoffen, dass die Straße heute trocken und befahrbar ist. Zumindest werden wir es jetzt versuchen, da dieser Versuch schon einmal vor Jahren aufgrund starker Regenfälle buchstäblich ins Wasser gefallen ist.

Zunächst fahren wir den Highway 24, durchqueren dabei noch einmal den Capitol Reef NP und biegen dann rechts auf die Notom-Bullfrog-Road ab. Diese führt, wenn man sie weiter fährt, direkt bis zum Lake Powell. Was wir gar nicht erwartet haben: Die Notom-Bullfrog-Road ist sogar geteert, zumindest noch ein relativ langes Stück. Außer einigen, sehr einsamen Ranches ist hier keine Zivilisation zu finden. Haben auch keinen Handyempfang mehr. Irgendwann weicht die Teerdecke einer gut gegradeten Dirtroad. Die Notom-Bullfrog-Road folgt in ihrem gesamten Verlauf dem nördlichen und mittleren Teil des Waterpocket Fold. Nachdem wir bereits einige Zeit auf der Notom-Bullfrog-Road gefahren sind, erreichen wir bald darauf rechter Hand den Abzweig (N 37°51’19.93″ – W 111°00’45.68″) zum Burr Trail, der sich in steilen Kehren das Waterpocket Fold hinauf windet. Beide Straßen, die Notom-Bullfrog-Road wie auch der Burr Trail, waren einst wichtige Transportwege. Über sie wurden das Vieh getrieben und später das abgebaute Uran transportiert. John Atlantic Burr, der Gründer der Stadt Burrville, ist auch Namensgeber des Burr Trail. Er hat diesen Weg entdeckt, um seine Rinderherden auf die Märkte oder aber vom Sommer- ins Winterquartier zu treiben. Dieser Burr Trail ist wahnsinnig steil, aber es macht irre viel Spaß, hier hoch zu fahren und dabei diese spektakuläre Aussicht zu genießen. Aber ehe wir uns versehen sind wir auch schon oben auf dem Waterpocket Fold angekommen.

Unterwegs auf der Notom Bullfrog Road Burr Trail Long Canyon

Der Burr Trail geht nun wieder in eine geteerte Straße über. Anschließend passieren wir den sogenannten Long Canyon. Der gesamte Canyon ist 7 Meilen lang. Unsere Köpfe gehen wie die Rundumleuchten. Die Straße schlängelt sich hier durch hohe Felswände hindurch und die farbenfrohen Sandsteinschichten leuchten in der Sonne. Alsbald führt die Straße aus dem Canyon wieder hoch hinauf auf ein Plateau und gewährt uns noch einmal einen sagenhaften Ausblick von oben in den Long Canyon. Und dann erreichen wir Boulder an der Utah State Route 12. Boulder ist nur ein winziges Nest mit nicht mal 200 Einwohnern und liegt am Rande des Grand Staircase Escalante National Monument. Mir ist jetzt nach irgendwas leckeren – keine Ahnung – einen Kaffee oder Eiskaffee oder irgendwas anderem schönen. Wir halten an der Trading Post, ich kann aber so gar nichts finden, was meine Gelüste befriedigt. :-( So fahren wir halt weiter und erfreuen uns an der Natur. Vom Burr Trail geht es jetzt links auf die Utah State Route 12 nach Escalante. Dieser Highway gilt als der landschaftlich schönste in den USA und trägt auch den Beinamen „Scenic Highway“.

Blick auf Boulder Welcome to Escalante Circle D Motel

Gegen 16.30 Uhr erreichen wir unser nächstes Ziel, Escalante und hier das Motel Circle D. Das etwas schmuddelige Männchen an der Rezeption ist für einen normalen Mitteleuropäer mit brauchbaren Englischkenntnissen kaum zu verstehen. Wir können einfach nicht dahinter kommen, welche „Sprache“ er eigentlich spricht. Und dabei ist er unheimlich freundlich und redselig, aber nach dem fünften „Hä“? ist es uns zu peinlich … Wir nicken freundlich grinsend und verstehen Bahnhof. ;-) Trotzdem versorgt er uns mit Karten- und Informationsmaterial und gibt uns die Schlüssel zu Zimmer Nummer 11. Das Motel gleicht einem Adobe-Baustil, zumindest das Gebäude, in dem unser Zimmer angesiedelt ist. Vor jeder Tür stehen 2 Stühle und ein Tisch, das Ganze ist überdacht. Bei den schwarzen Wolken, die uns seit Boulder verfolgen und sich hier jetzt festgesetzt haben, ist das auch gut so. Unser Zimmer ist geräumig und wir haben ein Kingsizebett, was uns auch immer wichtig ist. Das Badezimmer ist so groß, dass hier echt nichts verloren gehen kann. Leider ist das Zimmer etwas düster und riecht muffig. Aber was soll’s, so riesig ist nun mal die Auswahl an Motels in Escalante nicht. :o
Gleich am Motel ist ein Restaurant angeschlossen. Hier wollen wir heute unser Glück beim Abendessen versuchen. Das Restaurant sieht sehr gut aus und ist auch rappelvoll. Wir können aber noch einen Tisch ergattern, ohne Reservierung. Ich entscheide mich heute wieder für Fisch, Pink Trout (Lachssteak) mit Möhren-Brokkoli-Gemüse und Pommes. Das Lachssteak ist wieder so ein Riesenteil, 230 g! Ich verzichte von daher auf die Pommes und esse nur den Fisch und das Gemüse. Vorzüglich! Uwe entscheidet sich für Fish-Tacos, also panierten Fisch in Tortillas mit Salat und Pommes. Auch sein Essen ist super lecker. Dazu trinken wir kalifornischen Rotwein. Eigentlich wollte Uwe Bier, aber Bud ist aus. Deshalb nimmt er dann auch Wein. Nach dem Essen bestellen wir jeder noch einen Espresso. Alter Falter, das ist ja ein Riesending. Die Tassen sind so groß wie normale Kaffeetassen. Aber er schmeckt. Das Abendessen kostet inklusive Trinkgeld 52 $. Wir kommen sogar noch trockenen Fußes die paar Meter bis zu unserem Zimmer. Die schwarze Wolkenwand hängt immer noch über uns. Um 22:00 Uhr legen wir unser müdes Haupt auf die Kissen und schlafen sofort ein.

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12. Tag => Devils Garden & Kodachrome Basin SP

Übernachtung: Escalante | Hotel: Circle D Motel | Lage: gut | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: gut

Wir stehen um 07:00 Uhr auf und frühstücken gleich wieder in dem Restaurant des Circle D. Wir nehmen Eier und Speck, Hash Browns und Toast.
Obwohl es seit gestern und auch die ganze Nacht hindurch geregnet hat, wollen wir die Hole-in-the-Rock Road zum Peek-a-boo-Canyon fahren. Allerdings sind die Wettervorhersagen für heute auch nicht so berauschend. Ab Mittag soll es wieder starke Regenfälle und Gewitter geben. Die Hole-in-the-Rock Road ist eine 57,5 Meilen lange Dirt Road. Sie zweigt direkt vom Highway 12 einige Meilen hinter Escalante Richtung Boulder ab. Die ersten Meilen können auch mit einem normalen Pkw befahren werden. Diese Dirt bietet auf ihrem Verlauf viele Sehenswürdigkeiten, wobei der Devils Garden, der Peek-a-boo-Canyon, der Spooky Gulch und der Sunset Arch wohl zu den bekanntesten und meist besuchten Zielen gehören. Na, wir schauen mal, wie weit wir heute diese Dirtroad fahren können bzw. wann wir aufgrund eventueller Gewitter zurück müssen.

Zunächst lässt sich diese Dirt sehr gut fahren. Sie ist sehr breit und sehr gut gegradet. Allerdings folgen immer wieder Passagen, auf denen man wie über ein Waschbrett holpert. Nach ca. 13 Meilen Rüttelpiste sehen wir rechts den Abzweig zum Devil’s Garden. Ein Schild am Straßenrand weist auf “Devils Garden Outstanding Natural Area” hin. Eigentlich ist dies ja eine Sunset-Location. Da aber für die nächsten Tage immer ab Nachmittag und am Abend Regenfälle und Gewitter vorhergesagt sind, fahren wir jetzt bereits ab und wollen uns die kleinen Teufelchen ansehen. Der Parkplatz liegt nicht weit von der Mainroad entfernt. Hier könnte man abends auch toll grillen. Eigentlich hatten wir das auch vor, ein Steak und eine Flasche Wein zu kaufen. Um den Parkplatz herum sind wunderschöne Picknickplätze mit Grillplätzen angelegt. Hier hätten wir unser Steak grillen und in dieser fantastischen Landschaft zu Abend essen können. Schade, in den Genuss werden wir wohl leider nicht kommen. Das müssen wir unbedingt das nächste Mal nachholen.
Hier gibt es keine Wege und keine Einschränkungen. Dieses Gebiet kann man nach Belieben erkunden. Die Attraktivität des Devils Garden sind hauptsächlich die vielen und überdimensionalen Sandstein-Figuren, die hier überall auf riesigen Sockeln thronen. Warum nun gerade Devils Garden? Ich kann bei diesen putzigen Kerlchen nichts “Fürchterliches” oder gar “Teuflisches” erkennen. ;-) Wir durchforsten das Gebiet getrennt voneinander. Sonst passiert es wieder, dass wir beide tausend Mal das gleiche Motiv fotografieren. Das Licht ist alles andere als ideal und wir können die putzigen Kerlchen nur von der falschen Seite ablichten, da die Sonne um diese Zeit leider noch nicht in der richtigen Position steht. Aber dennoch haben wir eine Menge Spaß hier und machen tolle Fotos. Ein Grund mehr, noch einmal in diese Gegend zu kommen. Denn am schönsten ist es hier zur so genannten “Golden Hour”. Dann werden die steinernen Teufelchen durch die tiefstehende Sonne in ein warmes, goldbraunes Farbenmeer getaucht. Wir gehen nun zu unserem Auto zurück, denn am Horizont zieht eine bedrohlich schwarze Wolkendecke auf, die nichts Gutes verheißt.

Auf der Suche nach Motiven Unter Teufelchen Blick durch den Metate Arch

Von der Hole-in-the-Rock Road wollen wir eigentlich runter, denn die verwandelt sich bei einem richtigen Regenguss in schmierseifenähnliche Verhältnisse. Da müssen wir nicht unbedingt offroad unterwegs sein. Ich schlage vor, statt weiter zum Peek-a-boo-Canyon in den Kodachrome Basin State Park zu fahren. Der liegt ca. 40 Meilen von hier entfernt und ist über den Highway zu erreichen. Wir machen uns also auf den Weg und fahren vorher noch einen kleinen Umweg zum Willis Creek. Schon allein die Fahrt dorthin ist wieder eine Augenweide. Aber wir befinden uns ja auch auf der Utah State Route 12. :-) In dem kleinen Ort Cannonville direkt vor dem Motel „Grand Staircase Inn“ biegen wir in südliche Richtung auf den Kodachrome Drive ab.
Kurze Zeit später entdecken wir rechts den Abzweig (N 37°31’51.61″ – W 112°02’59.58″) auf die Skutumpah Road (BLM 500) und biegen Richtung Willis Creek (Slotcanyon) ab. Die Dirtroad lässt sich eigentlich ganz gut fahren, zumindest jetzt, wo sie noch trocken ist. Der Untergrund der Dirt besteht aus Lehm und wenn es regnet, wird sie absolut unpassierbar. Wir schauen stirnrunzelnd nach oben – sieht echt nicht gut aus!! :-( Die Straße führt sehr steil hinauf und dann fahren wir wiedermal Achterbahn, rauf und runter in sanften Wellen. Zudem ist die Straße auch sehr sandig. Na, gute Nacht Marie, wenn es jetzt zu regnen anfängt! Blöderweise haben wir natürlich auch unsere Unterlagen im Motel, weil wir ja eigentlich gar nicht geplant hatten, heute in den Kodachrom oder in den Willis Creek zu fahren. Dadurch haben wir auch keinerlei GPS-Daten dabei. Das ist ganz schön blöd. Wir haben keine Ahnung, ob wir noch oder überhaupt richtig sind. Ganz glücklich sehen wir, dass uns ein Auto entgegen kommt. Wir halten es an und fragen das Ehepaar nach dem Weg in den Willis Creek. Die Leute sind sehr nett und erklären uns den Weg ganz genau, weisen uns aber gleichzeitig auf die immer dichtere Wolkendecke hin. Wir sollten lieben einen anderen Tag noch einmal hierher kommen und diese Dirt jetzt verlassen. Sie würde lebens- gefährlich bei Regen. Wir wollen aber trotzdem noch ein Stück weiterfahren. Nach ein paar Minuten haben wir dann doch beschlossen, die Dirt nicht bis zum Willis Creek zu fahren, da wir vermutlich ohne GPS-Daten auch nicht mehr in den Slot hineingehen. Das Wetter sieht nicht gut aus, die Wolken werden immer dichter und dunkler. Wir wenden deshalb an einer Stelle, von der wir einen fantastischen Blick haben und fahren, nachdem wir noch einige Fotos gemacht haben, von dieser Dirt wieder herunter.

Jetzt geht es aber endlich in den Kodachrom Basin State Park. Der Park erhielt aufgrund der farblichen Kontraste seinen Namen von der National Geographic Society mit Zustimmung der Kodak Filmgesellschaft. Die roten Türme stehen im krassen Gegensatz zum blauen Himmel. Der Park ist geprägt von hoch aufragenden Sandsteinkaminen, deren Höhe von 2 m bis zu 30 m variiert. Der Eintritt kostet pro Fahrzeug 6 $. Auch dieser Park ist wieder ein fotografischer Leckerbissen. Leider ziehen immer mehr dicke Wolken auf, so dass unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt wird, die roten Sandsteinkamine im Sonnenlicht fotografieren zu können. Es gibt auch einen kleinen Arch hier im Park und wohl auch den einzigen, nämlich den Shakespeare Arch. Wir erreichen recht schnell den kleinen Parkplatz. Von hier aus ist es ein ca. 800 m langer Fußweg. Der Arch ist wirklich recht schön und wäre sicherlich noch viel schöner, wenn wir Sonnenlicht hätten. Aber das dicke Ding in Form einer Wolke sitzt vor der Sonne und rückt kein Stück zur Seite. Wir machen aber trotzdem ein paar Fotos, wo wir nun doch schon mal bis hierher gelaufen sind. :cool: Anschließend fahren wir den Park noch kreuz und quer ab, wie gesagt, er ist sehr überschaubar. Aber trotzdem: Klein aber fein.

Grandiose Ausblicke von der Skutumpah Road Trading Post Abendessen im Outfitters

Im Park gibt es eine kleine Trading Post. Hier schauen wir mal nach Souvenirs, werden aber auch wieder nicht fündig. Dafür entdecke ich aber Minteis mit Schokoüberzug. Hm lecker, das haben wir uns aber jetzt verdient. :-) Vor dem Laden, der eine richtig schöne Blockhütte ist, stehen auf einer überdachten Holzveranda Bänke. An dem davor angebrachten Holzgeländer hängen riesige Wagenräder. Richtig gemütlich. Auf einer solchen Bank lassen wir uns jetzt nieder, legen unsere müden Beine auf’s Geländer und genießen unser Eis. Es ist zwar kein Häagen Dasz, schmeckt aber trotzdem ganz gut. Anschließend nehmen wir die Rückfahrt nach Escalante in Angriff.

