Seychellen – Traumstrände und tropische Vegetation – 2013

Unsere Reiseroute

Anreise Abu Dhabi & Beau Vallon Victoria Ostküste Beau Vallon
Anse Major Victoria & Nordwestküste Südostküste Westküste Victoria
Südwestküste Rückreise & Fazit

1. Tag => Anreise

Wir haben eine Stunde eher Feierabend gemacht, da unser Flieger in ein paar Stunden startet, und sind beide zeitgleich 15:30 Uhr zu Hause in die Garage gefahren. Bereits eine Stunde später sitzen wir wieder im Auto Richtung Frankfurt Flughafen.

18:45 Uhr steht unser Auto im Parkhaus und wir vor dem NH-Hotel und warten auf unseren Airportshuttle.

Dieses Mal konnten wir keinen Online-Check-in machen, es ging einfach nicht. Und so stehen wir auch in der Reihe der Wartenden vor dem Etihad-Schalter. Offensichtlich konnte keiner online einchecken. Wir erhalten unsere Bordkarten, das Gepäck wird bis Mahé durchgecheckt.
Der Sicherheitscheck ist heute mal ganz easy. Wir werden von einer Frau mit ungeheuer guter Laune abgefertigt.

Pünktlich gehen wir an Bord einer A 330 der Etihad Airways. Die Damen sehen unheimlich schick aus mit ihren kleinen Hütchen, an denen seitlich ein weißer Schleier befestigt ist. Die Beinfreiheit für eine Holzklasse ist ganz okay und auch die Sitze haben eine angenehme Größe. Um 22:30 Uhr hebt unsere Maschine ab. Wir gehören also auch zu einer Ausnahme im Nachtflugverbot über Frankfurt. Kaum sind wir in der Luft wird die Maschine auf gefühlte Minusgrade herunter gekühlt. Es ist kaum zum Aushalten. Wir ziehen unsere Vliesjacken an und wickeln uns in die Decken ein. Leider müssen wir lange auf irgendwelche Getränke warten. Dann kommt der Bordservice und teilt sehr sparsam die Getränke aus.

Die Flugzeit nach Abu Dhabi beträgt 6 Stunden. Wir wachen 2 Stunden vor der Landung halb erfroren auf. Kurze Zeit später wird das Frühstück serviert.

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2. Tag => Abu Dhabi & Beau Vallon

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wir nehmen Kurs auf Abu Dhabi, wobei man die Wüstenstadt unter uns im Dunst nur schemenhaft erahnen kann. Pünktlich landen wir im Emirat Abu Dhabi. Der Flughafen selbst ist imposant, man kann deutlich sehen, hier ist Geld. Der Mittelpunkt ist ein Rundbau, aus dessen Mitte sich aus dem Erdgeschoss eine Rotunde nach oben erhebt. Wir haben nur eine Stunde Zeit zum Umsteigen und keine Ahnung, welche Wege wir noch zurücklegen müssen. Mit einem Bus werden wir zu einer A 330 der Air Seychelles gefahren, mit der wir jetzt fliegen. Jetzt heißt es noch einmal 4 ½ Stunden durchhalten.

Verhältnismäßig ausgeruht nehmen wir nun langsam Kurs auf das Archipel. Die Seychellen – kleine Inseln weit ab von jeglichem Festland mitten im Indischen Ozean. Bewachsen mit einem üppigen Dschungel ragen die Hunderte von glitzernden Riffen umgebenen Berggipfel der Seychellen aus dem tiefblauen Meer hervor. Alle diese 115 Inseln im Indischen Ozean reichen wie eine edelsteinbesetzte Sichel vom Äquator bis zur Nordspitze Madagaskars. Das Staatsgebiet der Seychellen erstreckt sich über die gigantische Seefläche von 390.000 km². In diesem Hoheitsgebiet liegen allerdings nur knapp 100 Inseln, die diesen Namen verdienen, da sie mehr sind als nur ein aus dem Wasser herausragender Felsen. Die bewohnbare Landfläche aller Inseln zusammen beträgt lediglich etwas mehr als 450 km². Die Hauptinseln sind Mahé, Praslin und La Dique.
Im Laufe der knapp 200-jährigen Besiedlung durch französisch stämmige Kolonisten und deren Sklaven aus Afrika und Madagaskar hat sich eine kreolische Mischbevölkerung entwickelt. In den letzten 100 Jahren sind indische und chinesische Bewohner hinzugekommen. Die Muttersprache aller Seychelloise ist Creol, eine Mischsprache auf der Basis des Französischen aus der Kolonialzeit. In diese Sprache sind viele Worte aus dem afrikanischen Suaheli, dem Madagassischen und in den letzten Jahrzehnten auch aus dem Englischen eingeflossen. Englisch und Französisch sind aber gleichberechtigte Amtssprachen; alle drei werden in der Schule erlernt.

Wir sind jedenfalls jetzt schon voller Vorfreude und können es kaum erwarten, endlich aus dieser Maschine zu kommen. Die Maschine kommt zum Stehen. Hier steigt man aus und geht zu Fuß. Allerdings trifft uns fast der Schlag, als wir aus der unterkühlten Maschine, noch in die Vliesjacke eingewickelt, aussteigen. Wir tauchen ein in eine aufgeheizte Waschküche und fühlen uns kurzzeitig desorientiert. Man kann gar nicht einordnen, was hier mit einem geschieht und fühlt nur den Schweiß wie bei einer Sprinkleranlage fließen.

An der Immigration geht alles sehr schnell und problemlos. Unseren Pass ziert jetzt ein schöner Einreisestempel in Form einer Coco de Mer. In der Zwischenzeit laufen unsere Reisetaschen schon die wievielte Runde auf dem Gepäckbandkarussell. Da wir auch nichts zu verzollen haben sind wir innerhalb weniger Minuten durch und stehen vor dem Airport. Hier ist wirklich alles sehr überschaubar, die Wege sind kurz. Als nächstes gehen wir in die Wechselstube direkt am Flughafen und tauschen Geld. Es ist alles noch so, wie wir es von unserer letzten Reise in Erinnerung haben. Alles geht ganz entspannt und sehr gemütlich zu.

So, nun müssen wir uns um unser Auto kümmern. Schnell haben wir den „Sixt“-Schalter gefunden. Es ist nur ein kleiner Kabuff, in dem ein großer, dünner Seychelloise steht und uns über alle vier Backen angrinst. Er ist wie alle Seychelloise unheimlich gut drauf und singt und summt die ganze Zeit vor sich hin. Elvis (so heißt er, wie süß) kichert als er sieht, dass wir die kleinste Kategorie Wagen gemietet haben. Tja, wir können uns noch sehr gut an die Straßenverhältnisse erinnern und denken, dass wir mit dem Kleinsten eine hervorragende Wahl getroffen haben.
Nachdem wir nun alle Formalitäten erledigt haben geht er unser Auto holen. Wir warten derweilen draußen vor dem Flughafen. Er kommt mit einem kleinen, weißen Kia Picanto. Ach, ist der niedlich! :-) Wir klemmen uns in den kleinen Kia, in dem wir aber trotz allem genügend Platz haben. Linksfahren ist ja für uns kein Problem, aber so die ersten Meter ist es schon komisch, vor allem fahren wir gleich in einen Kreisverkehr hinein, das ist beim ersten Mal schon gewöhnungsbedürftig.

Airport Victoria Airport Victoria Unser Kia Picanto

Wir fahren vom Flughafen aus gleich zum Botanischen Garten, weil wir uns Wanderkarten kaufen wollen. Zunächst haben wir mit der Orientierung einige Probleme, es ist nichts ausgeschildert. Wir haben auch nur eine ganz grobe Karte von den Seychellen, eine Karte für’s Navi gibt es gar nicht. Wir wissen zwar noch in etwa, wo sich der Botanische Garten befinden könnte, aber ohne Straßenbezeichnung oder ähnliche Hilfsmittel ist das gar nicht so einfach.
Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass wir in die Mont Fleuri Road fahren müssen. Wenn aber nichts ausgeschildert ist – schwierig, schwierig. Uwe fährt den nächsten Kreisel an und da! – ich glaube, hier geht es in die Mont Fleuri Road ab. Uwe dreht zwei Runden im Kreisel bis ich mir (fast) sicher bin, wo wir in die Mont Fleuri abbiegen müssen. Wir folgen der vermeintlichen Straße und fahren recht langsam. Nach meiner Erinnerung müsste der Garten auf der rechten Seite sein. Und zack – da ist er und wir sind vorbei gefahren. Macht nichts, bei der nächsten Gelegenheit wenden wir und haben ihn tatsächlich gefunden. Puh – geschafft.
Leider sind unsere Bemühungen umsonst. Die Wanderkarten sind ausverkauft. Komisch, das waren sie vor 6 Jahren auch schon. Ich frage, wo man noch welche bekommen kann. Leider nirgends – nur hier. Na bravo. Also werden wir uns jetzt auf den Weg nach Beau Vallon und zu unserem gemieteten Apartment machen. Cecile hatte uns eine genaue Wegbeschreibung geschickt. Ich suche hektisch in unseren Reiseunterlagen und frage Uwe, wo er denn die Beschreibung hat. Oh, die hat er gar nicht ausgedruckt. Na, das ist doch praktisch! Keine Ahnung, wie wir das Beach House finden sollen.

Je näher wir der Hauptstadt Victoria kommen umso dichter wird der Verkehr. Aber Uwe wuselt geschickt durch den Verkehr. Es ist, als wären wir nie weg gewesen.
Gewöhnungsbedürftig sind die engen Straßen, wenn man dann aus Victoria heraus gefahren ist und die vielen Leute, die aufgrund fehlender Bürgersteige oder Seitenstreifen auch alle auf der Straße laufen. Man muss schon höllisch aufpassen. Uwe quält unseren kleinen Kia den steilen Berg und die engen Kehren hinauf, zunächst über die Revolution Ave., die dann in die Chemin St. Louis übergeht. Fast am höchsten Punkt ist linker Hand ein kleiner Laden. Uwe hält mitten auf der Straße, wo auch sonst, es gibt keinen Parkplatz. Wir brauchen unbedingt ein paar Getränke. Er springt in den Laden und kauft einige Flaschen Bier, Cola und Wasser. Es scheint auch nichts auszumachen, dass wir vor einer Kurve mitten auf der Straße stehen. Alle fahren anstandslos um uns herum. Gleich darauf geht es genauso steil, wie wir hinauf gefahren sind, wieder hinunter nach Beau Vallon. Wir fahren durch den kleinen Ort hindurch. Da wir uns bereits vorher in Google Earth angeschaut hatten, wo in etwa Cecile’s Beach House sein müsste, haben wir eine kleine Orientierung. Und so fahren wir ganz langsam. Schnell geht eh nicht, hier sind mehr Fußgänger auf den Straßen unterwegs als Autos. Plötzlich sehen wir rechter Hand ein Haus mit der Aufschrift „Beach House“. Das muss es sein. Wir fahren in den Garten und stellen das Auto ab. Yvette, eins von Cecile’s Mädchen begrüßt uns und dirigiert uns aus dem Garten wieder hinaus, einen kleinen, sehr steilen Berg hinauf. Dort steht ein wunderschönes, 150 Jahre altes Kolonialhaus, das nun für die nächsten 10 Tage unser Zuhause sein wird.

Cecile hat dieses Haus erst im Dezember 2012 fertig gestellt und noch gar nicht auf ihrer Homepage. Das Haus ist für 2 Paare ausgelegt. Außen gibt es eine große überdachte Veranda mit 6 Stühlen, von der aus man einen schönen Blick auf das Meer hat.