Wir wollen heute mal im “Outfitters” essen. Das sieht auch total gemütlich aus. Es ist ein großes Blockhaus und am Restaurant ist auch ein Laden angeschlossen, in dem man alles rund um “Outdoor” kaufen kann, angefangen bei Karten, Trekkingklamotten und –schuhe, Seile, Hüte uswusf. Das Restaurant hat auch eine hübsche Außenterrasse, auf der man essen kann. Wir bevorzugen aber den Innenbereich, denn es ist abends doch schon recht frisch. Uwe bestellt eine 12″ Pizza, die wir uns teilen. Das ist die kleinste Pizza, die man hier bekommen kann. Die wäre für einen allein auf jeden Fall zu viel gewesen. Wir trinken jeder ein Bier dazu und sind inklusive Trinkgeld mit 31 $ “dabei”.

Einen Block vor unserem Motel ist eine kleine Fotogalerie eines einheimischen Künstlers, die auch noch geöffnet hat. Da wir uns gerne Fotos anschauen, man kann dabei immer wieder lernen, gehen wir kurzerhand in die Galerie und bestaunen die tollen Fotografien. Der Fotograf selbst ist auch anwesend, Tracy Hassett, ein sehr netter alter Herr. Natürlich unterhalten wir uns über das Fotografieren und die vielen tollen Möglichkeiten, die man hier rund um Escalante hat. Wir erwähnen, dass wir morgen, falls es die Straßenverhältnisse zulassen, in den Peek-a-boo-Canyon wollen. Er bestätigt uns, dass dies aus fotografischer Sicht eine ausgezeichnete Wahl sei und zeigt uns auch seine Fotos aus diesem Slotcanyon. Atemberaubend schöne Aufnahmen. Aber er meint, dass wir wahrscheinlich schon das letzte Stück dorthin nicht fahren können und vermutlich wird auch der Canyon unter Wasser stehen. Wir sollten auf jeden Fall aufpassen, gerade auf dem letzten Stück wären wohl badewannengroße Schlammlöcher. Wenn wir darin stecken bleiben, haben wir ein Problem. Allein schafft man es nie aus diesen Schlammbädern. Wir plaudern noch eine Weile, natürlich übers Fotografieren und verabschieden uns dann.

Kurze Zeit später verschwinden wir im Motel. Ich bin total durchgefroren und fädele mich ins Bad und unter die Dusche. Wenn man den Dreh einmal raus hat, kommt man in dem Minibad ganz gut klar, wenn man muss. Im Bett schreiben wir rasch noch einen Newsletter und natürlich auch noch Tagebuch. Und so ist es auch wieder 23:00 Uhr, als wir endlich mit dem ganzen Kram fertig sind. Wir hatten wieder einen fantastischen Tag und vom Wetter her viel besser, als es eigentlich angesagt war. Aber gut, dass wir gegen Mittag aus der Hole-in-the-Rock Road rausgefahren sind. Es muss Gieskannen geschüttet haben. Die Aussichten für morgen sind auch wieder bescheiden.

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13. Tag => Peek-a-boo Canyon

Übernachtung: Escalante | Hotel: Circle D Motel | Lage: gut | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: gut

Der Wecker klingelt um 07:00 Uhr und 15 Minuten später lunzt Uwe zum Fenster raus, wie wohl das Wetter ist. Aber oh Wunder, entgegen der Vorhersage ist die Sonne gerade aufgegangen und außer ein paar kleiner Schäfchenwölkchen ist zunächst nichts zu sehen, das auf Regen oder Gewitter hinweist. Dann werden wir wohl heute den Peek-a-boo Slotcanyon in Angriff nehmen.

Wir haben uns entschlossen, heute mal im Outfitters zu frühstücken, da uns die fettigen Hash Browns im Circle D Restaurant überhaupt nicht bekommen sind. Hmmm, das mit dem Frühstück hatten wir uns beide etwas anders vorgestellt. Den Kaffee gibt es nur im Pappbecher und den muss man sich am Tresen holen. Wir hatten uns für “breakfast burrito” entschieden. Na ja, man kann es essen. :-(

Anschließend packen wir unsere Siebensachen zusammen und fahren die Hole-in-the-Rock-Road Richtung Peek-a-boo. Obwohl es gestern und auch in der Nacht fürchterlich geschüttet hat, lässt sich die Dirt gut fahren. Die sandigen Passagen sind jetzt vom Untergrund her etwas fester, man schwimmt also nicht so und es staubt auch nicht so sehr. Das einzige, was wirklich richtig unangenehm ist, sind die vielen Waschbrettpassagen, die nach dem Abzweig zum Devils Garden auch noch zunehmen. Ich glaube, wir sitzen heute Abend auch noch im Bett und schütteln mit dem Kopf auf und ab, wie ein Wackeldackel. :cool: Nach 26 Meilen Wackeldackel-Fahrt erreichen wir den Abzweig “Dry Fork” und wir biegen links auf diesen Weg ab (N 37°27’59.75″ – W 111°13’25.53″). Hier wird die Straße sehr eng und verdammt holprig. Es geht aber noch. Plötzlich stehen wir aber vor einem riesigen Schlamm- und Wasserloch. Wir beschließen, eine Abkürzung quer durch das Gelände zu nehmen. Nachdem wir nun so das Schlammloch umfahren haben, können wir der eigentlichen Fahrspur weiter folgen, was sich doch um einiges angenehmer fahren lässt. Kurze Zeit später erreichen wir einen kleinen “Parkplatz” (N 37°28’35.82″ – W 111°13’12.37″), von dem aus der Trail zu dem Slotcanyon beginnt.

Wir ziehen wieder unsere dicken Boots an, nehmen die Rucksäcke und Kamerausrüstungen und laufen, nachdem wir uns in der Registerbox eingetragen haben, los. Im Nachhinein muss ich sagen, wieder so typisch für uns. Uwe hatte zu Hause bereits von Google Earth den Trail mit den Koordinaten ausgedruckt. Diesen Ausdruck haben wir aber praktischerweise wieder einmal im Auto liegen lassen. :-(
Wir folgen also einem Trampelpfad, der allmählich nach unten führt. Dieser Pfad geht alsbald in Steinplatten über, die immer weiter nach unten führen und auf denen die Cairns (Steinmännchen) stehen. Und so laufen wir immer schön den Steinmännchen nach. Wer die da platziert hat, den könnte ich heute noch erschießen. Wir kommen jetzt an eine Abbruchkante und hier wird es richtig spaßig. Wir klettern über Steinplatten richtig steil, teilweise fast senkrecht nach unten, rutschen über Geröll und es wird immer steiler. Dann kommt die Stelle, an der ich streike. Ich bin die letzten Meter schon fast nur noch auf dem Hintern gerutscht und nun wird es noch steiler. Nee, bis hierin und keinen Zentimeter weiter. Uwe will natürlich in den Slot, ich zwar auch, aber nicht um jeden Preis. Jetzt tritt etwas ein, was wir noch nie gemacht haben, wir trennen uns. Ich habe zwar Bauchschmerzen dabei, aber weiter runter klettere ich nicht mit. Ich bin doch keine Gemse und auch nicht lebensmüde. Ich hoffe nur, dass ich den steilen Berg allein wieder hoch komme. Im letzten Moment schmeißt mir Uwe noch den Autoschlüssel zu, den er wie immer in der Hosentasche hat. Er steigt weiter ab, er will unbedingt in den Slot, dieser sture Kerl. :-( Mir ist gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich nicht mal was davon mitbekomme, wenn er hier irgendwo stürzt.
Ich quäle mich auf allen Vieren den steilen Berg wieder hinauf, rutsche x-mal auf dem Geröll wieder aus und damit auch wieder abwärts. Irgendwann habe ich es geschafft und bin fix und alle, als ich endlich oben angekommen bin. Ich versuche mich irgendwie zu orientieren, wo der Aufstieg zum Parkplatz sein könnte, denn das GPS-Gerät hat Uwe. Ich halte auf die Stelle zu von der ich meine, sie könnte die richtige sein. Plötzlich sehe ich rechts von mir im Tal 4 Leute laufen. Das gibt es doch nicht, da muss es doch noch einen anderen Abstieg geben. Schnaufend erreiche ich den Parkplatz, von dem sich gerade wieder 2 Leute auf den Weg hinunter in den Canyon machen. Ich wechsele nur rasch meine Schuhe, stecke mir eine Zigarette an und gehe zur Abbruchkante. Und wie ich da so hinunter schaue, da sehe ich die beiden, die eben erst vom Parkplatz aufgebrochen sind, ganz gemütlich da unten entlang laufen. Und ich schaue noch genauer und entdecke einen Abstieg, der eigentlich ganz easy ist. Ich hocke mich auf einen Felsen, betrachte die Landschaft und warte auf Uwe. Er wollte 2 Stunden nachdem wir uns getrennt haben, am Auto zurück sein. Ich ärgere mich nur maßlos, dass ich diesen tollen Slotcanyon nicht sehen kann. Mittlerweile habe ich mir mein Tagebuch heraus geholt und schreibe. Es dauert keine halbe Stunde, da kommt Uwe schon angehechelt. Er hat es nicht bis runter geschafft. Er hat einfach keinen Abstieg in den Wash gefunden, von dem aus man in den Slot kommt. Er stand immer wieder hoch über glatten Felswänden von mindestens 10 m Höhe, die er einfach nicht herunter kam. Zudem hatte er auch noch die Zeit im Nacken, da wir uns ja für 2 Stunden später verabredet hatten. Und da er weiß, wie hysterisch ich werden kann, hat er sich dann unverrichteter Dinge wieder hochgequält. Er tut mir richtig leid, er ist fix und foxi, zumal er bei solchen Aktionen auch nie trinkt, wenn ich nicht dabei bin und ihn dazu zwinge. ;-)
Ich zeige ihm jetzt die Stelle, wie wir relativ einfach in den Wash hinunter gekommen wären. Tja und nun? Zwischenzeitlich sind aus den Schäfchenwolken “Schafswolken” geworden. Sie sehen aber noch nicht dramatisch aus. Deshalb beschließen wir, jetzt noch einmal den anderen Weg in den Canyon hinunter zu laufen.
Wir nehmen den Weg, den auch die anderen genommen haben. Er ist zwar auch steil, aber dennoch einfach. Anschließend folgt eine tiefe sandige Passage. So was hasse ich wie die Pest. Danach geht es über Felsplatten ziemlich steil nach unten. Da dies aber alles Sandstein ist, lässt sich das alles gut laufen, hierauf haben die Schuhe einen festen Halt. Zumindest haben wir einige Höhenmeter zurück gelegt, ich darf gar nicht an den Aufstieg denken.
Endlich haben wir den Wash erreicht und laufen nun noch einige Hundert Meter auf den Slotcanyon zu. Wir sehen ihn schon vor uns. Tja und da haben wir den Salat! :-( Direkt vor dem Eingang in den Slotcanyon (N 37°28’54.07″ – W 111°12’59.93″), zu dem man eigentlich noch eine 4 Meter hohe, glatte Felswand erklimmen muss, ist ein riesiges Wasserloch. Mit den Boots da durch? Kommt nicht in Frage. Schuhe aus und barfuß durch? Muss eigentlich auch nicht sein.
Uwe weiß noch von einem “Hintereingang”. Wir umlaufen also diesen Canyon. So und jetzt stehen wir am Hintereingang (N 37°28’56.60″ – W 111°12’57.43″) und wollen uns hier hinein schleichen. Tja denkste Puppe, der Slot will uns einfach nicht haben. Wir können da nicht rein, der Slot steht unter Wasser. Das ist doch wirklich so ein Scheiß! Damit war ja eigentlich zu rechnen, so viel es hier in den letzten Wochen geregnet hat. Dies hatte uns auch der alte Fotograf gesagt, dass wir mit Wasser im Slot rechnen müssen. Na gut, rechnen müssen und dann tatsächlich erleben ist immer zweierlei. Das ärgert uns jetzt aber wie verrückt. Uwe rutscht noch in den Slot hinein. Aber es ist sehr schwierig, sich darin zu bewegen. Der Slot ist voll nassem Schlamm und Wasser und das alles ist wie Schmierseife. Er musste aber doch noch ein paar Fotos machen. Zumindest kann ich mich heute mal bei Uwe revanchieren. Ich muss ihn nämlich mit seinem Stativ aus dem Slot ziehen. ;-) Allein wäre er gar nicht heraus gekommen, da seine Schuhe nass und schlammig sind und er überhaupt keinen Halt mehr findet.

Unendliche Weite am Peek-a-boo Eingang zum Peek-a-boo Slotcanyon Wasser im Peek-a-boo

Ziemlich enttäuscht treten wir nun den Rückweg an. Wir hatten uns beide so sehr auf diesen Canyon gefreut. Endlich haben wir es geschafft, sind oben angekommen und machen uns auch gleich auf den Heimweg, nachdem wir auf dem Weg nach oben schon mit großen, fetten Regentropfen bombardiert wurden. Es ist 14:00 Uhr und wie jeden Nachmittag wird jetzt wieder der große Regen erwartet.

Wir holpern die Dry Fork zurück, umfahren das große Schlammloch und befinden uns wieder auf der Hole-in-the-Rock Road. Vor uns ist der Himmel sogar noch blau. Nur wenn wir in den Rückspiegel schauen, wird uns Angst und Bange. Die schwarze Wolkenwand verfolgt uns permanent. Trotzdem schlage ich vor, noch einen kurzen Abstecher in den Devils Garden zu machen. Der war einfach zu schön und momentan ist es ja noch trocken. Uwe ist auch gleich einverstanden. Er möchte gern noch einmal den Metate Arch fotografieren und hofft heute auf besseres Licht. Ich streife derweilen allein durch Teufels Garten. Dabei krauche ich in so manche Höhle, aber nicht, ohne vorher mit Stöcken darin herum zu stochern. Ich habe keine Lust, eine Klapperschlange oder einen Skorpion im Mittagsschlaf zu stören. Einige Fingernägel gehen zu Bruch, wenn ich auf Felsen hoch klettere bzw. mich auf einige Stellen hochziehen muss. Immer diese Verluste für so ein blödes Foto. :-) Die schwarze Wolkenwand zieht jetzt immer schneller auf und damit ist die Sonne ganz verschwunden. Deshalb kann ich meine Fototour auch abbrechen. Nachdem Uwe und ich dann auch wieder zusammengefunden haben, fahren wir nach Escalante zurück.

Die Fahrt übernehme ich jetzt, Uwe ist heute schon genug gefahren. Und wie sagt er so schön: Er habe ja schließlich auch Urlaub. 17:30 Uhr laufen wir an unserem Motel ein. Schnell eine erfrischende Dusche, umziehen und dann zum Abendessen.
Vorher statten wir dem netten älteren Herrn einen Besuch in seiner Galerie ab. Wir berichten ihm von unserem Tag und dass wir nicht in den Slot hineingekommen sind. Er meint, damit hätten wir einen Grund für einen erneuten Besuch. Wie wahr!
Anschließend gehen wir wieder in das Restaurant des Circle D Motels. Uwe entscheidet sich heute für ein Hühnersandwich mit Schinken und Salat und dazu ein Bier. Und heute bekommt er ein Bud. Ich esse Fettuccine Alfredo und trinke dazu kalifornischen Rotwein. Schmeckt beides sehr gut und der Preis von 38 $ inkl. Trinkgeld ist auch okay. Im Anschluss verrichten wir unsere übliche Tagesnacharbeit und löschen gegen 22:00 Uhr das Licht. Wir sind beide ganz schön platt.