Das Haus steht in einem üppigen, tropischen Garten. Von der Veranda kommt man ins Vestibül. Hier laden große bequeme Korbmöbel zum Verweilen ein, total gemütlich. Aber wer will bei den Temperaturen schon drinnen sitzen? Das müssen wir doch die meiste Zeit in Deutschland. Rechts und links gehen dann die beiden Zimmer ab. Wir haben die linke Seite für uns. Zunächst ein etwas kleinerer Raum mit einem Bett, Kühlschrank und bequemen Korbmöbeln. Danach kommen wir ins Schlafzimmer, an das sich an der hinteren Front ein großes Badezimmer anschließt. Alles sehr gemütlich.

Die Zimmer sind 4,50 m hoch. Die Fenster sind nur durch Holzläden zu schließen, deren Lamellen nicht verstellbar und immer offen sind. So kann der Wind ungehindert Tag und Nacht durch die Räume wehen. Unsere Fenster führen direkt in den Garten. Der Fußboden besteht aus alten Holzdielen, die bei jedem Schritt knarren und knarzen. Es ist wirklich urgemütlich. In der Mitte hinter dem Vestibül befindet sich ein geräumiger Frühstücksraum, in dem 2 Tische für die Gäste stehen. Daran schließt sich eine große Küche an, in der man auch selbst kochen könnte, wenn man wollte. Ich nicht, ich nicht!! :-) In dieser Küche bereiten Cecile’s Mädchen morgens das Frühstück. Während wir unsere Zimmer inspizieren bereitet Yvette uns einen Fruchtcocktail zur Begrüßung. Ist das herrlich hier! Wir sitzen auf der Veranda, trinken unseren Cocktail und genießen nur noch.

Chateau Martha Unser Schlafzimmer Veranda vom Chateau Martha

Wir entschließen uns zu einem kurzen Strandspaziergang. Tut uns sicher gut nach den doch langen 10 Stunden Bewegungslosigkeit im Flieger. Zumal uns der Strand ja direkt zu Füßen liegt. Das tut ja so was von gut!!! Das Wasser ist herrlich warm und unsere Seele baumelt vor sich hin.
Wir laufen den Strand einmal in der vollen Länge ab. Unser Gästehaus steht direkt an dem einen Ende des Beau Vallon und bis zum anderen Ende sind es ca. 2 km – d.h. also, dass wir 4 km laufen.
Auf dem Rückweg entdecken wir ein kleines hübsches Restaurant, dessen Speisekarte leckere Fischgerichte verspricht. Na, das ist doch was für heute Abend. Aber jetzt wollen wir erst einmal auspacken und duschen.

Kurz nach 18:00 Uhr, nachdem die Sonne ganz schnell und schmerzlos ins Meer geplumpst ist, wird es rasch dunkel. Eine Dämmerung gibt es hier so gut wie gar nicht. Wir bewaffnen uns mit einer Taschenlampe und laufen die ca. 500 m zum Restaurant „La Fontaine“. Ohne Taschenlampe ist man hier ziemlich aufgeschmissen, da die Straßenbeleuchtung auf den Seychellen nur gaaaanz sparsam ausgelegt bzw. gar nicht vorhanden ist. Man muss also auf der dunklen, engen Straße laufen, ohne Gehsteig und höllisch aufpassen, dass man im Dunklen nicht plötzlich seitlich vom Asphalt knickt, der hier abrupt aufhört. Alles sehr abenteuerlich. Deshalb ist eine Taschenlampe auf jeden Fall von Vorteil. Das Restaurant ist gut besucht. Die Außentische sind bis auf einen alle besetzt – hier darf man nämlich rauchen. Im Innenbereich sind nur wenige Tische belegt. Ich muss ehrlich sagen, ich bin fast am Verhungern. Das letzte, was wir heute gegessen haben, war das Frühstück im Flieger.
Wir geben unsere Bestellung auf: gegrilltes Fischfilet in Knoblauchsauce mit Reis und Salat. Da ich ja Reis abgrundtief hasse nehme ich statt des Reises nur Gemüse. Mittlerweile ist es 19:30 Uhr und mein Magen grummelt auch ganz laut vor sich hin. Mmh, ist das lecker! Genau darauf haben wir uns gefreut, auf das tolle und leckere Essen und vor allem den guten Fisch. Für das Abendessen zahlen wir 620,00 Rupien, das sind 40,00 €.

Später sitzen wir dann noch eine Weile auf der Veranda. Was wirklich absolut lästig ist sind die vielen hungrigen und aggressiven Moskitos. Ich muss morgen die Hausmädchen nach Moskitoschutz fragen. Schon von dem einen Abend sehen unsere Beine wie Kraterlandschaften aus. Gegen 22:00 Uhr gehen wir endlich schlafen. Wir sind schlagskaputt. In Deutschland ist es jetzt 20:00 Uhr, wir sind 2 Stunden voraus.

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3. Tag => Victoria

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wir haben fantastisch geschlafen – wie die Toten. 05:30 Uhr dudelt die Weckfunktion an meinem Handy. Ich kann das Geräusch gar nicht einordnen und drücke Uwe das Handy auf’s Auge. Er springt gleich aus dem Bett. So viel Elan und Energie kann ich um diese nachtschlafende Zeit noch nicht aufbringen. Ich liege im Bett und lausche den exotischen Geräuschen: die Brandung, die an die Felsen unten am Strand schlägt; die Palmenwedel, die im Wind rauschen und die vielen indischen Singvögel, die wie wir auch gerade erwachen. Es ist herrlich, den Tag erwachen zu sehen und zu hören. Kurz nach 06:00 Uhr gehen wir zum Beau Vallon Beach und genießen unseren ersten morgendlichen Strandspaziergang im warmen Wasser.
Wir sind fast allein, nur die Seeschwalben begleiten uns und weitere 5 Leute, die ihre morgendliche Walking- oder Joggingtour absolvieren. Der Beau Vallon hat eigentlich den offiziellen Namen „North West Bay“, aber in allen Karten ist dieser Strand nur unter Beau Vallon Bay (übersetzt Schöntälchenbucht) verzeichnet. Diese große Bucht im Nordwesten Mahés zählt zu den schönsten und beliebtesten auf der Insel. Das können wir zwar so jetzt nicht unbedingt unterschreiben, da es nach unserer Meinung noch schönere gibt. Aber gut, das ist alles Geschmacksache. Die Bucht schmiegt sich mehr als 2 km in einem weiten Bogen an einen steilen Berghang. Der Strand ist unheimlich breit und der weiße Sand setzt sich bis ins tiefe Wasser fort, das von keinem Felsen unterbrochen wird. Riesige Kokospalmen und Takamakabäume recken ihre Kronen weit über den Strand. Den Schatten, den diese Bäume spenden, weiß man sehr zu schätzen, da man sonst gnadenlos der prallen Tropensonne ausgesetzt wäre. Die Kronen der Palmen hängen prall gefüllt mit Kokosnüssen. Man muss sich also seinen Schattenspender genau ansehen, bevor man sich darunter legt. Es könnte unter Umständen gefährlich werden. Am frühen Morgen, bevor die guten Geister den Strand von den Takamakabaum-Blättern und Seegras reinigen, liegen viele Kokosnüsse am Boden. Wenn wir sie zu öffnen wüssten, könnten wir bereits während des Strandspazierganges frische Kokosmilch trinken. Am Beau Vallon stehen einige Strandhotels, trotzdem ist der Strand nicht überlaufen. Man kann diesen Strand durchaus als Touristenzentrum bezeichnen. Hier findet man auch die einzigen Strandaktivitäten, die sonst an keinem Strand angeboten werden. Wasserski, Katamaran und vielen anderen wassersportlichen Aktivitäten kann man hier nachgehen. Zwischen dem Nordende der Beau Vallon Bay und dem „Sunset Beach Hotel“ erstreckt sich ein nahezu ununterbrochenes Korallenriff. Von hier aus sind auch tolle Tauchgründe leicht erreichbar. Diese Gegend ist für Schnorchler und Tauchanfänger gut geeignet, da das Wasser ruhig, klar und reich an Fischschwärmen ist. Es gibt keinerlei Strömungen. Die beste Zeit zum Schnorcheln hier sind die Monate April bis November.
Auf dem Rückweg unseres Strandspazierganges begegnen wir einigen Männern, die versuchen, ein Boot ins Wasser zu bringen. Sie grüßen freundlich und wir gehen auf einen Plausch zu ihnen. Sie mühen sich redlich mit ihrem großen Holzboot. Nett, wie ich nun mal bin, frage ich, ob sie evtl. Hilfe brauchen können. Klar! Immer! Oops, und schon muss der arme Uwe ran und schieben helfen. Ich glaube, manchmal kann er mich nicht wirklich leiden. :-) Kurz vor 08:00 Uhr sind wir im „Chateau Martha“, so heißt unser Gästehaus, zurück.

Während wir duschen, bereitet unser Hausmädchen das Frühstück vor, hat den Tisch liebevoll eingedeckt und schon mal einen großen Obstteller mit Bananen, Orangen, Papayas und Golden Apples vorbereitet. Der Fruchtsaft steht auch schon bereit und auf unseren Wunsch kocht sie uns starken, schwarzen Kaffee. Es gibt Toast und Marmelade sowie Eier nach Wahl. Wir wählen beide Omelette.

Nach dem Frühstück trinken wir den restlichen Kaffee auf der Veranda während Alina die Zimmer putzt und die Betten macht. Wir leben hier wie Gott in Frankreich und werden total verwöhnt. Bis 12:00 Uhr dödeln wir auf der Veranda herum, wir wollen alles sehr ruhig angehen und haben keine großen Pläne für heute.

Wir beschließen einen kleinen Abstecher nach Victoria. Da wir noch keine Parkcoupons gekauft haben und vor dem Victoria Market kein freier Parkplatz zu finden ist, wuselt sich Uwe weiter durch den Verkehr und parkt dann unser Auto sehr abenteuerlich halb auf der Straße und halb auf einen der wenigen Bürgersteige ein. Hoffentlich kriegen wir kein Knöllchen.
Von hier bis zum Markt ist es nicht weit. Aber die Hauptstadt Victoria ist von Haus aus sehr überschaubar, um nicht zu sagen, klein. Eine Volkszählung hat eine Bevölkerungszahl von immerhin knapp 30.000 Einwohnern ergeben. Victoria ist auch die einzige Stadt auf den Seychellen und wurde ursprünglich als Sitz der britischen Kolonialregierung gegründet. Aus der Luft oder vom Meer her betrachtet scheint Victoria im grünen Dschungel unterhalb der hoch aufragenden schwarzen Felsen von Trois Freres verloren. Es ist auch der einzige Ort der 115 zu den Seychellen gehörenden Inseln, der so etwas wie städtisches Flair hat. Busse, Autos und Fußgänger drängeln sich durch die Straßen, bunte Blechhäuser mit windigen Balkonen stehen neben klobigen, modernen Gebäuden. Die Gehsteige mit den Straßenständen und vollgestopften Läden sind immer belebt. Wenn man allerdings von europäischen Maßstäben ausgeht ist Victoria nicht mehr als ein Provinznest. Hier gibt es keine Parkhäuser, keine Neonleuchtreklamen und keine Einkaufsmalls. Aber – man höre und staune – mittlerweile 2 Verkehrsampeln. Wer die braucht wissen die Götter. In den Gassen ist ein buntes Treiben. Die Holzhäuser mit bunten Anstrichen und den verspielten Wellblechdächern entsprechen genau der Vorstellung, die man sich von einer tropischen Kleinstadt macht. Menschen aller Hautfarben tummeln sich hier. Meist sieht man Gruppen von Frauen oder Männern zusammen, ganz selten Paare. Und alle schieben und drängeln sich schnatternd die Gassen entlang. Reden ist die liebste Beschäftigung der Seychelloise.

Sehenswert ist der Victoria Market oder auch Sir Selwyn Selwyn Clarke Market, der nach einem ehemaligen Gouverneur benannt wurde. Weshalb sich der Name Selwyn wiederholt, konnten wir nicht herausfinden. Die Stände des Marktes stehen im Schatten eines riesigen Mangobaumes. Hier wird alles angeboten, was auf den Seychellen wächst und gedeiht: Bananen, Papayas, Limonen, Mangos, Malayäpfel, Passionsfrüchte, Brotfrüchte, Süßkartoffeln, Maniok, Chilis, Vanillestangen, frischer Fisch neben frischen Blumen, Gewürze aller Art und und und. Im hinteren Teil des Marktes findet man dann auch handwerkliche Arbeiten wie Hüte, Schmuck, Schnitzereien – also für jeden etwas. Der Markt ist eine einzigartige Fundgrube für Mitbringsel, z.B. Gewürze oder Vanillestangen, die man bei uns nicht bekommt. Dabei ist er so bunt und lebendig, quirlig und laut – voller Leben und Lebensfreude.
Die Menschen feilschen mit den Händlern um die Ware und den Preis. Alles sehr laut und in creolischer Sprache, die für unsere Ohren sehr exotisch und vor allem unverständlich ist. Ganz besonders interessant ist es, den Marktschreiern zuzusehen bzw. zuzuhören, obwohl wir sie nicht verstehen. Sie bieten ihre Waren in einer ohrenbetäubenden Lautstärke und in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit an. Der Fischstand ist auch total interessant, hier findet man so viele verschiedene Fische, von denen wir die meisten gar nicht kennen. Der Gestank allerdings ist bestialisch. Ich mag Fisch wirklich sehr gern – als Filet auf dem Teller. Aber so? Hier halten wir uns auch gar nicht lange auf. Echt interessant ist es auch, die weißen Kuhreiher zu beobachten. Sie stolzieren mit einer Arroganz und Würde auf den Verkaufstischen herum, als wären sie die Herren im Haus. Verkäufer und Käufer versuchen sie zwar immer wieder zu verscheuchen, aber das ist ein sinnloses Unterfangen. Die Reiher kommen immer wieder und lassen sich nicht stören. Im Gegenteil, sie versuchen ganz geschickt, noch bevor ein Fisch über den Ladentisch geht, einen fetten Fischbrocken herauszupicken.

Sir Selwyn Selwyn Clarke Market Obststand Fischstand

Von hier aus bummeln wir bis zum 8 Meter hohen Clock Tower, L’Horloge. Hierbei handelt es sich um eine Kopie des Londoner Big Ben, um den sich ein kleiner Verkehrskreisel windet. Dieser Clock Tower ist das Wahrzeichen von Victoria.

Mittlerweile ist es 13:30 Uhr und uns ist danach, eine Kleinigkeit zu essen. Direkt am Glockenturm gibt es ein Restaurant „Le Rendezvous“, das wir von unserer letzten Reise bereits kennen. Mal schauen, ob es immer noch so gut ist, wie wir es in Erinnerung haben. In diesem Restaurant kann man, wenn man Glück hat und Tische frei sind, oben auf der Veranda sitzen. Von hier aus hat man dann einen schönen Überblick auf das bunte Treiben in der kleinen Stadt. Wir bestellen uns jeder einen Mangosalat mit geräuchertem Fisch. Das ist eine exotische Kombination – die süße Mango und der Räucherfisch – unwiderstehlich! An die Salate auf den Seychellen haben wir nachhaltige und gute Erinnerungen. Die waren alle so lecker. Wir haben wirklich eine sehr gute Wahl getroffen. Ganz viel gestiftelte Mangos, grüner Salat, Tomaten, Gurken, Oliven und natürlich stark geräucherter Fisch. Die Preise sind allerdings gegenüber 2007 mächtig angestiegen. Wir zahlen für 2 Salate und 2 Cola 33,00 €. Das ist ungefähr das Doppelte zu dem von vor 6 Jahren. Aber egal, es schmeckt fantastisch.

Clock Tower Mangosalat mit geräuchertem Fisch Bicentennial Monument

Wir haben uns gerade überlegt, heute zum Craft Village zu fahren. Wir brechen also zu unserem Auto auf, schlängeln uns noch einmal durch die engen Gassen am Victoria Markt vorbei. Am Auto angekommen erwartet uns eine „nette“ Überraschung, der kleine Kerl springt einfach nicht an. So wie es klingt könnte es der Anlasser sein. Super! Wir rufen Elvis bei Sixt an und berichten ihm das Problem. Nach etwas mehr als einer Stunde steht Elvis grinsend neben uns und fragt, was wir mit dem Auto gemacht haben. Nichts haben wir gemacht, es springt einfach nicht mehr an. Wir tauschen die Fahrzeuge und nehmen nun den, mit dem Elvis zu uns gekommen ist. Es ist der gleiche Kia Picanto, nur dieses Mal ein roter.
Beim Abschied sage ich Elvis, dass ich ihn wirklich gern mag aber trotzdem hoffe, ihn während unseres Urlaubs nicht wiederzusehen. Er grinst. Mal schauen, wie weit und wie lange wir nun mit dem roten unterwegs sind.

Wir haben zwar eine Menge Zeit verloren wollen aber trotzdem noch ins Craft Village fahren. Dazu müssen wir durch Victoria durch und dann den Weg Richtung Flughafen nehmen. Man fährt hierzu ca. 20 Minuten. Das Craft Village liegt auf der Südroute rechter Hand. Die Ausschilderung ist auch sparsam ausgelegt und so sind wir wieder vorbei gefahren, als wir es im letzten Moment noch gesehen haben. Bei der nächsten Gelegenheit wollen wir wenden und diese Gelegenheit ist ausgerechnet die Takamaka Rum Distillery, La Plaine St. André. Hier werden wochentags Führungen angeboten, jeweils um 11:30 und 13:30, die 200 Rupien pro Person kosten. Im Eintrittspreis ist ferner eine Rumverkostung enthalten. Der Preis halbiert sich, wenn man im dazugehörigen Restaurant isst. Für uns ist es heute hierfür auch zu spät, diesen Besuch müssen wir auf einen anderen Tag verlegen. Wir fahren das kurze Stück zurück zum Craft Village, das auch Domaine de val des pres genannt wird. Hierbei handelt es sich um ein kleines Kunsthandwerkerdorf, in dem man sich mit der traditionellen kreolischen Kultur vertraut machen kann.

Im Craft Village findet man fünf Attraktionen, die die kreolische Architektur, das Kunsthandwerk und die Gastronomie betonen: das um 1870 erbaute „Gran Kaz“ Plantagenhaus; ein typisches Arbeiterhaus „La Kaz Rosa” aus dem 20. Jahrhundert; 12 Kunsthandwerks-Werkstätten, die einheimische Kunsthandwerke beherbergen und in denen man den Künstlern zuschauen kann und zum Schluss das „Maison de Coco”, ein aus Kokosnussprodukten gebautes Haus, in dem man Mitbringsel findet, die alle aus Teilen der Kokosnusspalme gemacht sind. Der Eintritt in dieses Kunsthandwerkerdorf ist frei.
Leider sind wir auch für die kleinen Läden schon zu spät, es ist bereits 17:00 Uhr. Die meisten sind schon geschlossen. Also bummeln wir nur ein wenig durch die Anlage, die wirklich sehr hübsch angelegt ist. Wir werden also an einem anderen Tag noch einmal etwas früher herkommen.

Wir wollen nun über die Nordküste zurück zum Beau Vallon fahren. Laut Reiseführer soll man am „Sunset Hotel“ im Norden tolle Fotos zum Sonnenuntergang machen können. Ich werde jetzt mal diese Strecke übernehmen. Mal schauen, ob ich das auch schaffe auf den engen Straßen, die meist ohne Seitenstreifen sind. Der Asphalt hört abrupt auf und linker Hand geht es oftmals gleich tief runter. Nachdem ich auch lange Zeit nicht mehr im Linksverkehr gefahren bin, muss ich mich erst wieder daran gewöhnen. Und so schwitze ich schon ein bisschen beim Fahren, es klappt aber prima. Uwe sitzt ganz entspannt neben mir, also scheint alles im grünen Bereich zu sein. :-) Ich wusele mich durch den Feierabendverkehr in Victoria, vor einigen der Kreisel stehen wir im Stau. Am L‘ Unité Monument fahren wir in die 5th June Ave. ab, die uns gleich zum nächsten Kreisel führt, dem Bicentennial Monument. Diese Plastik soll an Vögel erinnern und symbolisiert die Kontinente, aus denen die meisten Seychelloise kommen: Europa, Afrika und Asien. Umgangssprachlich wird es „Moniman trwa lezel“ genannt – Denkmal der drei Flügel. Nachdem ich nun auch in diesem Kreisel auf Anhieb die richtige Ausfahrt gefunden habe kann nichts mehr schief gehen. Wir befinden uns jetzt auf der einen Straße, die um die Nordküste führt. Die Straße wird jetzt noch schmaler (hätte nicht gedacht, dass das überhaupt noch geht) und unheimlich kurvenreich. Wir durchqueren kleine, romantische Dörfer und finden immer wieder Stellen, die den Blick auf das tiefblau leuchtende Wasser und unberührte Strände unterhalb der Straße freigeben.

Oftmals kann ich nur abenteuerlich mehr oder weniger mitten auf der Straße halten, wenn Uwe wieder einmal irgendwo ein tolles Motiv entdeckt hat. Er kraxelt und klettert dann die Hänge hinunter zum Meer, um seine Fotos zu machen.

Die Straße windet sich nun hoch über dem Wasser am Berg entlang. Hier im Norden findet man einige sehr luxuriöse Villen, die meistens von Europäern als Feriendomizil erbaut wurden. Unser Ziel ist das Hotel „Sunset Beach“ in der Nähe von Glacis, von dem aus man laut Reiseführer traumhafte Fotos zum Sonnenuntergang machen kann. Wir haben das Hotel erreicht, das von einem großen geschlossenen Tor geschützt wird. Zudem steht auch noch ein Wachmann parat, der das Tor für die Gäste öffnet. Wir stellen das Auto ab, bewaffnen uns mit unseren Kameras und sind gespannt wie die Flitzebogen, was uns hier jetzt erwarten wird. Tja – ganz nett würde ich sagen. Das ist aber auch schon alles. Ich weiß nicht, weshalb dieser Strand als DIE sunset-location angepriesen wird. Wirklich nicht schlecht, aber dafür muss man nicht extra hierher fahren – dafür gibt es auf Mahé weiß Gott viele tolle Strände an der Westküste, die für eine sunset-session besser geeignet sind. Na gut, wir haken dies unter Erfahrung ab.

Nordküste von Mahé Nordküste von Mahé Nordküste von Mahé

Jetzt geht es aber auf direkten Weg nach Hause und unter die Dusche. Wir wollen heute Abend noch einmal ins „La Fontaine Restaurant & Pizzeria“ gehen, dass nur wenige Schritte von unserem Chateau Martha entfernt liegt. Das Restaurant bietet internationale wie kreolische Küche an und serviert eine große Auswahl an Meeresfrüchten, einheimischen und internationalen Gerichten, einschließlich Pizza und Nudelgerichten. Das Restaurant kann man guten Gewissens empfehlen. Es ist geöffnet Montag bis Freitag von 11:00 Uhr – 23:00 Uhr. Uwe entscheidet sich heute für Hühnchen-Curry in Kokosnussmilch und ich wähle ein gegrilltes Fischfilet ohne Reis, dafür aber mit viel Gemüse. Alles sehr lecker! Für beide Gerichte inklusive 2 Bier zahlen wir 540 Rupien = 36,00 €. Tja, die Preise sind in den letzten 6 Jahren doch mächtig angestiegen. Wir leuchten uns mit unserer Taschenlampe den Weg zurück und trinken auf der Veranda noch ein kaltes Bier. Das hiesige Seybrew oder Seybrew Lime, das ich immer trinke, schmeckt sehr gut. Das Bier wird in deutscher Lizenz gebraut. Gegen 22:30 Uhr gehen wir ins Bett.