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14. Tag => Scenic Highway 12

Übernachtung: Escalante | Hotel: Circle D Motel | Lage: gut | Ausstattung: befriedigend | Frühstück: gut

Es hat die ganze Nacht geregnet, deshalb bleiben wir länger liegen und quälen uns erst 07:30 Uhr aus dem Bett. Die Wettervorhersage für heute ist auch mehr als bescheiden. Aber vielleicht können wir ja trotzdem zu den Calf Creek Falls laufen. ;-)

Nach dem Frühstücks-Reinfall von gestern kehren wir heute reumütig ins Restaurant des Circle D Motels zurück und bestellen uns nur Toast, Eier und Bacon. Das kann man ganz gut essen. Die fettigen Hash Browns lassen wir weg. Außerdem ist der Kaffee hier sündhaft gut. Na klasse, das Frühstück kommt – und es kommt mit Hash Browns. Ich rufe den Kellner zurück und reklamiere das Frühstück. Oh ja, mhhh, er hätte wohl noch nicht ausgeschlafen und sorry, ach wir sollten doch die Hash Browns einfach drauf lassen. Er würde sie auch nicht berechnen. Toll, der Teller schwimmt trotzdem im Fett. Aber er hat sie tatsächlich nicht berechnet – sein Glück!! :cool:

Bevor wir aufbrechen bereite ich uns im Zimmer rasch noch ein Schinken-Käse-Sandwich, das wir als Picknick-Proviant mit zu den Wasserfällen nehmen wollen. Heute fahre ich mal wieder, aber es ist eh nicht weit bis zu dem Campingplatz, von dem aus der 5 km lange Trail zu den Calf Creek Falls beginnt. Schon während der Fahrt sehen wir die dicken schwarzen Regenwolken, die direkt über diesem Gebiet hängen. Nein, ich glaube, das gibt heute nichts mit Wandern. Wir fahren trotzdem auf den Campingplatz und schauen uns die Gegend hier kurz an. Außerdem gibt es hier Toiletten und der Kaffee will wieder raus. :-( So, die Wolkendecke über uns wird dichter und dichter und unter diesen Voraussetzungen haben wir keine Lust, 10 km durch die Pampa zu laufen. Also werden wir heute mal einen Fahrtag auf der Utah State Route 12 einlegen, solange es regnet.

Direkt am Highway erscheint ein Hinweisschild auf das Kava Kaffeehaus. Und hier halten wir, denn wir haben jetzt einfach Lust auf einen Kaffee. Festzustellen ist, dass der Kaffee in den USA zunehmend besser wird. Viele Restaurants benutzen mittlerweile auch richtige Kaffeeautomaten und dementsprechend gut ist auch der Kaffee, der meiste jedenfalls. Uwe bestellt sich ein Latte Macchiato und ich nehme einen Cappuccino. Alter Falter! Ich muss 3 Tütchen Zucker in die kleine Tasse geben. Das ist kein Cappuccino sondern ein mindestens 4-facher Espresso mit etwas aufgeschäumter Milch. :o Die Damen haben wohl bemerkt, dass ich noch ziemlich müde aus der Wäsche schaue. Das Cafe selbst ist auch sehr gemütlich, sehr rustikal gehalten.

Von hier aus fahren wir den Highway bis kurz vor Boulder. Dahinter wird die Wolkenwand immer schwärzer und dicker. Da lohnt sich das Weiterfahren nicht mehr, es scheint mächtig zu schütten. Bis jetzt zumindest konnten wir immer noch tolle Fotos mit dramatischen Wolkenformationen machen. Deshalb drehe ich bei der nächsten Gelegenheit und wir kehren um.

Scenic Highway 12 Kava Kaffeehaus Red Canyon

Wir fahren durch Escalante hindurch und den Highway weiter geradeaus. Autofahren und Gegend begucken ist immer noch besser, als in einem nicht sonderlich gemütlichen Motelzimmer zu sitzen. Nach einiger Zeit erreichen wir wieder die Kreuzung in Cannonville, an der es links auf die Cottonwood Canyon Road und in den Kodachrome Basin State Park geht. Ich fahre weiter Richtung Tropic und Bryce Canyon. Das ist die Strecke, die wir morgen auch fahren müssen. Wir haben bereits eine Höhe von 7777 Fuß erreicht, das sind ca. 2370 m und die Temperaturen sinken rapide. Haben wir in Escalante noch 61°F (16°C) gehabt, sind es hier nur noch 41°F (5°C). Dazu weht auch noch ein sehr kalter Wind. Wir lassen den Bryce Canyon links liegen und fahren weiter in den Red Canyon. Den kennen wir auch noch nicht. Das ist ein nur sehr kleines Gebiet im Dixie National Forest, in dem man auch gut laufen könnte. Er scheint wie der kleine Bruder des Bryce Canyon, nur ohne Touristenmassen. Leider ist es zu kalt und wolkig, als dass wir uns zu einer der vielen Wanderungen motivieren können. Schade, denn bereits von der Straße aus kann man erahnen, welche sehenswerten Schätze einen erwarten, wenn man ein Stück in dieses Gebiet hinein läuft. So bleibt uns heute nur der Blick aus dem Auto. Nachdem wir einige Fotos gemacht und festgestellt haben, dass ein zweiter Besuch unbedingt erforderlich ist, beschließen wir die Rückkehr nach Escalante. Als sich unsere Mägen protestierend melden fällt uns ein, dass wir uns ja heute Morgen ein Sandwich gemacht haben. Das essen wir jetzt auf einem Parkplatz und fahren dann ohne weiteren Halt nach Escalante zurück.

Bereits 15:30 Uhr sind wir im Motel. Es ist noch ein bisschen zeitig für das Abendessen. Wir duschen schon mal, schreiben Tagebuch und überspielen die Fotos.

Anschließend gehen wir wieder in das dem Motel angeschlossene Restaurant. Ich entscheide mich heute noch einmal für Fettuccine Alfredo und Uwe schließt sich mir an. Dazu trinken wir einen kalifornischen Rotwein, der richtig gut ist. Der Preis ist okay, wir zahlen 46 $ inklusive Trinkgeld.

Wir schaffen es gerade noch nach dem Essen trockenen Fußes in unser Zimmer zu kommen. Wir haben die Zimmertür noch nicht richtig hinter uns geschlossen, als es wieder richtig zu schütten beginnt. Den restlichen Abend verbringen wir im Bett. Heute komme ich direkt mal wieder in den Genuss, an meinem Thriller weiter zu lesen. Das ist mir bisher noch an keinem Abend gelungen. Wir lassen die Heizung auf vollen Touren laufen. Es ist verdammt kalt, selbst im Zimmer.

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15. Tag => Bryce Canyon

Übernachtung: Bryce City | Hotel: Best Western Ruby’s Inn | Lage: sehr gut | Ausstattung: gut | Frühstück: schlecht

Auch heute stehen wir erst kurz vor 8:00 Uhr auf. Wir haben keine Eile, denn es sind nur knapp 40 Meilen, die wir heute bis zum Bryce Canyon fahren müssen.

Wir gehen ein letztes Mal in das Restaurant zum Frühstück und laufen Slalom um die großen Pfützen, die der starke Regen der letzten Nacht hinterlassen hat. Der Dappes von Kellner bringt uns heute wieder die volle Portion, obwohl wir wieder nur Eier, Speck und Toast bestellt haben. Er meint, sein Gehirn sei bei der Kälte eingefroren. Es ist nämlich empfindlich kalt geworden und der Typ rennt immer noch in kurzen Hosen rum. Die Rechnung aber stellt er wenigstens ohne die Hash Browns aus.

Anschließend packen wir alles zusammen und beladen unser Auto. Mensch, ist das eine Kälte!! :-( Der Wind pfeift ganz schön eisig um die Ecke. Auf solche Temperaturen sind wir aber überhaupt nicht eingestellt. Wir haben nicht einen langärmeligen Pulli und auch keine dicke Jacke dabei, nur unsere Fliesjacken. Die Leute hier haben dicke Winterjacken an und Mützen auf. Als wir auschecken weist uns der Motelbesitzer darauf hin, dass es im Bryce Canyon geschneit hat. Na herzlichen Glückwunsch, das ist unser heutiges Ziel. Winterurlaub wollten wir eigentlich nicht machen.

Kurz nach 10:00 Uhr sind wir auf der Straße und fahren in einem dichten Schneegestöber. Als wir dann endlich die dicke Schneewolke hinter uns gelassen haben kommt sogar die Sonne heraus. Es sieht schon schön aus, eine frisch verschneite Landschaft bei Sonnenschein. Aber nur aus dem gut geheizten Auto. ;-)

Gegen 10:30 Uhr erreichen wir “Bryce City”. Wir haben im Best Western Ruby’s Inn für eine Nacht gebucht. Allerdings können wir unser Zimmer erst gegen 16:00 Uhr beziehen. Auch hier in Bryce City ist alles ausgebucht und die Zimmermädchen haben alle Hände voll zu tun, die Zimmer für die neu anreisenden Gäste in Ordnung zu bringen. Während wir nun so in der Lobby herum stehen und eigentlich nicht richtig wissen, wie wir die Zeit bis zum Zimmer-beziehen-können überbrücken sollen, entdecke ich ein Hinweisschild auf eine Cowboy-Dinner-Show. Warum eigentlich nicht? Abendessen müssen wir ja schließlich auch irgendwann und irgendwo und ein bisschen Show dabei ist doch auch nicht schlecht. Wir reservieren zwei Karten an der Rezeption und müssen diese später holen, da der Kartenvorverkauf noch geschlossen ist.

Kurzerhand entschließen wir uns, noch in den Bryce Canyon zu fahren. Bis zum Parkeingang brauchen wir nur ca. 10 Minuten mit dem Auto. Zuerst fahren wir zum Sunrise Point. Alter Falter, der Park ist rammelvoll. Es ist unheimlich schwer, an den einzelnen Aussichtspunkten überhaupt einen Parkplatz zu finden. Wir ziehen unsere Boots an, da die Wege doch sehr schlammig sind. Im Auto ziehen wir uns auch noch um d.h. legen einige Kleiderschichten auf. So trage ich jetzt 2 T-Shirts, meine dünne Windjacke und die Fliesjacke drüber. Auch Uwe hat jetzt beide Jacken an. Es ist schweinekalt und der Wind pfeift ganz eklig eisig. Aber auch anderen ist es ähnlich wie uns ergangen, die sind auch alle vom Wintereinbruch überrascht worden. Einige von denen laufen tatsächlich noch barfuß in Sandalen und mit kurzen Hosen herum. Vom Sunrise Point hat man eine tolle Aussicht auf die roten Nadeln des Bryce Canyons. Und dann der Schnee dazwischen, das sieht schon schön aus. Wir hätten auch nie gedacht, dass wir den Bryce einmal im Schnee erleben, denn Winterurlaub ist nicht unser Ding.

Verschneiter Bryce Canyon [1] Schneemann im Bryce Canyon Verschneiter Bryce Canyon [2]

Von hier aus fahren wir zum Bryce Point, der einen spektakulären Blick in das Amphitheater bietet. Das Licht ist einfach ganz toll. Und dann der Schnee zwischen den roten Sandsteinnadeln im Kontrast mit den grünen Tannen und als I-Tüpfelchen noch die Wolkenformationen! Von hier aus fahren wir zum Paria View. Wir müssen uns ganz schön motivieren, bei der Eiseskälte immer wieder aus dem Auto auszusteigen. Die Finger sind schon ganz steif und selbst mit der Bildstabilisierung in unseren Kameras fällt es schwer, trotz des Zitterns die Kamera so ruhig zu halten, dass man auf den Fotos dann noch was erkennen kann. :o Am Paria View hat jemand einen kleinen Schneemann gebaut. Der macht sich natürlich gut auf einem Foto mit dem Bryce im Hintergrund. Allerdings wird das Licht jetzt schon schlechter, da eine dicke Wolkenwand aufzieht. Der letzte Aussichtspunkt für heute soll der Inspiration Point sein. Hier haben wir uns gerade den steilen Berg hochgequält, als ein entsetzlicher Schneesturm einsetzt. Alles wird dunkel und wir flüchten, so wie wir oben angekommen sind, nach unten ins Auto zurück. Das war’s für heute. So, wie es am Himmel aussieht, wird in den nächsten Stunden keine Sonne mehr heraus kommen.

Wieder in Bryce City angekommen können wir leider immer noch nicht unser Zimmer beziehen. Aber die Dame, die die Karten für die Western-Dinner-Show verkauft, hat ihren Counter jetzt geöffnet. Wir kaufen die Karten und müssen uns auch gleich für eines von den vier angebotenen Gerichten entscheiden. Uwe entscheidet sich für gegrillten Lachs und ich wähle die BBQ-Platte, d.h. gegrilltes Schwein und Huhn. Zu den Speisen werden Westernkartoffeln, schwarze Bohnen und Krautsalat gereicht. Ferner sind im Preis inbegriffen die Softdrinks, das Dessert, Kaffee und die Show natürlich. Zusammen zahlen wir für den (hoffentlichen) Spaß 49 $. Wir sind uns natürlich dessen bewusst, dass das Essen sicherlich kein kulinarischer Gaumenschmaus sein kann. Aber egal, dafür haben wir heute Abend mal eine etwas andere Unterhaltung. Nachdem wir die Karten gekauft und unsere ausgewählte Menükarte erhalten haben streifen wir noch etwas durch den sehr großen General Store.

Endlich! Es ist mittlerweile 15:30 Uhr, wir können unseren Zimmerschlüssel entgegen nehmen und das Zimmer beziehen. Gott sei Dank haben wir ein Zimmer im ground floor erhalten, so dass wir nicht alle Taschen für die eine Nacht die schmale Treppe nach oben schleppen müssen. Das Zimmer ist riesig. Schön, wieder ein Kingsizebett, eine große Couch, Sessel, Schreibtisch und ein sehr geräumiges Bad. Aber es ist arschkalt hier drinnen. Ich drehe als erstes die Heizung auf volle Touren und als zweites koche ich uns einen Kaffee. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Zimmer, versuchen, wieder warm zu werden und erledigen dabei unsere Hausarbeit wie Tagebuch und Fotos überspielen.

Gegen 18:30 Uhr fahren wir sogar die kurze Strecke von nicht mal 1 Meile zu Ebenezer’s Barn, wo die Show stattfindet, mit dem Auto. Normalerweise laufen wir ja solche Strecken. Aber in unseren dünnen Klamotten durch den eisigen Wind, das wollte uns Uwe nicht antun. Das Restaurant wurde gerade geöffnet, als wir auf dem Parkplatz auffahren. Wir werden traditionell von Cowboys in langen Mänteln und Stiefeln bekleidet empfangen, die ihre langen Peitschen knallen. Ja, die Amis verstehen es schon, alles in Szene zu setzen. ;-) Natürlich sind auch alle mit den typischen Colts bewaffnet, mit denen sie ab und zu auch in die Luft schießen. Wir betreten einen riesigen Saal mit vielen runden Tischen, an denen je 8 Personen Platz finden. In der Mitte der Tische stehen große Schüsseln mit Erdnüssen, mit denen wir uns die Zeit und den kleinen Hunger bis zum Essen vertreiben können. Kurze Zeit später beginnt das Vorprogramm, bei dem die Cowboys einige wirklich gute Kunststücke mit ihren Lassos und Revolvern vorführen. Anschließend werden alle Gäste begrüßt und die Staatsfahnen der Länder, aus denen die Besucher kommen, gehisst. Danach werden wir zum Essen gebeten. Okay, das Essen ist nicht schlecht, allerdings haben wir bisher immer weitaus besser gegessen. Aber das war uns schon von vornherein klar. Als Dessert gibt es Kuchen, zu dem wir auch noch einen Kaffee trinken. Als wir dann alle mit dem Essen fertig sind, beginnt das eigentliche Showprogramm. Es spielt eine Band, die aus 5 Männern und einer Frau besteht. Sie spielen und singen schöne Westernmusik, die echt gut klingt. Uns hat es wirklich gut gefallen.

Ebenezer’s Barn Show-Bühne Western Show

Es war ein richtig schöner Abend. Am Auto dann erwartet uns eine sehr kalte Überraschung. :-( Unsere Scheiben sind rundherum zugefroren. Und so müssen wir noch eine ganze Weile in der Kälte ausharren, bis wir wenigstens ein kleines Guckloch haben, um in das Hotel fahren zu können. Um 22:00 Uhr sind wir dann zurück in unserem Zimmer, das jetzt richtig muckelig warm ist. Wir gehen auch gleich schlafen.

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16. Tag => Fahrt nach Page

Übernachtung: Page | Hotel: Quality Inn at Lake Powell | Lage: gut | Ausstattung: gut | Frühstück: gut

Der eigentliche Plan war, den Sonnenaufgang am Bryce Canyon zu erleben. Okay, nachdem es jetzt einen verfrühten Wintereinbruch gegeben hat, haben wir diesen Plan schon gestern ad acta gelegt. Als Uwe heute Morgen gegen 07:00 Uhr aus dem Fenster schaut hat er Mühe, unser Auto, das direkt vor unserer Tür steht (Luftlinie 0,50 m) durch den dichten Nebel zu sehen. Wir ziehen uns noch einmal die dicke Decke bis über die Ohren und bleiben bis 08:00 Uhr im Bett. Kann auch schön sein. :-) Es ist kaum zu glauben, wir haben heute eine Außentemperatur von -4,4°C.

Nach der Morgentoilette gehen wir zum Frühstück. Es ist überall verdammt kalt, auch im Restaurant. Die Kellnerinnen haben alle ihre dicken Jacken über die Uniformen gezogen, nur wir sitzen hier wie in der Sommerfrische. Wir bestellen Eier, Toast und Hash Browns. Die Hash Browns schmecken überhaupt nicht und der Kaffee erst! Der ist so dünn, wenn wir nicht wüssten, dass wir Kaffee bestellt haben, hätten wir keine Ahnung was wir trinken. Ich glaube, hier wäre sogar Tee noch besser gewesen. Pfui Teufel! Und dafür latzen wir 24 $.

Nach dem Frühstück nutzen wir unser Zimmer noch bis kurz vor 11:00 Uhr, schließlich mussten wir ja gestern auch ungewöhnlich lange darauf warten. Ich habe vorsorglich das bitte-nicht-stören-Schild an die Tür gehängt. Dann packen wir langsam zusammen und checken aus. Wir haben jetzt richtig Glück, der dichte Nebel hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, so dass uns jetzt eine strahlende Sonne vom blauen Himmel entgegen lacht. Auf die Temperaturen hat dies leider keinen Einfluss, die bleiben hartnäckig unter der 0°C-Marke. Aber trotzdem beschließen wir kurzerhand noch einmal in den Nationalpark zu fahren. Schließlich haben wir hierfür ordentlich bezahlt und das Ticket gilt noch für 6 Tage. Wir fahren als erstes noch einmal zum Bryce Point, haben sogar Glück, heute sind noch keine Busse hier. Dieser Aussichtspunkt ist immer wieder spektakulär, egal zu welcher Tageszeit. Anschließend suchen wir noch einmal den Inspiration Point auf, den wir gestern ja fluchtartig verlassen mussten. Wow, zwischenzeitlich können wir tatsächlich einen dramatischen Temperaturanstieg verzeichnen. Wir haben gerade die 0°C-Marke erreicht. Und ich wundere mich, weshalb wir so schwitzen. :o Aber durch die Sonne empfindet man es gar nicht mehr als so kalt. Leider dauert es auch gar nicht lange und der Himmel zieht sich wieder zu. Und so wie das aussieht auch für eine etwas längere Zeit. Na okay, wir haben unsere Fotos im Kasten.

Bryce Canyon [1] Bryce Canyon [2] Abendessen mit Elke & Patrick

Wir machen uns jetzt auf den Weg nach Page, wo es laut Wetterkarte immerhin 16°C sein soll, plus wohlgemerkt. Es liegen jetzt 150 Meilen vor uns, unsere Else hat hierfür eine Zeit von 3 Stunden berechnet. Der eigentliche Plan war ja über die Cottonwood Canyon Road zu fahren. Leider sind die meisten Dirtroads aufgrund der vielen und starken Regenfälle der letzten Wochen gesperrt. Also können wir das knicken und fahren zivilisiert über den asphaltierten Highway. Zunächst noch ein Stück auf dem Scenic Highway 12, der uns noch einmal am Red Canyon vorbei führt. Da das Licht heute aber genauso bescheiden ist wie vor zwei Tagen müssen wir nicht noch einmal anhalten. Wir bleiben für ca. 15 Meilen auf der 12 und stoßen dann direkt auf den Highway 89, den wir in südlicher Richtung abbiegen. Auch hier ist die Landschaft noch lange Zeit geprägt von den roten Nadeln des Bryce Canyons. So wie wir an Höhenmetern verlieren steigen die Temperaturen. Wir haben jetzt bereits 57°F, das sind immerhin fast 14°C. Yippiee! Wir passieren einige Nester, die die Bezeichnung “Ort” einfach nicht verdienen. Hin und wieder entdecken wir auf unserer Fahrt einige nette Farmhäuser oder B&B’s. Auffällig auf dieser Strecke ist die hohe Präsenz von Highway Patrol und Sheriffs. Uwe wurde auch über viele Meilen hinweg von einem Highway-Patrol-Fahrzeug verfolgt. Da wird man mit der Zeit ganz schön nervös. Aber Uwe hat sich strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten und ist teilweise sogar noch drunter geblieben. Irgendwann wurde es dem Officer vermutlich zu langweilig und er hat uns überholt. Hey Freundchen, bleib bloß im Limit! ;-)

Dann erreichen wir das Städtchen Kanab, das ein gewisses Flair von Westernromatik verströmt. Es ist sehr überschaubar, viele Einwohner können hier nicht ansässig sein. Ich brauche mal eine Pause. Praktischerweise hat Uwe direkt vor einem Levis-Store gehalten, den wir jetzt erst einmal unter die Lupe nehmen wollen. Nachdem wir uns nun die Beine etwas vertreten haben fahren wir die restliche Strecke bis nach Page ohne weitere Pause durch.

Kurz nach 14:00 Uhr erreichen wir das Quality Inn, in dem wir bereits vor 2 Jahren gewohnt haben. Da wir jetzt von Utah nach Arizona gefahren sind, haben wir glatt eine Stunde gewonnen, denn zwischen den beiden Staaten besteht eine Stunde Zeitunterschied. Schön für uns. ;-) Das Hotel ist komplett ausgebucht, wie bereits ein Schild an der Eingangstür ankündigt. Meine Güte, was ist bloß in diesem Jahr hier im Südwesten los? Überall ist alles ausgebucht. Wir beziehen unser Zimmer mit den zwei Queensizebetten. Ich denke, hier können wir uns die nächsten vier Tage wohlfühlen. Heute Abend sind wir mit Elke und Patrick aus Düsseldorf verabredet. Die beiden kennen wir aus einem Reiseforum und haben uns schon einige Male in Köln beim Forentreffen getroffen. Hier in Page gibt es einen guten Mexikaner, in dem wir uns gegen 19:00 Uhr zum Essen verabredet haben. Die beiden haben heute ihren letzten Tag in Page und reisen morgen wieder ab. Schön, dass sich unsere Tour wenigstens für einen Abend gekreuzt hat.

Bis zum Abendessen haben wir also noch ein bisschen Zeit, die wir nutzen wollen, um unsere Vorräte aufzufrischen. Zwei Blöcke weiter ist ein großer Supermarkt “Safeway”, für den wir natürlich auch eine Rabattkarte haben. Wir decken uns ein mit Getränken, Brötchen, Käse und Kartoffelsalat. Wir kaufen uns auch einige Kuchenteilchen, zu denen wollen wir uns bei Starbucks, der hier im Supermarkt untergebracht ist, Kaffee holen. Ich kann gerade noch einen freien Tisch bei Starbucks ergattern, derweilen Uwe unseren Kaffee holt. Hier tanzt der Bär, man sieht den Starbucks vor lauter Leuten nicht. Und so sitzen wir nichtsahnend, genießen unseren Kaffee und die Kuchenteilchen dazu, da stehen plötzlich Elke und Patrick vor uns. Das gab vielleicht ein Hallo. Ist schon komisch, so fern der Heimat urplötzlich bekannte Gesichter zu treffen, auch wenn man sich für später verabredet hatte. Natürlich setzen die beiden sich dazu und so trinken wir noch einen Cappuccino und tauschen schon mal alle Neuigkeiten aus. Eine Stunde später verabschieden wir uns für eine Weile und beschließen, uns bereits 18:30 Uhr zu treffen.

Die beiden wollen uns abholen, da sie ziemlich außerhalb ein Hotel haben und sowieso mit dem Auto fahren müssen. Pünktlich sind sie da und wir fahren die vier Straßen weiter zum Mexikaner. Noch bevor wir die Bestellung aufgeben, bekommen wir einen großen Korb mit noch warmen Tacos und richtig scharfer Salsa. Die ist schon mal richtig gut. Wenn man mal von der Geräuschkulisse hier im Restaurant absieht, die natürlich der Fülle geschuldet ist, ist es richtig gemütlich. Das Lokal ist in warmen mediterranen Farben gehalten. Die Speisekarte ist sehr umfangreich. Uwe bestellt sich wieder Fajitas Mole, die scharfe Schokoladensauce und ich entscheide mich für Taco Pescado. Hmmm! Superlecker! Weiche Tortilla mit gegrilltem Fisch, Salat, Bohnen und Gemüsereis. Leider nur wie immer viel zu viel. Entgegen der sonstigen amerikanischen Gepflogenheiten, sofort nach der Hälfte der Portion die Rechnung zu erhalten, stört sich hier keiner daran, dass wir noch sitzen und klönen. Wir trinken jede Menge Bier, Uwe Bud und ich Corona und tauschen mit Elke und Patrick unsere Erlebnisse aus. Es ist ein schöner Abend mit den beiden und der Gesprächsstoff geht uns natürlich nicht aus. Allerdings erfahren wir auch, dass wir unsere für diese Gegend geplanten Touren vermutlich alle knicken können. Sämtliche Dirtroads sind gesperrt oder nicht befahrbar. Na klasse! Schade, dass die beiden morgen bereits abreisen. Wir zahlen für das gute Essen und das viele Bier inklusive Trinkgeld 60 $.

Gegen 22:30 Uhr sind wir wieder im Hotel und gehen auch gleich schlafen.

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17. Tag => Lower Antelope Canyon & Horseshoe Bend

Übernachtung: Page | Hotel: Quality Inn at Lake Powell | Lage: gut | Ausstattung: gut | Frühstück: gut

07:30 Uhr klingelt der Wecker. Natürlich ist mein Schatz heute der erste, der mir zum Geburtstag gratuliert. Es sind jede Menge Glückwünsche per Email und SMS gekommen. Finde ich immer total schön, auch so weit weg von zu Hause Glückwünsche zu bekommen.

Wir frühstücken im Restaurant, das direkt im Hotel ist. Das Frühstück ist hier mal wieder im Zimmerpreis inkludiert und für amerikanische Verhältnisse sehr gut, die Auswahl ist groß. Man kann am Buffet zwischen warm und kalt wählen, es gibt Joghurt und frisches Obst. Also wirklich richtig üppig. Vom Restaurant aus kann man durch große Panoramafenster auf den Lake Powell schauen. Leider ist das auch wieder so ein großes Hotel, welches gern von Busveranstaltern angefahren wird und dementsprechend voll und laut ist es hier am Morgen. :-(

Für heute haben wir uns den Antelope Canyon vorgenommen. Man unterscheidet beim Antelope Canyon den Upper und den Lower Canyon. Der Lower Antelope Canyon und der Upper Antelope Canyon sind zwei relativ kurze Slot Canyons. Sie wurden vom Antelope Creek gebildet, einem etwa 30 km langen und nur selten Wasser führenden Bach (nach Sturzregen im Ursprungsgebiet in den Mormon Ridges). Die meiste Zeit über sind die Canyons trocken und zugänglich. Wenn Regenfälle angekündigt sind, ist es verboten, die Canyons aufgrund von Sturzflutgefahr zu betreten. 1997 kamen bei einer solchen Sturzflut – die außerhalb des Canyons völlig unspektakulär verläuft – im Lower Antelope Canyon 11 Touristen ums Leben. Die Canyons liegen in der Navajo-Nation-Reservation in Arizona und werden von den Navajo betreut und verwaltet.

2005 waren wir mit Ulis im Upper Canyon, der uns schon sehr beeindruckt hat. Heute wollen wir uns den Lower Canyon vornehmen. Auf der Fahrt zum Upper Cayon, wo wir uns die Eintrittskarten für den Canyon kaufen wollen, stellen wir fest, dass sich hier seit dem letzten Mal unheimlich viel getan hat. Die Straße zum Parkplatz ist jetzt geteert. Und statt der 30 Dixies, die hier standen, hat man jetzt richtige Toilettenhäuschen gebaut. Am Eingang zum Canyon fragen wir nach dem Lower Canyon und erfahren, dass wir hier falsch sind. Wir müssen den Interstate überqueren und auf die andere Seite fahren, wo es wohl auch noch einen Eingangsbereich gibt. Hier ist alles aber noch sehr provisorisch, es führt eine schlechte Dirtroad zum Eingang.