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4. Tag => Ostküste

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wir haben sehr schlecht geschlafen. Wir haben es mal ohne Klimaanlage versucht, da diese direkt auf Uwe’s Bett zieht. Und so haben wir regelrecht im eigenen Saft geschmort. Gegen 06:00 Uhr kämpft Uwe seinen morgendlichen Kampf, mich aus dem Bett zu kriegen – meistens geht er als Sieger aus dem Kampf hervor. Er sitzt bereits seit 15 Minuten auf der Veranda und beobachtet die Flughunde, die hier in unserem Garten irgendwo ihren Baum haben, in dem sie schlafen.
Nachdem ich mich dann auch endlich aus dem Bett gequält habe starten wir unseren 4 km Strandspaziergang. Etwas Besseres gibt es fast nicht zum Aufwachen. Heute haben wir bereits sehr zeitig Sonne am Strand. Das ist nicht immer der Fall, denn meistens hängen dicke Wolken über dem hohen Berg. Wir beschließen kurzfristig, noch einmal mit unseren Kameras zum Strand zu kommen, um das weiche Morgenlicht für Fotos auszunutzen. Uwe will Panos vom Beau Vallon machen und klettert dafür auf die hohen Granitfelsen. Das ist gar nicht so einfach mit dem Stativ und auf den nassen Steinen. Es ist auch nicht einfach, das Stativ dort oben zu positionieren. Aber irgendwie schafft er es.

Beau Vallon Beach

Im Gästehaus angekommen müssen wir erst einmal duschen. Heute ist so eine hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze, dass einem der Schweiß vom Nichtstun läuft. Yvette, ein anderes Hausmädchen, ist heute für unser Wohlbefinden zuständig. Yvette ist 57 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben nur als Hausmädchen gearbeitet. Seit einigen Jahren ist sie jetzt bei Cecile und fühlt sich hier sehr wohl. Sie ist total schüchtern. Wenn man sie aber anspricht geht sie aus sich raus. Mit einer Engelsgeduld erklärt sie uns sämtliche Bäume und Pflanzen im Garten und das Leben der Seychelloise. Als wir vom Duschen kommen steht schon ein riesiger Obstteller bereit, Kaffee und Omelette sind in Arbeit. Gegen 11:00 Uhr sind wir dann bereit zum Aufbruch.

Wir wollen heute den Südosten Mahé’s erkunden. Wir fahren über die St. Louis Rd. nach Victoria. Wenn man die Bergspitze erreicht hat und dann langsam nach unten Richtung Victoria fährt ist direkt nach einer scharfen Rechtskurve eine Stelle, von der aus man einen fantastischen Blick auf Victoria und die vorgelagerten Insel des St. Anne Marine National Parks hat. Leider ist hier nirgends eine Parkbucht, in der man das Auto für ein Foto abstellen kann. Und dabei lohnt der Ausblick wirklich. Ich möchte unbedingt ein Foto machen. Uwe kuschelt sich mit dem Auto ganz dicht in die Kurve und ich laufe den Berg hinunter. Ganz wohl ist mir nicht dabei, denn die Fahrzeuge kommen mir während des Fotografierens auf der engen Straße doch ziemlich nah. Nachdem ich dann die Fotos im Kasten habe winke ich Uwe, dass er mich rasch auf der Straße einsammelt. Wir fahren wieder durch Victoria hindurch, am Flughafen vorbei und dann die einzig mögliche Straße in den Süden. Die gesamte Küstenstraße wartet mit unheimlich vielen schönen Stränden auf. Wir finden zum Parken eine Lücke direkt an der Straße und schlängeln uns durch die dichte Vegetation zum Strand. Es ist nur eine kleine Bucht, aber total idyllisch. Ein einheimisches Pärchen hat es sich hier gemütlich gemacht, lässt sich aber durch uns nicht stören. Es ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Wir können uns fotografisch wieder austoben.

Ca. 3,5 km nach dem Flughafen kommt ein kleiner Berganstieg, der dann gleich wieder abfällt. Danach findet man auf der linken Seite mehrere kleine Abschnitte, an denen man das Auto abstellen kann. Hier ist die Anse Aux Pins and Turtle Bay. Dieser Küstenstreifen hat schmale Strände und seicht abfallenden Meeresboden. Es ist wirklich sehr abenteuerlich, das Auto hier irgendwo abzustellen. Da wir aber ein sehr kleines Auto haben, finden wir hierfür eine Lücke. Wir nehmen nur die Fotoausrüstung mit und suchen uns einen Weg zum Strand. Die kleine vorgelagerte Insel hat viel Ähnlichkeit mit der Insel St. Pierre vor Praslin. Der Strand ist einfach überwältigend und für Fotografen unbeschreiblich. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Das Wasser ist hier ganz ruhig und flach. Ich wage es deshalb, mit meiner Kamera weit ins Wasser hinein zu waten, um vom Wasser aus verschiedene Fotos zu machen. Allerdings habe ich die Wassertiefe dann doch etwas unterschätzt bzw. habe gar nicht bemerkt, wie weit ich eigentlich schon ins Wasser hinein gelaufen bin, es steht mir plötzlich fast bis zum Hintern. Die Hosen sind natürlich nass, aber das ist nicht so schlimm. Die trocknen wieder. Ich habe ein wenig Angst um meine Kamera, da ich in dem tiefen Wasser jetzt doch nicht mehr so trittsicher bin. Halt finde ich an den Granitfelsen, so dass ich nicht ins Wasser plumpse und trete dann geordnet den Rückzug an.

Uwe war derweilen am Strand geblieben. Er würde jetzt gern hier schnorcheln gehen. Er holt seine Bade- und Schnorchelausrüstung und zieht los. Ich habe heute keine Lust dazu und bleibe am Strand sitzen. Das Meer hat eine unheimlich beruhigende Wirkung. Die klitzekleinen Wellen, die man eigentlich gar nicht als Wellen bezeichnen kann, kommen flüsternd auf dem weißen Puderzuckerstrand zum Halten. Nach ca. 30 Minuten kommt Uwe zurück. Er hat tolle Unterwasseraufnahmen gemacht, sogar von einer Muräne. Er taucht auch gleich noch einmal ab.
Zwischenzeitlich hat es sich eine einheimische Familie neben mir gemütlich gemacht. Die sind hier mit Tisch und Stühlen und Grill aufgetaucht. Tja zum Samstag zieht es alle an den Strand. Hier geht es jetzt richtig zur Sache. Einer der Männer kommt per Boot zum Strand. Er bringt fangfrische Fische, die jetzt gleich auf den bereits brennenden Grill kommen. Am liebsten würde ich mich jetzt zum Essen einladen. Nun hat Uwe auch seinen zweiten Schnorchelgang beendet. Als er dann auch etwas abgetrocknet ist setzen wir unsere Fahrt fort. Unser nächstes Ziel ist die Anse Royal.

Anse Aux Pins Anse Royal Kirche an der Anse Royal

Der kleine Hunger meldet sich, es ist bereits nach 13:00 Uhr und damit Zeit, eine Kleinigkeit zu essen. In guter Erinnerung haben wir noch das Strandrestaurant „Kaz Kreol“. Vor diesem Restaurant gibt es einen kleinen, sandigen Parkplatz, auf dem wir auch noch ein Eckchen für unsere Kia finden. Das Restaurant ist rammelvoll. Wir entdecken tatsächlich noch einen freien Tisch, der allerdings im Niemandsland zu stehen scheint. Die Bedienung umkreist unseren Tisch 30 Minuten in sicherem Abstand und ignoriert uns geflissentlich und erfolgreich. Ich habe dann die Nase voll und stehe auf. Das brauche ich echt nicht, noch dazu, wenn ich Hunger habe. Da bin ich für solche Scherze nicht wirklich zu haben. Es wird nicht das einzige Restaurant hier an der Südküste sein. Im Nachhinein haben wir von anderen Touristen nur Negatives über dieses Restaurant gehört. Schlechter Service, nur befriedigendes Essen, aber hohe Preise. Na da sind wir ja froh, dass wir vorher noch gegangen sind.
Nur wenige Meter vom Kaz Kreol entfernt gibt es ein (zumindest für uns) unbekanntes, neues Restaurant, „Les Dauphins Heureux“. Das bezaubernde Restaurant liegt direkt am Wasser und hat einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Die Atmosphäre ist sehr kultiviert mit einem kreolischen Einschlag. Wir suchen uns einen Platz auf der Veranda und schauen auf einen wunderschönen kleinen Garten mit Palmen, an den sofort der Strand anschließt. Der Service ist erstklassig, die Küche exzellent. Da die Portionen hier immer überdimensioniert sind und wir nur eine Kleinigkeit essen wollen, bestellen wir eine Pizza und 2 Teller – eine gute Entscheidung. Die Pizza wird im Steinofen gebacken, wir haben sie mit geräuchertem Fisch bestellt. Total lecker. Für die Pizza und eine große Flasche Wasser zahlen wir 263,00 Rupien = 17,00 €. Dieses Restaurant ist täglich geöffnet. Gut zu wissen, viele Restaurants auf den Seychellen sind sonntags nämlich geschlossen. Hier werden wir sicher noch einmal zum Abendessen herkommen.

Nachdem wir uns jetzt gestärkt haben wollen wir dem Le Jardin du Roi (Königsgarten) einen Besuch abstatten. Ich hatte die blöde Idee fahren zu wollen. Geht auch alles sehr gut, es geht ein Stück weiter Richtung Süden.
Irgendwann kommt ein Hinweisschild, hier müssen wir rechts in Richtung Les Canelles abfahren. Nach ca. 1 km biegen wir links in ein kleines Dörfchen mit dem Namen Sweet Escot ab. Die Straße ist so schmal, dass ich dachte, sie sei nur einspurig und mache mir keine Gedanken, dass ich ja eigentlich links fahren müsste. Natürlich kommt mir einer entgegen und der ist auch ganz verwirrt, da ich auf meiner rechten Spur beharre. War aber auch ein Touri ;-), der schätzungsweise auch schon diese Probleme hatte. Nach ca. 300 m zeigt ein Richtungsschild nach rechts den Berg hinauf zum Spice-Garden bzw. Jardin du Roi. Diese Straße ist nun wirklich so schmal, dass selbst unser Kia Picanto rechts und links nicht mehr viel Platz hat und sie führt gefühlt senkrecht hoch. Ich hatte unser Auto schon ein gewaltiges Stück nach oben gequält, als mir einer entgegenkommt. Na klasse – und nun? Hier gibt es auch nichts zum Ausweichen. Ich muss wohl oder übel rückwärts wieder runter. Ich habe es geschafft, ohne Schaden anzurichten – überlasse Uwe aber unten freiwillig das Steuer. Ich bin dann doch nicht ganz so mutig.