Zunächst zahlen wir jeder 6 $ dafür, dass wir Navajo-Land betreten haben. Wir fragen nach einer Fototour. D.h. wir möchten allein durch den Canyon laufen und nicht mit einer Gruppe durchgejagt werden. Dafür zahlen wir noch einmal jeder 20,00 $. Das ist ganz schön happig. Wir müssen uns einen „Presseausweis“ mit der Aufschrift „photo tour“ um den Hals hängen, so dass wir für jeden gleich erkennbar sind und dürfen 2 Stunden allein durch den Canyon streifen. Es ist 10:30 Uhr. Ich weiß gar nicht, wie oft uns die Navajo-Frau ermahnt hat, nach 2 Stunden wieder aus dem Canyon heraus zu kommen und ja nicht die Zeit zu vergessen. Und das alles mit erhobenem Finger. :o

Am Kassenhäuschen steht bereits eine Gruppe von ca. 15-20 Leuten, die auf eine Führung warten. Sie maulen, als wir uns an ihnen vorbei schieben. Mit einem breiten Grinsen zeigen wir auf unseren „Presseausweis“ ;-) und melden uns bei einem indianischen Guide, der uns zum Canyoneingang bringt. Auch er ermahnt uns noch einmal, die Zeit im Auge zu behalten und darauf zu achten, dass wir uns im Canyon nicht verletzen oder den Kopf stoßen. Dann sind wir uns selbst überlassen und können in den Canyon hinab steigen.

Der Antelope Canyon, egal ob Lower oder Upper, ist ein Traum für jeden Fotografen. Licht und Farben, die je nach dem Sonnenstand wechseln, verzaubern diese enge Schlucht in eine einmalige, unwirkliche Märchenwelt. Diese Canyons, die aus Navajo-Sandstein bestehen, sind enge, durch Wassererosion entstandene Einschnitte im Gestein. Die Farbpalette reicht, auch immer abhängig vom Sonnenlicht, von gelb-orange in den oberen Bereichen über alle Rot-, Blau- und Lilatöne im mittleren Bereich bis zu dunkelgrau am Canyonboden.

Wir steigen erst einmal in den Canyon hinunter. Von oben sieht das Ganze nur wie ein Erdspalt aus. Wir klettern einige steile Stahlleitern hinab und immer, wenn wir glauben, wir sind unten angekommen, erwartet uns die nächste Leiter abwärts. Je tiefer wir die Treppen hinab steigen umso mehr tauchen wir ein in eine Wunderwelt von unglaublichen Farben und Formen. Das diffuse Tageslicht, das nur durch einen Spalt von ganz oben in den Canyon scheint, verwandelt die Canyonwände in überdimensionale surrealistische Gemälde. Wir stehen wirklich da und haben den Mund vor Staunen geöffnet. Es ist einfach unglaublich, was hier durch Wassererosion entsteht. So grandios modelliert – ein Künstler könnte diese Präzision nicht kopieren.

Lower Antelope Canyon [1] Lower Antelope Canyon [2] Lower Antelope Canyon [3]

Der Canyon ist sehr schmal und teilweise müssen wir die Luft anhalten, Bauch einziehen und uns mächtig hindurch schlängeln. Und es geht immer weiter nach unten. Es dauert nicht lange und wir werden von der Gruppe, die uns vorhin maulend vorbei lassen musste, überholt. Sie sind mit einem Guide unterwegs, der ihnen sicherlich auch eine Menge erzählt. Schlecht ist nur, hier kann man maximal im Gänsemarsch hindurch, die letzten der Gruppe werden also seinen Ausführungen nicht mehr folgen können. Uns ist es aber lieber, auch wenn wir wahrscheinlich mehr bezahlt haben, dass wir unsere Ruhe haben, alles zu bestaunen und zu fotografieren. Wir sind auch nicht die einzigen Fotografen hier unten, es laufen noch andere mit „Presseausweis“ herum. Manchmal ist es recht schwierig, sich gegenseitig nicht im Weg oder auf dem Bild zu stehen.

Irgendwann quält sich dann die mittlerweile vierte Gruppe an uns vorbei, denen wir oft nur Platz machen können, in dem wir irgendwie die Felswände hochklettern und versuchen, nicht runter zu rutschen. Der Guide schaut auf Uwe’s Presseausweis und weist ihn darauf hin, dass wir nur noch 30 Minuten im Canyon bleiben dürfen. Es ist kurz vor 12:00 Uhr. Er meint, jetzt müssten wir uns aber beeilen, wir hätten gerade mal die Hälfte des Canyons erreicht. Ach du lieber Gott, woher sollen wir denn wissen, wie lang dieser Canyon ist. Er bietet an, oben Bescheid zu geben, dass wir um eine Stunde verlängern wollen. Uwe zahlt ihm 10 $ für die Verlängerung. Nun müssen wir uns aber mächtig beeilen. Das ist leichter gesagt als getan. Zum einen wird es immer enger und zum anderen sind wir einfach überwältigt von diesem Naturwunder.

Lower Antelope Canyon [4] Lower Antelope Canyon [5] Lower Antelope Canyon [6]

Als wir gerade noch 10 Minuten bis zum Ablauf unserer Verlängerung haben, also 13:20 Uhr, erreichen wir den Canyonausgang und müssen über lange, steile Stahlleitern wieder nach oben steigen. Vom Canyonausgang bis zum Kassenhäuschen quälen wir uns schnellen Schrittes einen steilen Berg hinauf und stehen genau eine Stunde später, als auf unserem „Presseausweis“ steht, vor der Navajo-Frau am Kassenhäuschen. Tja und hier werden wir noch einmal kräftig zur Kasse gebeten. Wir müssen jeder noch einmal 20 $ für eine Stunde Verspätung zahlen. Der Guide, dem Uwe 10 $ gezahlt hat, hatte vermutlich nie im Sinn, irgendjemanden Bescheid zu sagen und vermutlich hätte es auch nichts genützt. Die Frau wurde jedenfalls angeblich von niemandem informiert. Ich versuche, mit ihr darüber zu diskutieren, dass die nochmaligen 20 $ pro Person ja wohl in keinem Verhältnis stehen. Sie lässt sich auf keine Diskussion ein und beruft sich auf die (Rules) Navajogesetze und darauf, dass sie uns ja mehrfach darauf hingewiesen hat, die Zeit nicht zu überschreiten. Was will man da machen? Wir haben auch keine Lust, skalpiert an irgendeinem Marterpfahl zu stehen. ;-) Die zocken die Touris hier aber so richtig ab. Wir haben jetzt tatsächlich 102 $ für drei Stunden Fotospaß bezahlt. Nicht schlecht!

Heute Abend wollen wir noch zur „Great Wall“. Diese Sunset Location ist natürlich auch auf Navajoland angesiedelt was heißt, dass wir auch hierfür ein Permit benötigen. Das müssen wir aber auf der anderen Straßenseite, am Eingang des Upper Canyon kaufen. Das kostet uns auch noch einmal 10 $ und ist auf einen Tagesbesuch beschränkt.

Von hier aus fahren wir zum Horseshoe Bend, also Richtung Flagstaff und erreichen alsbald den sandigen Parkplatz, der rammelvoll ist. Ich weiß gar nicht, wo ich das Auto abstellen soll. Aber Gott sei Dank fährt vor mir gerade ein Auto aus einer Parklücke, in die ich rasant einparke. Puh, Schwein gehabt – man muss nur schnell genug sein. ;-) Wir zählen auf dem Parkplatz 3 große Reisebusse, was die Anzahl der Menschen mit einem Schlag erhöht. :-(

Bevor wir zum Aussichtspunkt aufbrechen machen wir eine Lunchpause und essen unser Schinken-Käse-Brötchen und Kartoffelsalat. Vom Parkplatz aus führt ein sandiger Weg einen kleinen Hügel hoch. Der Weg ist sehr moderat. Störend ist nur der doch etwas tiefere Sand, der vorzugsweise immer in die Schuhe fließt. Auch unsere Trekkingsandalen sind hierfür nicht so sehr geeignet. Nach ca. 10 Minuten erreicht man dann die große Abbruchkante und schaut auf die große grüne Schleife des Colorado Rivers. Einfach gigantisch! Beim ersten Mal hat es uns wirklich die Sprache verschlagen. Der Anblick ist einfach überwältigend. Auch heute, beim zweiten Besuch, können wir uns nicht sattsehen. Die roten Canyonwände fallen hier mehrere Hundert Meter ab und bilden einen tollen Kontrast zum grünen Colorado.

Horseshoe Bend Page Sunset [1] Page Sunset [2]

Auf dem Weg zurück zum Auto können wir schon am Horizont eine dicke Wolkenwand aufziehen sehen. Es gibt zwar noch einige blaue Lücken, aber die Wand schließt sich doch sehr schnell. Rasch fahren wir zum Parkplatz der Great Wall. D.h. rasch fahren wir gar nicht sondern sogar immer noch unter dem Limit. Es ist erschreckend viel Highway Patrol unterwegs, die permanent Autofahrer stoppt. Da wollen wir uns nicht unbedingt einreihen.

Als wir den Parkplatz erreichen, der direkt am Highway 89 (an einer Brücke) am Milemaker 542 liegt, ist von der Sonne schon gar nichts mehr zu sehen sondern nur noch eine geschlossene Wolkendecke. Das ist aber auch ein Mist! :-( Hier ist auch der Zugang zum Water Holes Canyon. Nachdem wir uns durch den Zaun geschlängelt haben laufen wir entlang der Canyonkante Richtung Osten. Wir können die Great Wall schon von Weitem sehen, die sich hier N 36°50’02” – W 111°30’04” befindet. Vom Parkplatz aus sind es ca. 1,7 km. Irgendwie habe ich überhaupt keine Lust mehr, dorthin zu laufen. Die Sonne ist schon lange weg, ich weiß gar nicht, was wir dort noch wollen. Und so stolpere ich knurrend und murrend und maulend hinter Uwe her und kann ihn nach der Hälfte des Weges von der Umkehr überzeugen. Natürlich ist er ziemlich enttäuscht, weil das einfach eine geile Fotolocation ist. Aber bitte nicht bei diesem Licht. Das einzige was sicher ist, wir werden bald nass bis auf die Haut, so wie der Himmel aussieht. Wir drehen also um, haben 10$ für umsonst gezahlt und müssen halt in den sauren Apfel beißen, für morgen noch einmal ein Permit zu kaufen. Das werden wir dann aber erst am Nachmittag machen wenn sicher ist, dass wir auch Abendlicht haben.

So fahren wir ins Hotel zurück und sichten zunächst unsere mehr als 400 Fotos aus dem Antelope Canyon. Während wir ganz konzentriert Foto für Foto begutachten brennt derweilen draußen der Himmel. Ich sehe nur aus den Augenwinkeln das unglaubliche Rot am Himmel. Hier ist gerade ein Sonnenuntergang am Werk, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Wir schnappen uns sofort unsere Kameras und stürmen durch die Terrassentür nach draußen, um dieses Schauspiel festzuhalten. Jetzt könnte ich mich glatt in den Hintern beißen, dass ich Uwe zur Umkehr gedrängt habe. Was wären das für geile Farben an der Great Wall geworden. Sch…..! Ich glaube, Uwe ist jetzt auch ein bisschen traurig. < schluchz >

Anschließend gehen wir duschen und dann zu Fuß zum Essen. Ich habe mir für heute Abend noch einmal ein Steakhouse ausgesucht, das einige Straßen von unserem Hotel entfernt ist. Wir haben zwar keinen Tisch reserviert bekommen aber problemlos sofort einen zugewiesen. Keine 15 Minuten später ist das Restaurant gekracht voll. Wir wählen beide das Top Sirloin Steak mit Ofenkartoffel bzw. Uwe mit Pommes. Zum Gericht gehört noch eine Vorsuppe und Salatbüfett, an dem man sich selbst bedient. Die Suppe ist richtig gut, eine Tomatensuppe mit großen Tomatenstücken. Uwe trinkt Bier dazu und ich wieder einen kalifornischen Rotwein. Wir zahlen inklusive Trinkgeld 60$.

Nach dem Essen schlendern wir gemütlich ins Hotel zurück und liegen um 22:00 Uhr bereits im Bett. Wieder ist ein schöner und erlebnisreicher Tag zu Ende. Wir beide sind heute sowas von platt, man glaubt ja gar nicht, wie anstrengend Fotografieren ist. ;-)

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18. Tag => Stud Horse Point

Übernachtung: Page | Hotel: Quality Inn at Lake Powell | Lage: gut | Ausstattung: gut | Frühstück: gut

Für heute haben wir uns die Wanderung zum Yellow Rock und Red Top vorgenommen. Wir frühstücken ausgiebig und kräftig. Anschließend packen wir alles zusammen und machen uns auf den Weg zum Yellow Rock.

Hierzu fahren wir zunächst den Highway 89 Richtung Westen bis auf der rechten Seite der Abzweig zur Cottonwood Canyon Road kommt. Da wir die Straße nun schon oft gefahren sind, kennen wir den Abzweig, man kann ihn aber auch nicht verfehlen, da er gut sichtbar ausgeschildert ist. Patrick und Elke haben uns berichtet, die Cottonwood kann man nicht fahren, die ist aufgrund der Regenfälle unpassierbar. Wir wollen es trotzdem versuchen, mal sehen, ob wir die 14 Meilen offroad bis zum „Parkplatz“ Yellow Rock schaffen. Sie sieht am Anfang eigentlich ganz gut aus und lässt sich verhältnismäßig gut fahren. Nachdem wir ca. die Hälfte der Strecke, also 7 Meilen, hinter uns gebracht haben, kommt uns ein WoMo entgegen, dessen Farbe vor lauter Schlamm und Dreck nicht erkennbar ist. Wir halten und lassen das Fenster runter. Wir wollen uns über den weiteren Straßenzustand informieren. Der Fahrer, ein älterer Herr mit Rauschebart, lacht und meint, wir sollten uns doch sein Fahrzeug anschauen, da wüssten wir, wie der Straßenzustand ist. Wir sagen ihm, dass wir eigentlich nur noch 7 Meilen fahren müssen, ob die wohl noch okay sind. Er meint, noch ca. 2 Meilen, dann ist absolut Schluss, ab da beginnen die tiefen Schlammlöcher. Na gut, was nicht geht, geht halt nicht. Wir haben keine Lust, stecken zu bleiben. Dann können wir halt nicht auf den Yellow Rock. :-( Ist aber auch totaler Mist hier, wenn es geregnet hat, weil es nur die eine geteerte Straße gibt. Und es muss mächtig geschüttet haben, denn seit Tagen ist es sonnig und warm. Und trotzdem sind die Straßen lange Zeit nicht befahrbar.