Der Eintritt in den Garten kostet 110 Rupien pro Person, also ca. 7,00 €. Wir erhalten zwar so etwas wie eine Karte, aber so richtig schlau werden wir daraus nicht. Na egal, ich glaube kaum, dass wir uns hier groß verlaufen können. Die Lage ist einmalig in den Hügeln von Les Canelles. Im Le Jardin du Roi (Spicegarden/Gewürzgarten) werden die französischen Traditionen des Gewürzhandels aus dem 18. Jahrhundert fortgeführt. Der Garten ist in drei Bereiche unterteilt: Gewürze, medizinische Heilpflanzen und Regenwald. Es gibt einen kleinen Laden, in dem man Gewürze, handgemachte Kerzen und seltene Heilpflanzen kaufen kann. Leider liegt der gesamte Garten aufgrund der hohen Berge im Hintergrund bereits im Schatten. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Anse Royale.
Wir finden hier im Garten reihenweise Vanillestöcke, Citronelle, Zimt, Muskat, Pfeffer und andere Gewürze neben herrlichen Pflanzen und Blumen.
Der Garten ist sehr nett angelegt mit hin und wieder angebrachten Holzschildern, was sich hinter den einzelnen Pflanzen verbirgt. Die Beschreibungen der einzelnen Pflanzen könnten noch ausführlicher sein bzw. an vielen fehlt die Beschreibung, so dass man nicht wirklich erkennen kann, um was es sich hier handelt. Es gibt auch ein Gehege mit Riesenschildkröten. Allerdings finde ich es immer traurig, wenn Tiere in irgendwelchen Gehegen gefangen gehalten werden. Nach dem wir den Garten ausführlich in Augenschein genommen haben wenden wir uns nun dem Rundweg durch den Regenwald zu, der wirklich beeindruckend ist. Heute ist es unheimlich drückend und schwül, das richtige Klima für die Moskitos, die sich händeklatschend auf uns stürzen. Der Weg durch den Regenwald führt zunächst weiter bergauf und wir schwitzen was das Zeug hält. Unsere Shirts sind nass, als hätten wir mit Klamotten geduscht. Uwe braucht wieder einmal etwas länger für seine Fotos – ehe er den richtigen Standort für sein Stativ gefunden hat, das Motiv und und und. Ich stehe und warte ganz brav – und werde dabei fast von einer Frucht erschlagen. Keine Ahnung, was da aus großer Höhe wenige Zentimeter neben mir einschlägt. Der Schlag allein war schon erschreckend, wie ein Kanonenschuss. Wenn ich das Ding auf den Kopf bekommen hätte – gute Nacht, Marie. Unbeschadet hätte ich das nicht überstanden. Hatte wohl wieder einmal meinen Schutzengel auf der Schulter sitzen. :-)

Tropische Blüte Blick vom Le Jardin du Roi auf die Küste Lipstick Tree

Gegen 18:00 Uhr sind wir mit der Besichtigung fertig. Jetzt überlegen wir, ob wir nach Beau Vallon fahren, duschen und dann zu Abend essen. D.h. mindestens 1 Stunde Fahrt und eine weitere Stunde, um salonfähig zu werden. Oder ob wir so matschig wie wir sind, hier an der Anse Royal essen gehen. Wir entscheiden uns für Zweiteres. Da wir heute Mittag im „Les Dauphins Heureux“ so nett gesessen und noch besser gegessen haben, werden wir hier auch zum Abendessen halten. Wir entscheiden uns für „Fish of the Day“. Die Bedienung weist uns darauf hin, dass ein Fisch für 2 Personen vollkommen ausreichend ist, da er sehr groß ist. Der Fang des Tages ist heute Papageienfisch. Also nehmen wir nur einen, dazu Reis und Kürbischutney. Auf Empfehlung trinken wir Eistee aus Lemongras. Na das ist ja mal lecker! Die Bedienung ist wirklich exzellent und der Fisch erst – ganz vorzüglich. Das Abendessen kostet 600,00 Rupien = 40,00 € inklusive Getränke. Da kann man nicht meckern. Die Inhaberin verabschiedet uns persönlich und erzählt, ihr Vater hatte den Traum von einem Restaurant. Aufgrund seiner Krankheit führt sie nun seinen Traum weiter. Ein tolles Restaurant mit einem wunderbaren Ambiente.

Kurz nach 19:00 Uhr müssen wir im Laufschritt zum Auto. Wir sind in einen tropischen Regenguss geraten. Witzig, der Regen ist richtig warm. Der arme Uwe tut mir leid, er muss jetzt noch mindestens 1 Stunde fahren. Es schüttet wie aus Kannen, die Sicht ist gleich Null. Wir sind froh, als wir endlich in unserem Chateau angekommen sind.

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5. Tag => Beau Vallon

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Letzte Nacht haben wir die Klimaanlage wieder laufen lassen und deshalb sehr gut geschlafen. Bereits um 06:00 Uhr ist es Uwe gelungen, mich aus dem Bett zu kriegen. :-) Ich darf gar nicht daran denken, dass es nach deutscher Zeit erst 04:00 Uhr ist. Wir laufen die wenigen Meter zum Strand hinunter und genießen unseren 4 km Walk. Nur wenige Jogger, dafür aber umso mehr Seeschwalben sind mit uns unterwegs. Gerade als wir die Hälfte des Weges geschafft haben setzt ein starker Tropenguss ein. Der Regen ist warm, der Wind ist warm – ist also alles kein Problem. So schnell, wie der Regen aufkam, hört er auch wieder auf.

Heute Morgen ist Yvette wieder für uns da. Der Obstteller und Kaffee stehen schon bereit, als wir vom Duschen kommen. Nach dem Frühstück frage ich ihr Löcher in den Bauch nach den vielen verschiedenen Pflanzen und Bäumen, die in unserem Garten stehen. Direkt vor der Veranda wächst ein großer Brotfruchtbaum. Die Früchte sind noch nicht reif, dennoch krachen manche mit großem Getöse herunter. Neben dem Haus haben wir einen riesigen Apfelbaum, der wunderschöne rote Blüten hat. Ich hätte nie gedacht, dass dieses Ungetüm ein Apfelbaum sein könnte. Yvette hat eine Engelsgeduld und erklärt alles sehr ausführlich. Das Wetter ist heute sehr unbeständig. Ständig ziehen starke tropische Schauer über uns hinweg und es geht ein heftiger Wind. Die aneinander schlagenden Palmenwedel verursachen unheimliche Geräusche. Aufgrund des Wetters bleiben wir heute in Beau Vallon, wollen den kleinen Ort genauer erkunden.

Zunächst aber müssen wir unsere Getränke auffüllen und unsere leeren Flaschen wegbringen. Nur wenige Schritte von uns entfernt ist „Mike‘s Store“, in dem wir unsere Bier- und Colavorräte auffüllen können. Mike hat eigentlich immer geöffnet, obwohl wir nirgends Öffnungszeiten entdecken können. Wir sind ganz überrascht, dass er auch heute zum Sonntag seinen Laden geöffnet hat. Wenn er aber über den Tag irgendwann etwas zu erledigen hat, schließt er auch schnell mal für 1-2 Stunden ab. Da man sonntags schon mal Probleme bekommen kann, ein Restaurant für das Abendessen zu finden, wollen wir schauen, welche Möglichkeiten wir hier in Beau Vallon haben.

In kurzer Gehdistanz liegt das Boatshouse, in dem wir vor 6 Jahren auch schon gegessen haben. Hier gibt es Büffet. Wie gesagt, sonntags sind die Möglichkeiten zum Auswärtsessen nicht so üppig, also reservieren wir für heute Abend einen Tisch. Direkt hinter dem Sandstrand führt parallel eine kleine Straße entlang. Hier stehen heute viele Stände der Einheimischen, die „Take away“ verkaufen. Bei uns würde man von einer Würstchenbude sprechen. Alle Büdchen haben einen Grill, auf dem Huhn, Spieße und natürlich auch Fisch gegrillt wird. Und das riecht alles so verführerisch! Der Fisch lacht uns regelrecht an und wir wollen einen probieren. Normalerweise erhält man auch Reis und Gemüse dazu, darauf verzichten wir aber. Wir wollen nur den Fisch, für den wir 40 Rupien, also etwa 2,50 € bezahlen. Wir setzen uns gleich an den Strand und essen ihn hier. Der Fisch schmeckt göttlich.

Mike‘s Store Beau Vallon Beach Restaurant Boatshouse

Hier finden wir ein weiteres Strandrestaurant „La Plage“. Wir lassen uns von der Bedienung die Speisekarte zeigen, um herauszufinden, welche Speisen und zu welchen Preisen diese angeboten werden. Hm, das scheint eine sehr gehobene Klasse zu sein, die nur sehr hochpreisige, internationale Speisen im Angebot haben. Der Chef will sofort eine Reservierung für uns vornehmen. Er soll mal langsam machen, für heute Abend haben wir bereits andere Pläne.

Wir setzen unseren Spaziergang fort bis zur Kirche von Bel Ombre, da geht es nicht mehr weiter. Nachdem wir nun den Strand heute bereits zum zweiten Mal abgelaufen sind dachten wir, wir haben uns ein Eis verdient. Das wollen wir im La Plage essen. Da ich nirgends eine Eiskarte entdecken kann frage ich den Chef, ob er Eiscreme anbietet. Klar! Wir setzen uns und erhalten die Eiskarte, allerdings gleich mit den Informationen, welche Sorten nicht vorrätig sind, nämlich 8 von 10. Ich glaube, wenn man uns gesagt hätte, welche Sorten es gibt, hätte es nicht so lange gedauert. Gut, wir finden dennoch etwas. Ich entscheide mich für einen Becher Vanilleeis mit Amarettolikör und Papaya und Uwe für Schokoeis mit dunkler belgischer Schokolade. Es ist wirklich ein hochpreisiges Restaurant, die Eisbecher haben den stolzen Preis von 140 Rupien (9,00 €). Na, da lassen wir uns doch mal überraschen. Die Überraschung ist wahrlich groß. Zum einen warten wir fast 20 Minuten auf das Eis, obwohl im Restaurant kaum etwas los ist. Dann bekomme ich meinen Eisbecher. Schade, sie hätten mir eine Lupe dazu geben sollen. Damit hätte ich das Eis besser finden können. 1 Kugel Eis, einen Fingerhut voll Amaretto (kann man echt nur vermuten, geschmeckt habe ich nichts) und einige kleine Papayastücke. Und das für 9,00 € – das ist echt frech. Ich hätte fragen sollen, wann der Rest kommt. :-( Uwe wartet immer noch auf sein Eis. Ich muss aber nun doch beginnen, sonst kann ich das Kügelchen gleich trinken. Irgendwann kommt dann die Bedienung, es tut ihr furchtbar leid, aber sie haben kein Schokoeis. Das gibt es doch nicht, genau danach hatten wir gefragt. Sie will Uwe etwas anderes anbieten. Nein danke, wir sind bedient. Ich teile mein Kügelchen brüderlich mit Uwe und verlange dann die Rechnung. Plötzlich kommt der Chef gesprungen mit einem großen Teller Schokoeis mit Sahne. Nee danke Chef, nun nicht mehr. Also hier werden wir mit Sicherheit nie zu Abend essen.

Die nächsten 3 Stunden verbringen wir auf unserer Veranda. Ich komme direkt mal wieder dazu, ein Buch zu lesen. Noch dazu, wo ich dieses Mal Unmengen an Büchern dabei habe, meinem „Kindle“ sei Dank. :-)

Am späten Nachmittag reißt der Himmel noch einmal richtig auf und die Sonne kommt raus. Wir wollen unten am Strand einige Fotos machen, die jetzt im Licht der untergehenden Sonne sicher sehr schön werden. Am Strand trennen wir uns, Uwe geht rechts weiter, ich nehme die andere Richtung. Jetzt am Abend ist Flut, der Strand, zumindest hier an dieser Stelle, ist jetzt recht schmal. Ich wate durch das Wasser und halte die Kamera schön über Kopf, da die Wellen hier ganz ordentlich gegen die Felsblöcke klatschen. Es dauert nicht lange und ich bin ziemlich durchgeweicht. Angst habe ich nur um meine Kamera. Ich entdecke einen ziemlich großen Felsbrocken, auf dem ich vor dem Wasser gut geschützt wäre. Aber wie hier hochkommen? Uwe ist nicht da zum Schieben. :-( Ich lasse die Schuhe am Strand stehen und lege die Kamera vorsichtig oben ab. Dieser blöde Felsbrocken ist aber auch rund wie eine Billardkugel, den kann ich kaum packen. Ich brauche mehrere Anläufe, um hier hoch zu kommen. Mühsam, mühsam! Da ich aber stur wie ein Ochs‘ sein kann, gelingt es mir dann doch irgendwann und ich kann meine Fotos machen.