Tja was nun? Wir entschließen uns, zu Edmaiers Secret zu wandern. Wir fahren zum Highway 89 zurück und weiter Richtung Kanab. Die Strecke wird dann bergig und windet sich sehr kurvenreich die Cockscombs hinauf. Nach einer sehr ausgeprägten Rechtskurve muss man dann auf den gleich darauf folgenden Abzweig achten. Vom Highway geht es links auf die Houserock Valley Road ab, auch eine Dirtroad. Wir fahren jetzt ca. 5 Meilen auf der Houserock Valley Road, die sich auch einigermaßen gut befahren lässt. Sie ist trocken, zumindest bis zum Parkplatz, von dem aus der Trail zu Edmaiers Secret beginnt. Der Straßenzustand allerdings ist mehr als schlecht. Wir fahren die gesamte Zeit eigentlich nur über extremes Waschbrett, was sehr unangenehm ist.
Endlich haben wir den Parkplatz zum Trail Buckskin Gulch erreicht (N 37°04’01.48” – W 112°00’02.91”). Auch hier müssen wir eine Gebühr von 6$ pro Person entrichten. Uwe füllt gerade den Umschlag aus mit Datum, Namen und Autokennzeichen, in dem wir das Geld deponieren wollen. Ich schaue mich derweilen mal nach dem Startpunkt unserer Wanderung um. Wir wissen, dass wir ein relativ langes Stück in einem Wash laufen müssen und dass das Laufen aufgrund des tiefen Sandes wohl auch sehr anstrengend sein wird. Ja und nun stehe ich vor diesem Wash und entdecke statt des tiefen Sandes nur tiefen Schlamm und Morast. Gerade noch rechtzeitig kann ich Uwe davon abhalten, den Umschlag mit dem Geld in die dafür vorgesehene Box zu werfen. Durch diesen dicken Schlamm und Morast können wir unmöglich laufen. Können vielleicht schon – aber wollen wir das wirklich? Also blasen wir diese Wanderung auch wieder ab. Das ist aber wirklich auch zum Heulen. :-(

Wir nutzen den Parkplatz für ein kleines Picknick und gehen derweilen die Möglichkeiten durch, die wir evtl. noch haben. Viele sind es echt nicht mehr. Für morgen haben wir ein Permit für die Coyote Buttes South. Das Permit hat Uwe wieder über die Internet-Lotterie gewonnen. Keine Ahnung, ob wir da überhaupt hinfahren können. Patrick erzählte uns auch von vielen Leuten, die zwar ein Permit für die Wave oder auch Coyote Buttes South haben, aber einfach nicht hin konnten, weil die Dirtroads nicht befahrbar sind. Wir haben alle Reiseunterlagen dabei, die Uwe zu Hause erstellt hat. Dabei finde ich einen Vorschlag von der Westernlady, den Stud Horse Point. Das wäre eigentlich auch eher eine Sunset-Location mit großen interessanten Hoodoos und einem tollen Blick auf den Lake Powell von einem Plateau an einer Abbruchkante. Wir werden diesen Aussichtspunkt aber jetzt in Angriff nehmen, sofern wir die Dirtroad dorthin fahren können.

Zunächst müssen wir die Houserock Valley Road zurück zum Highway 89 und hier halten wir uns dann wieder Richtung Page. Zwischen Milemarker 555 und 556 (N 36°59’02.20″ – W 111°33’07.10″) biegen wir rechts auf eine kleine geteerte Straße ab. Die Straße hätte man lieber ungeteert lassen sollen, denn auf dieser hopsen wir von einem Schlagloch ins nächste. Das ist ja grausig! Da sind ja die meisten Dirtroads besser. Gott sei Dank aber geht die geteerte Straße sehr schnell in Dirtroad über, die sich super fahren lässt. Man passiert permanent kleine „Kreuzungen“ oder Y-Gabelungen, hinter denen dann die Straßen immer schmaler werden, bis wir dann nur noch einen klitzekleinen Feldweg entlang fahren, bevor wir den beschriebenen Parkplatz erreichen (N 36°59’21.07″ – W 111°36’07.57″). Natürlich sind wir allein hier. Wir laufen die wenigen Meter bis zum Plateau und haben tatsächlich einen sagenhaften Blick auf den Lake Powell in der Ferne, während wir umgeben von lauter großen und kleinen Hoodoos sind. Uwe und Hoodoos! Er springt auf dem Plateau herum wie Rumpelstilzchen und ist vor Freude außer sich. :-) Okay, ich finde sie ja auch ganz nett, kann aber seine Begeisterung für Hoodoos nicht so ganz teilen. Ich begnüge mich derweilen damit, die wirklich tolle Aussicht zu genießen, während Uwe die Burschen aus allen möglichen Perspektiven ablichtet.

Hoodoos am Stud Horse Point [1] Hoodoos am Stud Horse Point [2] Blick zum Lake Powell

Da ja eine Uwe-Fotosession gewöhnlich immer etwas länger dauert hatte ich genügend Zeit, mir Gedanken über unsere nächsten Tage hier in Page zu machen. Aufgrund dessen, das wir vermutlich nicht wirklich viel unternehmen können, kam mir der Gedanke, vorzeitig abzureisen. Nachdem Uwe seine Fotos im Kasten und damit den Kopf wieder frei für Gespräche hat, unterbreite ich ihm den Vorschlag. Er stimmt mir zu, denn noch zwei Tage den Highway 89 hoch und runter zu fahren, macht nicht wirklich Sinn. Und die Dirtroads sind ja nun mal alle unpassierbar.

Auf dem Weg zurück nach Page machen wir noch einen kurzen Stopp im Visitor Center um herauszufinden, ob wir evtl. morgen zum Alstrom Point fahren können. Aber die Herrschaften dort haben auch keine genauen Informationen. Und auf eventuell und vielleicht können wir uns bei einer so langen Strecke auf einer Dirtroad nicht verlassen. Da müssen wir schon genau wissen, ob man fahren kann oder nicht. Also bleibt es bei der Abreise morgen Früh. Wir haben uns überlegt, kurzfristig noch einen Tag im Valley of Fire zu verbringen. Deshalb fahren wir von hier aus erst mal wieder ins Hotel zurück, um dort die Möglichkeiten zu prüfen, ob wir in der Nähe des Valley of Fire noch kurzfristig ein freies Hotel finden. Vor zwei Jahren haben wir in Overton in einem Best Western übernachtet. Aber irgendwie kommen wir nicht in die Buchung rein, das Best Western scheint es nicht mehr zu geben. Die nächste Möglichkeit wäre eine Übernachtung in Mesquite, das zwar ca. 45 Meilen vor dem Valley of Fire liegt, aber dennoch machbar wäre. Hier gibt es auch ein Best Western. Ein Doppelzimmer mit Kingsizebett und in der ADAC-Rate kostet 71 $. Das buchen wir jetzt glatt.

Jetzt machen wir uns nochmal auf den Weg zur Navajo-Station und wollen uns erneut ein Permit für die Great Wall holen. Heute gibt es einen fantastischen Sonnenuntergang. Deshalb, und weil wir ja nun morgen Früh abreisen, wollen wir heute noch einmal dorthin laufen. Es ist 16:10 Uhr, als wir an dem Kassenhäuschen eintreffen, das wir geschlossen vorfinden. Zwei Navajo lümmeln noch herum, haben die Beine auf dem Tisch und meinen auf unsere Frage nach dem Permit, sie haben jetzt Feierabend. Wir sollen morgen wiederkommen. Uwe ist total stinkig. Das gibt es doch gar nicht. Es sind auch nirgends Geschäftszeiten angeschrieben, nur dass sie täglich geöffnet haben. Vermutlich haben sie heute wieder genügend Geld eingenommen und haben es nicht mehr nötig, für 10$ ein Permit zu verkaufen. Wir drehen also um und müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am Eingang steht die Navajo-Frau, bei der wir gestern das Permit gekauft haben und will gerade das Tor schließen. Ich frage sie auch noch einmal, ob sie uns nicht noch ein Permit verkaufen kann, da wir morgen Früh abreisen. Nein, das geht nicht, sie hätte sich schon aus allem ausgeloggt. Aus was denn ausgeloggt, bitte schön? Hier läuft alles cash und ohne PC. Wir sind beide ziemlich sauer und fahren ins Hotel zurück. :-( Ohne Permit bzw. mit dem alten von gestern wollen wir es nicht wagen, zur Great Wall zu laufen. Wer weiß, ob die nicht die Fahrzeuge kontrollieren und welche saftigen Strafen die verhängen, wenn man sich unerlaubt auf deren Gelände befindet.

Wieder im Hotel angekommen duschen wir erstmal und fahren dann noch einmal zum Mexikaner. Auch heute ist es wieder rappelvoll. Uwe bestellt sich Enchiladas mit Huhn und Spiegelei und ich wähle Beef Fajitas. Dazu gibt es Reis und schwarze Bohnen. Meine Rinderstreifen dampfen und zischen noch, als man sie mir in einer Pfanne serviert. Das Essen ist wieder superlecker. Heute ist es recht günstig, wir zahlen nur 35 $ inklusive Trinkgeld. Nun noch rasch in den Supermarkt und ein paar Getränke gekauft. Uwe grinst mir aus dem Kühlregal entgegen. Er hat Häagen Dasz Mintchip entdeckt, das er unmöglich stehen lassen kann. ;-) Das Eis genießen wir im Hotel. Anschließend packen wir schon mal im Groben zusammen und gehen gegen 22:00 Uhr schlafen. Eigentlich wollten wir ja an der Bar einen Cocktail trinken. Das fällt uns aber erst ein, als wir schon im Bett liegen. Hmmm, doof gelaufen. Heute war überhaupt der erste Tag, der nicht so lief, wie wir uns das gedacht haben.

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19. Tag => Fahrt nach Mesquite

Übernachtung: Mesquite | Hotel: Best Western Mesquite Inn | Lage: gut | Ausstattung: gut | Frühstück: befriedigend

Obwohl wir gestern so gut wie nichts gemacht haben, schlafe ich bis 07:30 Uhr wie eine Tote. Nach dem Frühstück packen wir und checken um 10:30 Uhr aus. Die Strecke nach Mesquite ist nicht so weit, es sind nur 192 Meilen und davon den größten Teil auf dem Highway 89. Wir werfen noch einmal einen Blick auf die Wahweap Marina.

Ich habe die erste Strecke übernommen. Meine Güte, es ist nach wie vor unheimlich viel Polizei und Highway Patrol unterwegs. Das ist uns sonst noch nie so aufgefallen. Deshalb halten wir uns auch strikt an das Tempolimit von 75 m/h, obwohl wir sonst auch immer etwas flotter unterwegs sind. Ist ja mit dem Tempomat auch kein Problem. Wir könnten tagelang einfach nur durch dieses Land fahren ohne zu halten. Das Autofahren macht hier wirklich richtig Spaß: Tempomat rein, Rollen lassen und dabei die grandiose Landschaft genießen. In Kanab tauschen wir die Plätze und „rollen“ weiter und ich nutze die Zeit, das Tagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen. Ich möchte nur wissen, wer das dann noch entziffern kann.
Den nächsten Stopp machen wir wieder in St. George bei Carl’s Jr. So einen “Famous Star® with Cheese” können wir uns einfach nicht entgehen lassen, hier muss man einfach mal vom Highway runter. Dabei denken wir an unseren ersten Stopp, meine Güte, wo ist bloß die Zeit hin. Sind schon wieder fast 3 Wochen vorbei? :-( Kurz vor St. George sind wir bereits auf den Interstate 15 nach Las Vegas aufgefahren. Aber das ist heute noch nicht unser Ziel. Wir fahren in Mesquite vom Interstate ab und vor dem Best Western vor.

Hier können wir bereits um 14:30 Uhr unser Zimmer beziehen, das leider in der ersten Etage liegt. D.h. die Taschen und sämtliche Tüten und Beutel, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben, dort hinauf schleppen. Unser Zimmer ist sehr gemütlich und groß. Super! Wieder ein Kingsizebett, Couch und Kühlschrank, sauberes Bad. Das und WLan – mehr brauchen wir nicht. Wir halten uns aber gar nicht lange auf, stellen nur unser Bier in den Kühlschrank und machen uns 30 Minuten später gleich wieder auf den Weg ins Valley of Fire.

Es ist bereits 16:00 Uhr, als wir den kleinen State Park erreichen. Man kann sagen, es ist derzeit unser Lieblingspark hier in der Mojave Wüste. Leider ist der Himmel komplett mit Schleierwolken zugezogen. Dies haben wir bereits während der Fahrt hierher mit Entsetzen beobachtet. Wer weiß, ob das heute noch einen Sonnenuntergang gibt. Wir fahren auch sofort zum Fire Canyon, da wir hier den Fire Canyon Arch fotografieren wollen. Der Weg vom Parkplatz der Rainbow Vista bis zum Arch ist auch nicht so lang. Uwe platziert sein Stativ und geht in Wartehaltung. Ich lasse ihn sitzen und gehe meine eigenen Wege und finde die tollsten Fotomotive.

Sandstone Eyes Blick durch den Fire Canyon Arch Sunset im Valley of Fire [1]

Und dann kommt plötzlich doch noch einmal die Sonne raus, sie hat noch eine kleine Lücke zwischen Horizont und Wolkendecke gefunden. Das ist der absolute Hammer, wie dadurch auf einmal die Farben der Felsen zum Glühen gebracht werden. Das Licht ist einfach unbeschreiblich. Der Fire Canyon Arch strahlt in einem Goldton und dahinter der dunkle Himmel. Der Kontrast ist einfach atemberaubend. Wir warten, bis auch der letzte Sonnenstrahl verschwunden ist, ehe wir uns dann auf den Weg zum Parkplatz machen. Plötzlich entdeckt Uwe noch eine Herde Springböcke. Ihm gelingen sogar noch einige ganz gute Aufnahmen. Die Dämmerung dauert hier nicht lange und weicht alsbald der Dunkelheit. Aber zu unserem Glück haben wir Vollmond, der die glutroten Felsen wieder in einem anderen, mystischen Licht ausleuchtet. Wir kommen einfach nicht voran. Ständig halten wir wieder an, um weitere Aufnahmen zu machen.

Sunset im Valley of Fire [2] Springböcke im Valley of Fire Moonlight

In Overton machen wir noch einen kurzen Tankstopp. Wird wohl das letzte Mal gewesen sein, dass wir tanken. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Kiste noch leer fahren. Gleich daneben ist ein kleiner Supermarkt, in dem wir uns noch Brot für unser Picknick morgen im Valley of Fire holen. Ach wie schön, es gibt auch Häagen Dasz Mintchip. Das ist doch genau das richtige für unsere „lange“ Heimfahrt. Wie man sich doch so eine Heimfahrt versüßen kann! :-) Das Eis essen wir natürlich gleich während der Fahrt auf dem Interstate. Nach 45 Minuten erreichen wir Mesquite.

Nun müssen wir noch irgendein Restaurant finden, in dem wir zu Abend essen können. Aber das gestaltet sich mehr als schwierig. Wir finden aber auch so gar nichts. Ich meine, der Ort hat immerhin 15.000 Einwohner, die müssen doch auch irgendwo essen. Wir haben aber jetzt auch keine Lust mehr, stundenlang den Ort hoch und runter zu fahren. Da sehen wir das große gelbe M. Ist zwar so überhaupt nicht das, was wir wollen, noch dazu nach einem Burger vom Carl’s Jr. heute Mittag. Uwe kauft sich einen Big Mac und ich nehme 2 Cheeseburger, von denen ich die Hälfte wegschmeiße. Bäh! Aber gut, der Bauch ist voll. War kulinarisch ein Hochgenuss!! :-(

20:30 Uhr beziehen wir unser Zimmer und erledigen unsere üblichen Arbeiten. Gegen 23:00 Uhr können wir endlich unser müdes Haupt auf den vielen Kissen betten.

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20. Tag => Valley of Fire

Übernachtung: Mesquite | Hotel: Best Western Mesquite Inn | Lage: gut | Ausstattung: gut | Frühstück: befriedigend

Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker. Oh Mann, ich bin noch so müde und komme erwartungsgemäß nicht aus dem Bett. Uwe ist schon so entsetzlich wach und gut gelaunt. Aber ich quäle mich auch aus dem Bett, schließlich wollen wir ins Valley of Fire. Frühstück ist im Zimmerpreis inkludiert und ist gewohnt spärlich, Toast, Eier und Marmelade sowie Müsli.