Jetzt muss ich aber von meiner Billardkugel runter, das Wasser steigt immer höher, so dass ich zum einen hier oben auch nicht mehr im Trockenen sitze und zum anderen schwimmen meine Schuhe bald davon. Außerdem muss ich schauen, wo mein Uwe ist. Ich hoffe, er ist nicht wieder irgendwo abgestürzt. :-) Aber nein, alles im grünen Bereich. Er hat sich auch wieder als Kitschknipser betätigt.

Beau Vallon Sunset Beau Vallon Sunset Beau Vallon Sunset

Wir begeben uns auf den Rückweg, müssen noch mal durch die „Maske“, da wir um 19:00 Uhr einen Tisch im Boathouse reserviert haben. Während ich auf der Veranda meine Kriegsbemalung auftrage will Uwe schnell noch die Fotos auf das Netbook überspielen.

Im Boathouse wäre eine Reservierung sicher nicht notwendig gewesen. Auch am späteren Abend ist das Restaurant nicht ausgebucht. Das Büffet ist toll, wobei wir der Meinung sind, dass es absolut überteuert ist. Man zahlt hier 20,00 € p.P. für das Essen. Als wir vor 6 Jahren hier gegessen haben, war es bedeutend günstiger und die Auswahl an Speisen war größer. Alles in allem kann man hier qualitativ sehr gut essen. Der frisch gegrillte Fisch ist ausgezeichnet, man kann unter verschiedenen Fischsorten wählen. Es gibt Unmengen an Beilagen, Gemüse und Salate. Auch Hühnchen- und Fischcurry ist vorhanden. Aber wer zu denen gehört (wie wir), deren Magen kein Fass ohne Boden ist, bezahlt hier einfach zu viel für ein Abendessen. Man kann qualitativ genauso gut oder besser und deutlich günstiger in anderen Restaurants essen. Letztendlich haben Uwe und ich nur Fisch und Salate gegessen. Das Dessert-Büffet ist ein bisschen mager. Nach dem Essen laufen wir nach Hause, trinken ein Bier auf der Veranda und liegen um 22:00 Uhr im Bett.

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6. Tag => Anse Major

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Uwe steht wieder tapfer um 05:45 Uhr auf und tritt seinen morgendlichen Kampf an, mich auch aus dem Bett zu kriegen. Um 06:00 Uhr hat er dann gewonnen :-) und wir marschieren unsere ersten 4 km am Strand. Kurz vor 08:00 Uhr sitzen wir gewaschen und gebügelt am Frühstückstisch. Heute haben wir ein neues Mädchen, Denise.

Die Wanderung zur Anse Major steht heute auf unserem Programm. Deshalb sitzen wir auch gar nicht lange beim Frühstück sondern sind bereits 09:00 Uhr startklar. Noch aus der Erinnerung wissen wir, dass der größte Teil des Weges ohne Schatten ist. Deshalb wollen wir so früh wie möglich los.

Die Anse Major ist ein abgelegener Strand im Nordwesten von Mahé. Diese wunderschöne Bucht ist nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen. Wir fahren mit dem Auto durch Beau Vallon, Bel Ombre nach Danzil. Hier ist ein kleiner Parkplatz, an dem wir das Auto abstellen können. Es ist heute wieder verdammt heiß, zumindest für uns Nordeuropäer, die den Winter bis jetzt noch nicht hinter sich gelassen haben. Wir quälen uns schwitzend den ersten kleinen Anstieg zum Ort Danzil hoch. Der Ort ist ziemlich langgezogen. Den ersten Teil des Trails können wir noch „beschattet“ genießen, da er durch einen Wald führt. Dabei geht es stetig bergauf. Oben angekommen laufen wir nun nur noch über die glattpolierten Granitfelsen. Jetzt allerdings ohne das schützende Dach der Bäume. Rechter Hand breitet sich unter uns das funkelnde Meer aus, das in verschiedenen Farbtönen (von türkis bis dunkelbau) leuchtet. Linker Hand befindet sich ein Meer aus sattgrün leuchtenden Pflanzen, aus denen sich die schwarzen Granitblöcke erheben. Die Farbkontraste sind einfach umwerfend.

Wanderung zur Anse Major Wanderung zur Anse Major Wanderung zur Anse Major

Die Hitze macht das Laufen etwas anstrengend, zumal der größte Teil des Weges vollkommen der Sonne ausgesetzt ist. Deshalb lassen wir uns auch Zeit, uns treibt schließlich keiner. An einigen Passagen muss man ganz schön über schmale Pfade balancieren, die mit Natursteinen ausgelegt sind. Diese Steine wackeln bei jedem Schritt und Tritt. Das ist nun so gar nichts für meine Höhenangst.

Nach ca. 3/4 des Weges erreichen wir eine „Höhle“, die aus riesigen heruntergefallenen Felsblöcken entstanden ist. Schatten! Wie herrlich. Hätte gar nicht gedacht, dass wir uns so über Schatten freuen können. Hier machen wir eine kleine Pause, bevor wir das letzte Stück des Weges angehen. Das Schöne auf den Seychellen ist, man kann sich getrost überall hinsetzen. Man muss nicht erst nach Schlangen oder anderem Getier Ausschau halten. So etwas gibt es auf diesen Inseln nicht. Von hier aus geht es zunächst allmählich, dann aber richtig steil nach unten. Das wird dann beim Aufstieg richtig fies. Freue mich jetzt schon darauf. Der kleine überdachte Picknickplatz kommt langsam in Sicht, d.h. wir können schon das Dach durch die Bäume schimmern sehen. Wenn man hier steht, hat man es fast geschafft. Das Schönste aber ist der atemberaubende Ausblick auf diese wunderschöne kleine Bucht, die uns jetzt zu Füßen liegt. Hier muss man erst einmal sitzen und den Anblick genießen. Obwohl man sich am liebsten gleich von hier oben in die Fluten stürzen möchte. Wäre aber ein tiefer Fall! :-) Der weiße Sandstrand leuchtet unheimlich hell und ist von schwarzen Granitsteinen an den Seiten begrenzt. Dahinter ist dichter grüner Regenwald. Das Meer leuchtet in allen möglichen Farbtönen. Diesen Blick vergisst man nicht. Wir akklimatisieren uns im Schatten. Außerdem braucht Uwe wieder seine Zeit für Fotos und Panos – von mir aus. Ich sitze gut und trocken. Ich habe heute Fotos für eine Trailbeschreibung gemacht und mache mir derweilen entsprechende Notizen. Nun gehen wir den letzten Abstieg an. Zum guten Schluss müssen wir uns noch einen Weg über Felsbrocken suchen, bis wir dann endlich zum Strand hinunter geklettert sind.
Außer uns sind tatsächlich noch 4 weitere Leute hier am Strand. Neuerdings gibt es eine kleine „Polizeistation“. Inwieweit dies tatsächlich ein Polizist ist kann ich nicht beurteilen. Heute scheint er frei zu haben. Er fährt müde Wanderer auch mit einem Boot zurück nach Danzil. Nur gut, dass wir von Haus aus auf Wanderung eingestellt sind. Wenn wir uns auf die Rückfahrt verlassen hätten wären wir verlassen gewesen. Wir lassen uns jetzt im Schatten der Bäume auf unsere Handtücher plumpsen. Natürlich nicht ohne den obligatorischen Blick nach oben. Keine Palme – gut. Dann können uns auch keine Kokosnüsse auf den Kopf fallen. :-) Uwe will schnorcheln gehen. Ich nicht. Ich spiele jetzt Faultier und mache dabei einen guten Eindruck. Das kann ich gut. :-) Hatte schon genug Sport für heute. Uwe kommt auch recht schnell wieder. Das Meer ist heute so unruhig und aufgewühlt, die Sicht ist gleich Null. Also werden wir hier ein wenig am Strand herum lümmeln.

Wanderung zur Anse Major Anse Major Anse Major

Jetzt wird es Zeit für uns, den Rückweg anzutreten. Der Anstieg ist, wie bereits vermutet, absolut fies. Zuerst müssen wir über die großen Granitsteine klettern und dann geht es steil hinauf. Mensch, so schnell kann man gar nicht schwitzen, wie hier das Wasser läuft. Unsere T-Shirts sind klitschnass. Wir verweilen noch einmal an dem kleinen Picknickstand, zum einem, um wieder zur Puste zu kommen und zum anderen natürlich, um noch einmal den spektakulären Blick zu genießen.
Nach dem überdachten Picknickplatz geht es noch einmal richtig steil bergauf – dann haben wir die „Flughöhe“ erreicht und laufen eigentlich nur noch geradeaus. Die kleine Höhle kommt uns auch wie gerufen. Wir akklimatisieren uns im Schatten der großen Steine, bevor wir nun ohne weitere Pause zurücklaufen.
Ich werde heute das Gefühl nicht los, dass sich der Weg endlos zieht. Normalerweise kommt einem der Rückweg immer kürzer vor. Heute denke ich, es baut vorn einer immer noch ein Stück Weg an. Wir sind beide ganz schön geschafft, als wir am Auto ankommen.

Wir fahren ohne Zwischenstopp nach Hause, duschen ausgiebig und fallen dann in die Korbsessel auf unserer Veranda. Von denen erheben wir uns bis zum Abendessen nicht mehr.

Uns steht heute der Sinn nach einer Pizza. Die Baobab Pizzeria liegt auch nur wenige Schritte von unserem Haus entfernt. Angeblich ist sie auch täglich geöffnet und diese steuern wir jetzt an. Tja denkste Puppe, aus welchen Gründen auch immer – sie hat heute geschlossen. Also gehen wir vis-á-vis – nun schon zum dritten Mal – ins „La Fontaine“. Auch hier kann man Pizza essen und das ist das, was wir heute wollen. Uwe bestellt sich Thunfischpizza und ich eine mit geräuchertem Fisch. Direkt hinter uns steht der große Steinofen, in dem hier die Pizzen frisch gebacken werden. Die Thunfischpizza ist hervorragend. Meine – na ja, geht so. Mit dem geräucherten Fisch war man sehr sparsam. Aber egal, geschmacklich gibt es nichts zu meckern und außerdem haben wir Hunger. Außer dem Frühstück heute haben wir jeder nur 3 kleine Apple Bananas und eine ½ Papaya gegessen. Die beiden Pizzen und 2 Bier kosten 385,00 Rupien = 25,00 €. Wir schleichen nach Hause, trinken noch ein Bier und fallen um 21:00 Uhr wie tot ins Bett.

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7. Tag => Victoria & Nordwestküste

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wir sind ganz stolz auf uns, dass wir es tatsächlich schaffen, jeden Morgen kurz nach 06:00 Uhr die 4 km am Strand zu laufen. Das habe ich aber ehrlich Uwe zu verdanken. Allein würde ich meinen Hintern nicht aus dem Laken kriegen. :-) Logischerweise begegnen uns morgens immer die gleichen Leute, die walken oder joggen. Es sind nicht viele. Als wir vom Duschen kommen hat Denise bereits unser Frühstück vorbereitet.

Ganz dringend und so ziemlich als erstes müssen wir heute in die Wechselstube. Unser getauschtes Geld ist aufgebraucht. Außerdem wollen wir ein Internet-Café suchen. Also fahren wir als erstes nach Victoria. Der Parkplatz vor dem Victoria Market ist wie immer brechend voll. Daher heißt es heute erneut: abenteuerliches Parken irgendwo am Straßenrand, wobei der Rand immer sehr eng bemessen ist. Aber Uwe „bastelt“ unseren kleinen Kia in die enge Parklücke.

Zunächst geben wir unsere Karten im Postamt auf und gehen von hier aus ins Visitor Center. Wir haben immer noch keine Wanderkarten finden können und wollen jetzt hier unser Glück versuchen. Die Dame dort will uns auf unsere Frage nach Wanderkarten sofort geführte Wandertouren aufschwatzen. Es wäre sehr gefährlich, allein diese Touren zu machen. Ganz zufällig hat sie auch einen deutschsprachigen Tourguide „bei der Hand“, den sie auch sofort anruft. Hallo? Wir wollen keine geführte Tour buchen, weder morgen noch an einem anderen Tag. Wir wollen Karten und allein gehen. Zufällig ist dieser Guide morgen frei und würde uns einen guten Preis machen. Nee meine Liebe, jetzt mal langsam. Ich lasse mir die Telefonnummer des Guides aufschreiben und werde ihn nach Bedarf anrufen. Dabei weiß ich jetzt schon, dass sich der Bedarf nicht einstellen wird. Die nächste Frage bezieht sich auf eine Bootstour nach Saint Anne Marine National Park. Aber wir wollen nur mit einer kleinen Gruppe fahren, nicht auf einem Riesenschiff mit tausend Leuten. Oh ja, da hat sie auch etwas, auch für morgen. Ein kleines Schiff und bislang hätten sich nur 3 Leute angemeldet. Ob sie uns gleich eintragen soll? Ich mache ihr klar, dass wir uns das überlegen und dann entscheiden wollen, was und ob wir was machen. Sie ist mittlerweile etwas pikiert, weil sie uns nichts verkaufen kann. Unter einer Touristinformation verstehe ich eine Beratung und Tipps und keine Verkaufsagentur, die möglicherweise auch noch an den vermittelten Touren prozentual beteiligt wird. Sie soll uns mal die Telefonnummern aufschreiben und wenn wir dann entschieden haben, ob und was wir machen wollen, können wir selbst anrufen. Wir sind ja schließlich schon groß.
Wanderkarten haben wir leider wieder nicht bekommen. Das war schon vor 6 Jahren aussichtslos. Allerdings waren wir davon ausgegangen, dass diese Karten mittlerweile vorrätig sind. Wir bummeln langsam, also den Temperaturen und der allgemeinen, seychellischen Geschwindigkeit angepasst, zum Mittelpunkt des überschaubaren Städtchens zurück.

Victoria Victoria Victoria

Dabei kommen wir am Restaurant „Pirates Arms“ vorbei. Na, das passt ja prima, dass wir gerade durstig sind. Wir kennen das Restaurant bereits von unserem Besuch von vor 6 Jahren. Damals haben wir hier sehr gut gegessen.
Wir suchen uns einen Platz in diesem doch recht gemütlichen Restaurant. Es ist immer gut besucht, liegt es ja auch im Herzen Victorias. Das Essen ist sehr gut und die Preise moderat. Hier isst man auf jeden Fall günstiger als bei uns am Beau Vallon. Zudem gehört es auch zu den wenigen Restaurants auf den Seychellen, die täglich geöffnet haben. Die Bedienung bringt die Karte. Doch wir wollen nur eine kalte Cola. Während wir auf diese warten blättern wir ein wenig in der Speisekarte und entdecken Passionsfruchtsaft. Wir rufen die Kellnerin zurück und fragen, ob dieser Saft aus der Dose kommt oder wirklich frisch „gepresst“ ist. Es wäre frischer Saft. Okay, den probieren wir. Ferner entdecken wir auf der Karte „exotischen Fruchtsalat mit Räucherfisch“. Mmh, der ist so lecker. Ein Blick auf die Uhr zeigt die Mittagsstunde an und damit ist auch ein Salat gerechtfertigt. :-) Der Salat wird uns ohne weitere Aufforderung mit 2 Tellern und 2 x Besteck gebracht. Der Saft ist wirklich göttlich und der Salat erst…. unbeschreiblich gut. Es ist absolut üblich, dass man sich die Speisen teilt. Diese Kombination aus süßen Früchten wie Äpfel und Mango mit Oliven, Gurken, Tomaten und den scharf geräucherten Fisch – superlecker. (212,00 Rupie = 13,50 €).

Nachdem wir uns gestärkt haben nehmen wir den Weg zurück zum Auto über den Victoria Market. Allerdings ist heute bei Weitem nicht so viel los wie am Wochenende. Und gerade die Menschen, das bunte Gedränge, macht diesen Markt so unheimlich interessant und speziell.

Unser heutiges Ziel sind die Strände an der Nordwestküste. Ich werde uns heute mal wieder über die Insel kutschieren und Uwe kann entspannt daneben sitzen und die Gegend begucken. :-) Eigentlich fahren wir von Beau Vallon immer mit der Kirche um’s Dorf. Beau Vallon liegt an der Nordküste, es wäre einfacher, gleich westlich weiter zu fahren. Nur kommt man da nicht weit. Also fährt man nach Victoria und sucht sich dann eine der wenigen Straßen über die Berge nach Westen. Ich fahre zunächst Richtung Flughafen und muss nun aufpassen, dass ich in einem der um Victoria herum angeordneten Kreisel die richtige Ausfahrt über die Berge finde. Mit der Ausschilderung ist man hier auf den Seychellen ziemlich sparsam umgegangen. Okay, die Einheimischen wissen, welche der vielleicht 5 Straßen sie nehmen müssen. Aber die Touris? Die haben es da nicht ganz so einfach, zumal die Karten auch nicht wirklich viele Informationen hergeben. Mein Uwe hat mich in einem Kreisel irgendwie falsch geleitet. Die Straße, die ich jetzt fahre, verdient den Namen Straße eigentlich gar nicht, so schmal wie sie ist. Und verdammt kurvenreich. Die ganze Sache hat aber den Vorteil, dass wir nun zu einer Kirche kommen, die wir bereits mehrere Male auf der Fahrt nach Süden von Weitem bewundert haben, aber nirgends eine Stelle zum Halten für Fotos fanden. Super! Und nun stehen wir direkt davor. Wir sind in einem kleinen Ort namens Cascade mit einer wunderschönen Kirche, der St. Andrews Church.
Wir stehen direkt hinter einem Fisch-Verkaufsstand. Hier haben die Fischer gerade ihre kleinen Boote verankert und die fangfrischen Fische zum Verkauf ausgelegt. Im Sekundentakt kommen jetzt die Autos gefahren. Die Fische werden begutachtet, es wird gefeilscht, die Qualität der Fische diskutiert, schnell Geld gegen Fisch getauscht und ruck-zuck ist man mit dem Abendessen auf und davon.

Restaurant Pirates Arms Fischverkauf in Cascade Kirche von Cascade

Wir freuen uns zwar, dass wir diese hübsche Kirche nun von Nahem betrachten konnten, wissen aber immer noch nicht so richtig, wie wir über die Berge kommen. Uwe fragt in einem kleinen Krämerlädchen nach. Wir müssen also doch noch bis zum Flughafen fahren, weiter bis zur Turtle Bay und dann rechts auf die Chemin Montagne Possee abbiegen. Die Serpentinen sind sehr steil und da unser Kia doch sehr schwachbrüstig ist, hat er mächtig zu tun. Die Spitzkehren sind nicht einfach, zumal es aufgrund fehlender Leitplanken und Seitenstreifen links vom Straßenrand gleich richtig abwärts geht. Puh, Uwe zieht oftmals zischend die Luft durch die Zähne. Keine Panik, ich habe alles im Griff! ;-) Oben angekommen hat man gar keine Zeit zum Nachdenken, es geht gleich und sofort genauso steil wieder runter. Uwe wird als Beifahrer aber mit fantastischen Ausblicken verwöhnt. Wir haben uns mittlerweile auch die Fahrweise der Einheimischen angewöhnt und bleiben glatt für ein Foto mitten auf der Straße stehen. Tja, wo soll man auch sonst stehen?
Auf der anderen Seite entdecken wir eine Tankstelle und beschließen, das Auto gleich aufzutanken. Der Tank ist bereits halb leer. Das Benzin ist auch nicht gerade günstig, der Liter kostet 1,44 €.
Unten angekommen kreuzen wir die 5th June Ave. (Anse Boileau) und fahren rechter Hand wieder in den Norden. Eigentlich wollten wir gar nicht so weit im Süden heraus kommen, das ist nur einer falschen Abfahrt im Kreisel geschuldet.

Leider sind die Zugänge zu den wunderschönen Stränden im Norden nur schwer bis manchmal gar nicht möglich. Der Strand bei Port Glaud ist eine absolute Wucht. Nach einem ganzen Tag „Strand-gucken“ weiß man abends gar nicht mehr, welcher Strand nun der schönste und kitschigste war. :-)

Wir fahren weiter bis zur Anse L’Islette zum Sundown Restaurant. Wir halten direkt vor dem Restaurant, das uns allerdings einen sehr ruhigen Eindruck vermittelt. Als wir aussteigen kommt ein junger Seychelloise und spricht uns sofort an. Er informiert uns, dass das Restaurant derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Das ist aber wirklich Pech. Aber der junge Mann meint, den Blick von der Terrasse müsse man einfach mal genießen. Er winkt uns ihm zu folgen. Im Slalom bewegen wir uns durch die Baustelle, Bäume und Gestrüpp – und dann stehen wir auf der Terrasse des Restaurants. Der Blick ist einfach paradiesisch. Wir können uns sehr gut vorstellen, hier zum Abendessen auf der Terrasse den Sonnenuntergang zu beobachten. Aber wenigstens machen wir richtig schöne Kitsch-Fotos. Gegenüber des Sundown-Restuarants steht eine hübsche Kirche, die wir noch besichtigen. Leider können wir den Namen nicht in Erfahrung bringen. Ja, Kirchen gibt es viele auf den Inseln. Die Seychelloise sind alle sehr katholisch.

Wir fahren weiter Richtung Norden und es dauert nicht lange und die Straße wird nur noch einspurig. Auch nicht schlecht. Ich weiß zwar momentan nicht, wohin ich ausweiche, wenn mir ein Fahrzeug entgegen kommt. Aber darüber werde ich mir später Gedanken machen. Uwe entdeckt permanent kleine Lücken im tropischen Buschwerk und lässt mich ständig halten. Dann hangelt er sich irgendwie die Hänge hinunter zu den Stränden. Ich hätte nicht gedacht, dass wir einen so regen Gegenverkehr haben. Da ich dann doch immer sehr zur Hektik neige bitte ich Uwe, doch jetzt das Fahren zu übernehmen.

Fantastische Aussicht auf die Westküste Anse L’Islette Traumstrand

Ganz im Norden ist ein ehemaliges Jugendlager, das man nicht befahren darf. Wir sind nun am geschlossenen Tor angekommen, hier heißt es jetzt umkehren. Wir treten jetzt den Rückweg an und fahren über die Chemin La Misere über die Berge. Dabei passieren wir die Hotelfachschule, die auch „unsere“ Denise besucht hat. Auf der anderen Seite gibt es einen tollen Aussichtspunkt, der einen spektakulären Ausblick auf die vorgelagerten Inseln, das unten liegende Eden Island bis Victoria bietet. Eine große Schautafel im Panorama-Format kennzeichnet alle Inseln, so dass man eine gute Zuordnung und Orientierung hat. Leider ist die Sonne zum jetzigen Zeitpunkt bereits hinter den hohen Bergen verschwunden, so dass das unter uns liegende Eden Island bereits vollkommen im Schatten liegt. Diese Stelle müssen wir unbedingt zu einem früheren Zeitpunkt noch einmal aufsuchen.