07:30 Uhr haben wir das Auto gepackt und sind abfahrtbereit. Ich fahre und ich genieße die Fahrt. So wie hier möchte ich in Deutschland auch gern fahren können. Alles entspannt und als Zubrot noch tolle Landschaft. Um 08:40 Uhr erreichen wir den State Park und zahlen unsere Tagesgebühr von 10 $. Unser erster Anlaufpunkt ist die Rainbow Vista. Diese Gegend hat ihren Namen zu Recht. Hier findet man alle Farben des Regenbogens. Wir hätten noch eine Stunde eher aufstehen sollen, um diese Gegend im warmen Licht der aufgehenden Sonne zu sehen. Jetzt wirken die Farben doch schon etwas hart. Wenn es nur manchmal nicht so schwer wäre, aus dem Bett zu kommen… Wir fahren die Straße weiter und stellen das Auto auf dem Parkplatz „Nummer 3“ und machen uns auf die Suche nach dem Striped Rock. Es ist wirklich unglaublich, mit welchen Farben die Wüste hier arbeitet. Und dabei sind die Farben klar abgegrenzt und verlaufen in Bögen und Linien, die kein Künstler besser kreieren könnte. Während Uwe nun seinem Striped Rock von allen Seiten ablichtet, brauche ich nach anderen Motiven nicht zu suchen – sie finden mich. ;-)

Von hier aus gehen wir in den Pink Canyon, der sich gleich auf der gegenüberliegenden Seite befindet. Alter Falter, die Temperaturen hier haben schon eine andere Hausnummer als die der letzten Tage. Die Quecksilbersäule ist bereits jetzt am späten Vormittag schon über die 30°C hinaus gewachsen. Leider ist es für diesen schönen Canyon jetzt schon zu spät. Die Schatten, die von den Canyonwänden geworfen werden, sind schon ziemlich lang und damit sind die Lichtverhältnisse zum Fotografieren ziemlich schwierig. Aber allein zum Laufen und Genießen ist es einfach herrlich. Das ist für uns die Faszination an den Steinwüsten, die unglaubliche Farben- und Formenvielfalt.

Nachdem wir den Canyon nun in beiden Richtungen abgelaufen sind steht jetzt auf Uwe’s Wunschzettel der Crazy Hill. Dieser Berg hat wirklich was. Es scheint, als hätte jemand eine Patchwork-Decke über ihn geworfen. Und nun steht auch noch “Crazy” Uwe auf Crazy Hill. :cool:

Striped Rock Coloured Sandstone Crazy Hill

Jetzt wird es langsam Zeit für ein schönes Picknick. Wir fahren mit unserem Auto die White Dom Road ein Stück weiter. Da gibt es nämlich eine schöne, überdachte Picknick-Area. Wir nehmen unsere Kühltasche samt ihren Schätzen darin und suchen uns einen Tisch. Wir hatten uns im Supermarkt Kartoffelsalat gekauft, so richtig mit Gurke und Ei. Schmeckt lecker. Dazu noch Schinken und Käse und eiskalten Eiskaffee von Starbucks. Um uns herum wuseln viele kleine Chipmunks (Streifenhörnchen), total süß. Ich versuche mal, mit dem Tele ein paar Fotos zu machen, was echt schwierig ist, weil die putzigen Gesellen unheimlich flink sind und außerdem ist das Tele furchtbar schwer. Die Jagd auf die kleinen Strolche ist echt nicht einfach.

Nach dieser ausgiebigen Rast fahren wir nun in Richtung Westausgang. Da es für die Fire Wave noch etwas früh ist, wollen wir die Landschaft während der Fahrt auf der Loop Road genießen. Mittlerweile ist es 17:00 Uhr und es wird Zeit für die Fire Wave. Die zu finden ist nicht schwer. Hier führt sogar ein Trampelpfad bis zum Ziel. Wir haben Glück, als wir an der Wave ankommen, sind wir noch allein. Das Teil sieht schon geil aus, so rot und weiß gestreift und dieser tolle Schwung. Ich muss aber sagen, auf Fotos wirkt sie noch gewaltiger und schöner. Das hat man zwar selten, aber in dem Fall empfinde ich es so. Uwe nutzt natürlich sofort die Gelegenheit und platziert sein Stativ. Natürlich klettern wir auch beide hoch bis zur Spitze. Es dauert nicht lange und hier tummeln sich eine Menge Leute. Da Uwe mit seinem Motiv beschäftigt ist, erkunde ich derweilen allein die Gegend rundherum und finde noch viele andere, schöne Motive. Irgendwann sind hier mehr Menschen als Platz dafür ist und wir machen uns deshalb auf den Rückweg. Ich entdecke eine tolle farbige Felswand, die jetzt leider vollkommen im Schatten liegt. Die Wand würde morgen Früh bei Sonnenlicht sicher ganz toll aussehen. Die Farben sind unwahrscheinlich schön und reichen von weiß über gelb und beige, pink bis hin zum dunklen Rot.

Chipmunk Fire Wave Full Moon

Die Sonne ist zwar noch nicht ganz untergegangen, aber wir machen uns trotzdem auf den Heimweg. Auch heute haben wir wieder tollen Vollmond, der leuchtend über den roten Felsen steht. Natürlich kommen wir nicht umhin, hier auch noch eine Fotosession zu machen. Keine Frage, dass wir auf dem Heimweg noch einmal im Supermarkt von Overton halten und uns Häagen Dasz Mintchip kaufen. Schließlich müssen wir ja auf der Fahrt was zu tun haben – und wenn es nur Eis essen ist. :-)

Gegen 19:00 Uhr fahren wir auf den Parkplatz unseres Hotels auf. Jetzt heißt es erst einmal: Auto leer räumen und alles nach oben schleppen. Heute müssen wir nämlich schon mal grob zusammen packen. Unsere Boots brauchen wir in Vegas nicht mehr und auch unsere mehr als speckigen Trekkinghosen können in einen Beutel verpackt werden und kommen ganz unten in die Reisetasche. Mein Gott, es sammelt sich aber auch in knapp 3 Wochen ein Kram an.

Wir sind beide auch ziemlich platt und haben keine Lust mehr, noch eine nächtliche Irrfahrt durch Mesquite auf der Suche nach einem Restaurant zu machen, die am Ende dann wieder beim großen M endet. Ich habe im Zimmer einen Flyer einer Pizzeria entdeckt, die auch ausliefern. Super. Wir suchen uns beide eine Pizza aus, die ich jetzt telefonisch bestelle. Wir nehmen nur eine Pizza, denn auch die kleinste ist immerhin 12“ groß und wird uns beiden reichen. Wir lassen sie uns mit Schinken, frischen Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch belegen. In 15 Minuten sollen wir sie erhalten. Ich habe es gerade noch so geschafft zu duschen, da klopft es auch schon an der Zimmertür. Unsere Pizza ist da. Wir trinken dazu ein schönes kaltes Bier aus unserem Kühlschrank. Es war ja klar, dass wir diese Pizza nicht schaffen. Es sind immer noch 3 Stück übrig, die werden wir morgen irgendwann essen.
Anschließend beantworten wir noch einige Emails und SMS und schreiben den letzten Newsletter. Uwe hat noch über 300 Fotos von heute zu sichern und ich versuche mein Tagebuch auf den letzten Stand zu bringen. Kurz vor 23:00 Uhr löschen wir das Licht, wir sind ziemlich platt.

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21. Tag => Fahrt nach Las Vegas

Übernachtung: Las Vegas | Hotel: New York – New York | Lage: sehr gut | Ausstattung: gut | Frühstück: befriedigend

Gegen 07:00 Uhr stehen wir auf und nehmen das kärgliche Frühstück im Hotel ein. Eins muss man aber sagen: Der Kaffee ist super gut. Ein richtiger Hallo-wach!

09:30 Uhr checken wir aus dem Hotel aus und fahren Richtung Las Vegas. Da das heute vermutlich meine letzte Fahrt sein wird will ich sie so richtig genießen, zelebrieren und auskosten bis zum Schluss. Ich fahre deshalb sogar wieder unter Limit, um die Fahrt noch ein bissel länger auszudehnen. Auch heute können wir nicht anders, wir müssen einfach noch einmal ins Valley of Fire. Bis wir das nächste Mal wieder hier sein können, vergehen mindestens zwei Jahre.
Wir zahlen also erneut unseren Obolus von 10 $ für den Tagespass. Gleich hinter dem Kassenhäuschen kraxeln wir schon mal die Berge hoch, die Aussicht von hier oben ist einfach traumhaft. Ich entdecke einen kleinen Arch auf einem Felsen. Den jage ich Uwe erst mal zum Fotografieren hoch. :o Tja, da klemmt er nun da oben im Loch und weiß gar nicht, wie er mit seinem Stativ hantieren soll. Da hatte ich aber eine gute Idee, dass ich nicht selbst hoch geklettert bin. ;-) Aber er ist ja nicht ungeübt in solchen Positionen und weiß sich schon zu helfen. Anders sieht es bei mir aus. Ich habe auch einen hohen Kletterfelsen gefunden, in dem ein schönes großes Loch ist. Mh, wie komme ich da jetzt hoch, so ohne fremde Hilfe. Zunächst deponiere ich die Kamera hoch über mir, hoffentlich fällt sie nicht herunter. Dann versuche ich mich in den Spalten irgendwie einzuklemmen und hoch zu klettern. Vorher stochere ich mit Stöckchen in den Löchern herum. Ich möchte doch nicht unbedingt eine Rattlesnake aufwecken und bin auch nicht scharf auf irgendwelches anderes Getier. Als ich es dann aber endlich geschafft habe, bin ich ganz glücklich. Wirklich ein schönes Motiv!
Anschließend fahren wir dann in den Park hinein und machen unseren nächsten Fotostopp am Piano Rock. Wir haben diesen zwar vor Jahren bereits abgelichtet, aber da hatte Uwe noch seine alte Minolta und war mit den Farben so gar nicht zufrieden.
Von hier aus geht es noch einmal zur Rainbow Vista. Hier hatten wir gestern Abend einen herrlich farbigen Felsen gefunden, der leider schon im Schatten lag. Wir wollen schauen, wie er heute im Sonnenlicht wirkt. Der Abstecher hierher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Sonne leuchtet jetzt die Felsen von dieser Seite aus, die Farben sind einzigartig. Hier „vertrödeln“ wir auch noch einmal eine Stunde.

Arch im Valley of Fire Piano Rock Farbenfrohes Valley of Fire

Nun ist es bereits Mittag und der kleine Hunger meldet sich. Wir hatten uns die 3 Stück Pizza, die wir gestern Abend nicht geschafft haben, mitgenommen. Ich glaube, die werden jetzt im Auto die richtige Temperatur zum Essen haben. ;-) Wir fahren zum Picknickplatz, essen die „angenehm warme“ Pizza und den restlichen Kartoffelsalat aus der Kühltasche. Dabei haben wir wieder unseren Spaß bei der Beobachtung der Chipmunks, die auch heute unheimlich eilig hin und her flitzen. Ich möchte nur wissen, weshalb die so in Eile sind. Da wir uns vom Valley of Fire einfach nicht trennen können, dehnen wir unser Picknick auch über eine Stunde aus.

Aber nun hilft alles nichts, wir müssen weiter. Wir hatten uns geeinigt (ich schweren Herzens), dass Uwe jetzt die restliche Tour nach Las Vegas fährt. Das ist für mich immer der schlimmste Moment, wenn ich das Fahrzeug dann endgültig abgeben „muss“. Da weiß ich dann immer, der Urlaub ist so gut wie vorbei. Von hier bis Las Vegas sind es ca. 60 Meilen, d.h. etwas mehr als eine Stunde zu fahren. Wir fahren gleich zum Westausgang hinaus und kurze Zeit später auf den Interstate 15, der uns nach Vegas bringt. Je näher wir Las Vegas kommen umso dichter wird der Verkehr. Es ist 15:30 Uhr, als wir Las Vegas erreichen. Es ist Stau, Gott sei Dank aber auf der Gegenspur. Unsere Spuren sind einfach nur voll, aber es läuft trotzdem noch recht flott. Wir müssen ins Hotel „New York – New York“. Dank unserer Else und Uwe’s Fahrkünsten erwischen wir auf Anhieb die richtige Abfahrt vom Interstate und dann auch gleich noch die richtige Einfahrt ins Hotel. Mutig von unserer ersten Erfahrung mit Valetparking wollen wir das hier auch gleich wiederholen.

Interstate 15 Las Vegas Hotel New York - New York Im Spielcasino vom New York - New York

Wir gehen in die Lobby und suchen den Check In. Das ist immer eine Katastrophe in diesen riesigen Hotels. Beim Einchecken stellen wir wieder unsere Standardfrage nach einem Kingsizebett und bekommen nach einigem Suchen auch noch eins.
Das New York – New York besteht aus 4 Towern mit 6 Restaurants, mehreren Bars und Night Clubs. Es gibt zahlreiche Geschäfte, die in den nachgebauten Straßen von New York untergebracht sind. Das Hotel ist riesig, verfügt über 2024 Zimmer. Praktischerweise haben die Zimmer aber alle kostenfreies WLan. Na, das ist doch mal was. Wir sind in der 5. Etage des New Yorker untergebracht. Das Zimmer ist toll, die Aussicht weniger prickelnd. Wir haben den uneingeschränkten Blick auf das Parkhaus und die Achterbahn. Das Hotel bietet als besondere, einzigartige Attraktion eine Achterbahn im “Coney-Island-Stil”, den “Manhattan Express”, der die Hotelhalle passiert und dann die Außenfassade entlang rast.

So, jetzt werde ich erst einmal unser Gepäck nach oben beordern. Es soll wohl 25 Minuten dauern. Wir nutzen die Zeit, um uns mit möglichen Shows zu beschäftigen. Mein Geburtstagsgeschenk steht ja noch aus und da liegt es nahe, dass wir eine Show besuchen. Ich würde ja zu gern in die neue Elvis Show von Cirque du Soleil gehen. Die wird heute oder dann am Freitag aufgeführt. Freitag ist doof, da wir am Samstagmorgen nach Hause fliegen. Morgen haben die wohl ihren Ruhetag. Also werden wir dann gleich versuchen, für heute noch Karten zu bekommen. Es klopft an der Tür, unser Gepäck ist da. Uwe gibt 6 $ Trinkgeld für’s Bringen.

Elvis wird in einem der neuen Hotels, im Aria, aufgeführt. Das ist ein ganz modernes Hotel aus Glas und Stahl, hier sucht man vergebens nach Charme. Insgesamt hat das Hotel 4.004 Zimmer und Suiten. Dazu gehört auch eine Poolfläche von über 20.000 Quadratmetern. Im Gebäudekomplex gibt es 16 Restaurants und 10 Nachtclubs. Die eigentliche Attraktion, weswegen wohl die meisten Gäste kommen, ist das Casino mit insgesamt 14.000 Quadratmetern Spielfläche. Und hier versuchen wir natürlich auch mal unser Glück. Tja, auch die Dummen haben mal Glück, wir gewinnen etwas mehr als 13 $, die wir uns erst einmal auszahlen lassen. An der Theaterkasse erkundigen wir uns nach Karten. Und ja, es gibt noch welche. Puh, die Karten sind ja nun nicht gerade günstig. Wir wählen deshalb die 2. Kategorie für die Vorstellung um 21:30 Uhr heute Abend.

Wir gehen zurück in unser Hotel. Wir wollen noch Duschen und zu Abend essen. Natürlich kommen wir auch hier nicht an den einarmigen Banditen vorbei, ohne etwas Kleingeld einzuwerfen. Uwe hat eine totale Glückssträhne und gewinnt wieder über 40$. Auch das lassen wir uns auszahlen, wird unser „Spielgeld“ werden.
Im Hotel gibt es ein italienisches Restaurant, in dem wir jetzt zu Abend essen. Witzig ist die Frage, ob wir „drinnen“ oder „draußen“ sitzen möchten. Am Ende ist ja alles „drinnen“. Da aber „draußen“ die Geräuschkulisse einfach zu laut ist, entscheiden wir uns für „drinnen“. Uwe bestellt sich Penne mit Applewood Bacon in Wodka-Sahne-Sauce. Klingt gut. Ich habe mich für Penne mit Huhn, Brokkoli, getrockneten Tomaten und frischem Knoblauch entschieden. Alter Falter, da sind ja ganze Zehen dran. Na viel Spaß mit mir heute Nacht, mein Schatz!! :cool: Das Essen ist gar nicht mal so teuer, wir zahlen für alles inkl. Tipp 45,00 $. Das zahlt man bei einem guten Italiener in Deutschland auch.
So nun wird es aber Zeit für die Dusche, Maske und Umziehen. Ich will um Gottes Willen nicht zu spät in die Show kommen.

Straffen Schrittes quälen wir uns durch die Menschenmassen, die sich hier Tag und Nacht den Strip entlang schieben. Kommt besonders gut kurz nach einer Dusche und bei Außentemperaturen von noch 26°C. Etwas mitgenommen erreichen wir das Aria. Der Theater-Vorraum ist bereits voller Menschen. Da wir aber bis zu Beginn der Vorstellung noch etwas Zeit haben, stöbern wir noch durch den großen Elvis-Store.

Es hat bereits gegongt, d.h. wir sollten langsam unsere Plätze einnehmen. Plötzlich kommen so an die 10 Mädels herein, alle im 50er-Jahre-Look gekleidet und frisiert. Diese Mädels setzen sich zwischen das Publikum. Und dann kommt die große Ansage für den Stargast des Abends, den King of Rock’n‘roll – Elvis Presley. Wir haben die Ansage gar nicht bis zu Ende verfolgen können, weil die Mädels ein Gekreische beginnen, von ihren Plätzen hüpfen und sich über die Stuhlreihen, Stühle – ob besetzt oder nicht – nach vorn kämpfen. An der Bühne stehen einige Bodyguards, die versuchen, die hysterischen Weiber aufzuhalten. Sie haben natürlich keine Chance, die Mädels stürmen die Bühne. Irre, schon der Beginn der Show war toll inszeniert. Es war auch gut, dass ich kurz vorher die Biografie von Elvis gelesen habe, so konnte ich die Show noch besser nachvollziehen. Sie zeigte sein Leben von Anbeginn seiner künstlerischen Kariere bis hin zum Schluss. Auf einer großen Leinwand im hinteren Teil der Bühne wurden Lifeaufnahmen gezeigt, Bühnenmitschnitte, bei denen er anfing, die Titel zu singen, die dann von verschiedenen Künstlern live beendet wurden. Tolle Tanzszenen, Akrobatik – man kann die Show einfach gar nicht wiedergeben. Kurz nach 23:00 Uhr ist die Show zu Ende, für die es einfach keine Superlative gibt. :-)

Da wir von heute Nachmittag noch einen Gewinnbon haben, setzen wir uns noch eine Weile an die Spielautomaten und lassen uns dann das restliche Geld auszahlen. Gegen 01:00 Uhr fallen wir dann ziemlich müde ins Bett.

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22. Tag => Las Vegas

Übernachtung: Las Vegas | Hotel: New York – New York | Lage: sehr gut | Ausstattung: gut | Frühstück: befriedigend

Da wir heute unseren Mietwagen abgeben und vorher noch ausgiebig shoppen wollen, stehen wir bereits um 07:30 Uhr auf. Jetzt müssen wir erst einmal schauen, wo wir hier frühstücken können. Direkt gegenüber von unseren Fahrstühlen ist ein China-Restaurant, das Frühstücks-Buffet anbietet. Hier frühstücken wir gleich für 15 $ pro Person.

Um 09:30 Uhr sind wir abfahrbereit und stehen am Hoteleingang beim Valet Parking. James – unseren Wagen bitte! :cool: Wir haben unsere Else bereits für den Weg ins Premium Outlet programmiert. Es ist Uwe’s letzte Fahrt, er übernimmt ja grundsätzlich immer die erste und die letzte Fahrt. Der Verkehr ist höllisch, aber vielleicht kommt uns das auch nur so vor, da wir die letzten drei Wochen fast allein im Nirgendwo unterwegs waren. Jedenfalls sind alle 6 Spuren dicht an dicht voll. Uwe macht das aber nichts aus. 09:50 Uhr bereits sind wir im Outlet. Jetzt müssen wir sogar noch warten, die Geschäfte öffnen erst um 10:00 Uhr. Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass wir am Ende unserer Reise im Outlet shoppen. Und solange der Dollarkurs so günstig steht, muss man das einfach ausnutzen. ;-)
Es ist jetzt 14:30 Uhr und wir sind vom Shoppen vollkommen erledigt. Erschöpft lassen wir uns auf eine der vielen Bänke fallen und erholen uns bei einem großen Frappuccino von Starbucks. Wir hätten ja auch gern im Schatten gesessen, aber die schattigen Bänke sind logischerweise alle besetzt. Wir schleppen unsere Einkäufe ins Auto. Ich weiß gar nicht, wie wir die ganzen Klamotten noch in die zwei bereits vollen Reisetaschen kriegen wollen. Uwe ist wie immer sehr zuversichtlich – das passt schon. Na, da bin ich aber gespannt.
Wir fahren ins Hotel zurück, dieses Mal parken wir sogar mal selbst in der riesigen Garage ein. Guck mal an, das können wir auch noch! ;-) Jetzt müssen wir zunächst unsere Einkäufe ins Zimmer schleppen und das Auto vollkommen leer räumen.

Bis spätestens 17:00 Uhr können wir das Auto im Hotel Paris abgeben, da ist nämlich ein Counter von Hertz. Wir beeilen uns, denn sonst müssen wir bis zum Flughafen fahren. Gerade als wir auf den Vegas-Strip auffahren, leuchtet die Tankanzeige auf. Das haben wir ja prima hingekriegt. Die paar Meter bis zum Paris werden wir schon noch kommen. Wir stellen unser Auto auf einen für Hertz vorgesehen Parkplatz und gehen ins Hotel. Dort war ja direkt am Check-In-Schalter auch ein Counter für die Mietwagen. Es geht alles sehr schnell und easy. Der junge Mann am Schalter will bloß wissen, ob alles in Ordnung ist und wie viele Meilen wir gefahren sind. Dann geben wir den Schlüssel ab und können gehen. Wir schlendern Richtung New York zurück.

Wir müssen heute schon mal packen, denn morgen haben wir noch weniger Lust dazu. Wir kippen beide Reisetaschen auf unserem großen Bett aus und wollen dann systematisch zu packen anfangen. Uwe packt die Taschen, als ihm ganz plötzlich einfällt, dass er ja sein Stativ ganz unten in die Tasche packen will. Wir wollten doch aber noch einige Nachtaufnahmen, u.a. auch von unserem Hotel, machen. Wir unterbrechen also unseren Packwahn, schnappen uns die Kameras und das Stativ und gehen noch einmal los, ein paar Aufnahmen vom nächtlichen Las Vegas zu machen.

Las Vegas Strip mit dem Hotel New York - New York Hard Rock Cafe Las Vegas Excalibur

Die nächsten zwei Stunden verbringen wir mit Packen und Schieben und Stopfen. Die Taschen sind rappelvoll. 23 kg pro Person sind aber auch verdammt wenig. Meinen Rucksack darf keiner auf’s Gewicht prüfen. Aber vermutlich breche ich sowieso darunter zusammen. Anschließend „entspannen“ wir uns noch ein wenig beim Spielen, haben aber wieder kein Glück und verlieren ruck-zuck das, was Uwe gestern gewonnen hat. 22:30 Uhr haben wir genug und gehen schlafen.

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23. Tag => Las Vegas

Übernachtung: Las Vegas | Hotel: New York – New York | Lage: sehr gut | Ausstattung: gut | Frühstück: befriedigend

Oh Graus – heute ist unser letzter Tag. Ich darf ja gar nicht darüber nachdenken und erfahrungsgemäß haben wir heute beide schlechte Laune. Wir räkeln uns bis kurz vor 09:00 Uhr im Bett, jetzt müssen wir aber raus, wenn wir noch ein Frühstück bekommen wollen. Wir gehen auch gleich wieder zum China-Mann und nehmen das Buffet.

Nach dem Frühstück wollen wir den Online-check-in machen. Wir haben zwar WLan im Zimmer, aber da können wir die Bordkarten nicht ausdrucken. Im Hotel gibt es ein Business-Center. Bislang wussten wir auch nicht, für was ein Business-Center gut ist. Aber an der Rezeption sagte man uns, dort stehen Rechner und Drucker und da könnten wir den Online-check-in machen.

Anschließend machen wir einen Spaziergang und gehen zunächst in das Hotel „Monte Carlo“. Hier sind wir noch nie gewesen. Haben aber auch nicht wirklich was verpasst. Hier im Hotel gibt es eine Shuttle-Station und wir warten auf den nächsten Zug (den Aria-Express), mit dem wir dann ins Aria-Hotel fahren. In diesem riesigen Hotel waren wir ja bereits zur Elvis-Show. Den nächsten Besuch statten wir dem Cosmopolitan ab, das wir auch noch nicht kennen. Da das Cosmopolitan eigentlich als Komplex für Eigentumswohnungen geplant war, hat fast jedes Zimmer einen Balkon mit Stripview, was für Las Vegas Verhältnisse eher ungewöhnlich ist. Der Eingangsbereich ist geprägt von riesigen Kristallvorhängen, das sieht wirklich richtig toll aus. So schön aber auch die neuen, luxuriösen Hotels sind, wir können keinen Gefallen daran finden. Las Vegas war und ist Las Vegas u.a. auch wegen seiner tollen Themenhotels. Diese neuen Paläste aus Stahl und Glas haben einfach kein Flair und Las Vegas wird immer mehr sein Gesicht verlieren. Das ist total schade.

Wir gehen zurück zum Hotel, duschen und ziehen uns um. Die Klamotten wandern gleich in die Reisetaschen. Jetzt liegen nur noch unsere „Reisesachen“ und die Schlafer draußen. Wir haben beide schlechte Laune. Die verbleibende Zeit rennt jetzt immer schneller. Zum Abendessen gehen wir heute noch einmal in das italienische Restaurant, in dem wir schon einmal gegessen haben. Heute ist es noch voller und wir müssen 20 Minuten warten, bis wir einen Tisch zugewiesen bekommen. Wir wählen heute beide die Penne alla Vodca mit Applewood Bacon. Das Essen ist wieder vorzüglich. Dazu trinken wir kalifornischen Rotwein. Wir sitzen uns schweigend gegenüber und suhlen uns in unserem Mitleid, weil wir morgen Früh abreisen müssen. Oh Gott, ist das ein Elend. :-(

So, nun haben wir noch die 40$, die Uwe in seiner Glückssträhne gewonnen hat. Die setzen wir jetzt am Spielautomat ein und sind sehr schnell auf einem Gewinn von 55$. Aber dann geht es peu á peu, dass unser Geld schrumpft. Nach 1 ½ Stunden Spaß ist unser Geld weg. Wir werfen einen letzten Blick auf das Getümmel um uns herum und fahren dann in unser Zimmer hoch. Hier trinken wir unser letztes Bier und gehen um 22:00 Uhr bereits schlafen.

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24. Tag => Rückreise & Fazit

Es ist noch mitten in der Nacht, als unser Wecker um 04:45 Uhr klingelt. Ich hasse das!!! Das Aufstehen fällt wirklich schwer. Noch dazu wenn man nur für’s Abreisen aufstehen muss. Auch unter der Dusche werden wir nicht wach. Um 06:00 Uhr sind wir an der Rezeption und checken aus. Vor dem Hotel steht eine lange Schlange Taxis und wir sinken in die Polster des ersten Wagens. Bis zum Flughafen ist es ja nur eine kurze Distanz, so kommen wir recht schnell an und zahlen 15$ für die Fahrt.

Um 08:10 Uhr starten wir Richtung Washington. Hier haben wir zwei Stunden Aufenthalt und nutzen diese für einen Bummel durch den Duty Free Shop. Unser Flug nach Frankfurt startet planmäßig um 17:45 Uhr. Am Sonntagmorgen 08:00 Uhr landen wir vollkommen übernächtigt im grauen Frankfurt. Recht schnell haben wir unser Gepäck. Noch während wir am Gepäckband stehen rufe ich im NH-Hotel an, dass uns der Hotel Shuttlebus abholt. Das klappt alles prima und recht schnell sind wir im Hotel und an unserem Auto. Um 09:00 Uhr sind wir bereits auf der Autobahn nach Hause. Uwe muss sich erst wieder daran gewöhnen, dass er jetzt wieder schalten muss. ;-) Die Autobahn ist frei und so sind wir bereits um 10:30 Uhr zu Hause.

Fazit:

Es war ein superschöner Urlaub. Wir haben zwar von den starken Regenfällen direkt nichts abbekommen, aber die haben uns das Leben bzw. das Fahren auf den Offroad-Strecken schwer bis unmöglich gemacht. Wir hatten leider den Fehler gemacht und einige Hotels über Veranstalter gebucht. Das ist insofern schlecht, als dass man an die Hotels gebunden ist und nicht umbuchen kann, wenn man durch Straßen- bzw. Wetterverhältnisse dazu gezwungen wird. Vorbuchen ist grundsätzlich nicht verkehrt, zumal während unserer Zeit fast alles ausgebucht war. Man sollte aber doch lieber direkt im Hotel/Motel buchen und dann darauf achten, dass man die Buchung kostenlos ändern oder stornieren kann.
Im Südwesten ist man abseits der Touristenpfade und damit auch abseits der Asphaltstraßen sehr wetterabhängig. Deshalb sind immer ein Plan B und die eigene Mobilität von Vorteil, um auf eine andere Gegend ausweichen zu können, wenn das eigentliche Ziel nicht befahrbar ist.
Für uns steht fest, dass wir eine ähnliche Tour spätestens 2014 noch einmal wiederholen müssen, da uns doch einige Highlights entgangen sind bzw. wir einige Landschaften nur anreißen konnten.
Aber alles in allem haben wir wieder einmal festgestellt: USA ist und bleibt einfach unser Reiseland. Es ist so unproblematisch und einfach zu bereisen, man kann rund um die Uhr Essen und Trinken gehen und ist an kein Zeitlimit gebunden, man kann (fast) überall zu jeder Zeit einkaufen gehen. Die Natur ist einfach spektakulär. Ja, wir werden wieder dorthin reisen und nochmal und nochmal …

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