Von hier aus kommt man direkt in die Mont Fleuri Road, am Botanischen Garten vorbei und ist ruck-zuck wieder in Victoria. Wir haben es gut abgepasst. Punkt 18:00 Uhr schlagen wir in Victoria auf. Ab jetzt muss man keine Parkgebühren mehr zahlen. Wir stellen das Auto auf der Hauptstraße ab und gehen um den Glockenturm herum zum Pirates Arms Restaurant in der Independence Ave. Wie jeden Abend sitzen einige alte Leute auf Bänken und schauen die Nachrichten. Am Liberty House, in dem auch das Postamt untergebracht ist, hängt ein überdimensionaler Großbildschirm, auf dem täglich u.a. Nachrichten des seychellischen Fernsehens zu sehen sind. Im Pirates Arms finden wir einen Tisch direkt am Fenster. Uwe bestellt sich Thunfischsteak mit creolischer Sauce und Reis und ich entscheide mich für gegrillten Red Snapper, allerdings ohne Reis, dafür mit Salat.

Ich darf schon mal ein Bier trinken, Uwe entscheidet sich noch einmal für den leckeren Passionsfruchtsaft. Zu Uwe’s Thunfisch gehört noch ein kleines Schälchen mit Chili. Da ich ja vom Scharfen nie genug bekommen kann, bediene ich mich auch fleißig aus dieser kleinen Schale. Eigentlich müsste ich es ja wissen – aber leider, ich werde einfach nicht klug. Ich schaufele mir großzügig den grünen Chili auf meinen Red Snapper und leide plötzlich an Atemnot. Alter Falter! Hierfür müsste es einen Waffenschein geben. Meine Lippen wachsen urplötzlich auf mindestens das Doppelte an und erwachen zum Leben. Alles pocht und pulsiert. Aber ich habe es überlebt und nehme nur noch kleine Mengen auf meinen Fisch. So habe ich mir die Schnute schon lange nicht mehr verbrannt. Aber trotzdem lecker, wenn man es in Maßen und nicht wie ich in Massen genießt. Diese Chilipaste wird in den Restaurants frisch zubereitet aus diesen klitzekleinen, harmlos aussehenden Chilischoten, die zerdrückt oder gestoßen und dann mit Lemonsaft vermischt werden. Die Fischgerichte waren wieder super lecker, vor allem der Red Snapper. Wir zahlten für beide Speisen, 2 Bier, 1 Passionsfruchtsaft und eine große Flasche Wasser 500,00 Rupie = 32,00 €. Im Pirates Arms kann man also durchaus sehr gut und zu moderaten Preisen essen.

Nach dem Essen fahren wir in der Dunkelheit nach Hause. Uwe tut mir immer richtig leid, dass er die Nachtfahrten übernehmen muss. Aber mit meiner Nachtblindheit und bei diesen Straßen, ich denke, das ist die sichere Variante. Wir trinken auf der Veranda noch ein kühles Seybrew und gehen 21:30 Uhr schlafen.

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8. Tag => Südostküste

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Nachdem wir unseren allmorgendlichen Beachwalk gemacht haben kommen wir zeitgleich um 07:15 Uhr mit Denise im Haus an. Während wir duschen macht sie das Frühstück. Cecile hatte gerade angerufen und uns ausrichten lassen, dass sie uns am Freitag gern zum Essen einladen möchte. Sie will uns 19:30 Uhr im Haus abholen. Darauf freuen wir uns.

Gegen 11:00 Uhr sind wir dann auch endlich für den Aufbruch bereit. Wir wollen heute noch einmal die Ostküste runterfahren. Das letzte Mal hatten wir es gar nicht bis zur Anse Forbanse geschafft. Ich übernehme die Hintour. Durch Victoria fahren wir heute ohne Stopp durch, folgen der „Hauptstraße“ am Flughafen vorbei und fahren bis zur Anse Royal durch. Das sind ca. 30 km von Victoria. Bei Fairyland sind auch die besten Schnorchelstellen an der Anse Royal. Das relativ flache Wasser wird durch ein ca. 20 km langes Riff geschützt. Doch die Strömung kann trügerisch stark sein, deshalb sollte man nicht über das Riff hinaus schwimmen.
Hier macht Uwe ein Pano. Am Ende der Anse Royal sieht man die kleine anglikanische Kirche, die direkt am Strand steht. An dieser Kirche halten wir natürlich auch für Fotos.

Kirche an der Anse Royal

Dann geht es weiter südwärts, die Straße wird wieder schmaler. Plötzlich fahren wir durch ein Stück Regenwald, einfach traumhaft schön. Im letzten Moment fällt mir ein, hier für ein schönes Regenwald-Pano zu halten und fahre abrupt von der Straße ab. Puh, das hätte aber ins Auge gehen können, es war wieder einmal kein Seitenstreifen sondern nur irgendeine Mauer vorhanden, die ich aber aufgrund von hohem Gras nicht gesehen habe. Auweia, das Auto hat ganz schön gestöhnt. Uwe stiefelt mit Stativ und Kamera in den Wald hinein. Ohje der Arme, die Moskitos stürzen sich freudestrahlend auf ihn. Aber er hält durch, zumindest, bis er das Pano im Kasten hat. Vorsichtig, ganz vorsichtig fahre ich den kleinen Kia aus dieser abenteuerlichen Parklücke, die keine war.

Mittlerweile ist es auch schon wieder kurz vor 14:00 Uhr und der kleine Hunger meldet sich. An der Anse Parnel, eine Bucht kurz vor der Anse Forbanse, entdecken wir linker Hand ein kleines Restaurant. Wir halten, um mal zu schauen. Das „Surfers Beach Restaurant“ bietet internationale und kreolische Küche an und ist geöffnet. Das Restaurant liegt, wie der Name schon sagt, direkt an einem weißen Sandstrand.
Man sitzt draußen auf einem Patio und hat eigentlich von jedem Tisch aus direkten Blick zum Strand und auf’s Meer. Es ist richtig gemütlich. Hier könnte man selbst, wenn man wollte, während der Essenszubereitung schnell noch im Meer schwimmen. Eine Frischwasserdusche, um sich das Salzwasser abzuspülen, steht den Gästen zur Verfügung. Aber wir wollen nicht baden, wir wollen etwas essen. Wir bestellen uns einen exotischen Salat mit Räucherfisch und Knobibrot, beides zum Teilen. Der Service ist hervorragend und der Salat wieder eine Wucht. Hier kann man wirklich sehr gut und zu moderaten Preisen essen. Wir zahlen für das Essen und 2 Cola 297,00 Rupie = 19,00 €.

Von hier aus ist es jetzt nicht mehr weit bis zur Anse Forbanse, die mit tollen Fotomotiven aufwartet. Es heißt, dass diese Bucht zu Zeiten der Seeräuber von Piraten besucht wurde. Relikte aus dieser Zeit haben wir nicht mehr gefunden. Dafür aber einen traumhaften Strand mit weißem Puderzuckersand, der rechts und links von großen Granitsteinen gesäumt wird. Das Wasser ist glasklar, glitzert und schimmert in allen erdenklichen Farben. Man kommt hier aus dem Träumen einfach nicht heraus.
Ich glaube, Uwe hat seine Fotomotive bereits gefunden. Er läuft, ohne rechts und links zu schauen oder gar auf mich :-( drauf los. Im Wasser steht ein junges Mädchen, das einen kleinen Jungen beim Baden beaufsichtigt. Der kleine Kerl, ein richtiges properes „Michelinmännchen“ hat so unheimlich viel Spaß im Wasser, er plantscht und spritzt und kann gar nicht genug kriegen.
Ich kann gar nicht anders, ich muss da erst einmal hin. Ich setze mich in den Sand und beobachte die beiden und komme auch irgendwann mit der jungen Mutter ins Gespräch. Der Kleine, Leroy, ist 12 Monate alt. Ich frage das Mädchen, ob ich den Kleinen fotografieren darf.

Surfers Beach Restaurant Anse Forbanse Leroy

Ursprünglich wollten wir auch noch zur Anse Marie-Louise, haben aber irgendwie die Abfahrt verpasst. Ganz plötzlich sind wir an der Westküste gelandet. Na ja auch nicht schlimm. War zwar nicht geplant, aber wir hätten uns auch schlimmer verfahren können. :-)

Wir passieren die Anse Takamaka ganz im Süden, an der wir heute aber nicht halten. Während der Fahrt sehen wir linker Hand eine tolle Bucht durch die Bäume schimmern. Ich will eigentlich nur mal für ein Foto aussteigen. Uwe hält wieder abenteuerlich am Straßenrand. Ich schlängele mich durch das Buschwerk und die Bäume bis zum Strand und bin begeistert. Nur ein Foto wäre viel zu schade. Wir sind an der Anse Gaulettes in der Baie Lazare. Der Strand ist hier zwar nicht so breit – ich merke schon, das ist „Meckern auf hohem Niveau“. Wir sind jedenfalls total begeistert und versuchen uns vorzustellen, was wohl Lazare Picaults empfunden haben muss, als er hier als erster Seefahrer auf Mahé gelandet ist. Er nahm die Insel 1742 für die Franzosen in Besitz. Der Strand ist gesäumt von Palmen, die noch dazu kitschig und fotogen schräg zum Wasser wachsen. Wir laufen hier die ganze Bucht ab. Einfach nur ein Traum! Wie an so vielen Stränden sind wir auch hier allein – bis auf ein weiteres Paar. Irgendwie packt es mich, ich will jetzt auch mal auf eine Palme klettern. Mein Aufstieg dauert etwas lange und ist schweißtreibend, aber ich habe es geschafft. :-)
Jetzt ist allerdings auch Uwe’s Ehrgeiz angestachelt. Keine Frage, er meistert dies sportlich elegant, so wie das die Insulaner machen. Seine Haltungsnoten sind hervorragend. Man könnte meinen, er klettert täglich auf Palmen.

Anse Parnel Anse Gaulettes Auf der Palme ...

Die Sonne ist schon fast untergegangen, als wir uns dann endlich zur Weiterfahrt entschließen. Es ist ganz witzig hier, die Sonne plumpst ganz schnell ins Meer, danach hat man vielleicht noch ca.10 Minuten so etwas wie Dämmerung und dann ist es stockdunkel. Wir fahren über die Chemin Les Canelles Road, die direkt an der Anse La Mouche rechts über die Berge zur Ostküste führt. Ohne weiteren Stopp fahren wir bis Victoria durch, das wir Punkt 18:00 Uhr erreichen. Sehr praktisch, ab 18:00 Uhr kann man kostenfrei parken. Obwohl das Parken in Victoria wahrlich kein Vermögen kostet. Nervig sind nur die komischen Parkscheine, die man für 2,00 Rupien kauft und mit denen man dann 30 Minuten parken kann. Aber wer hat schon Lust, wenn man beim Essen im Restaurant sitzt, alle 30 Minuten einen neuen Parkschein ins Auto zu legen?

Unser Ziel heute Abend ist noch einmal das Restaurant „Pirates Arms“, da wir hier gestern wirklich sehr gut gegessen haben. Auch heute geht die Auswahl der Speisen ganz schnell. Wir entscheiden uns wieder für gegrillten Fisch (heute mal Chope, was auch immer das für ein Kamerad ist??) mit Salsa, Uwe natürlich mit Reis, ich wieder nur mit Salat.
Da ich meinen Anteil an Fahrstrecke schon hinter mir habe, darf ich jetzt schon mal ein kaltes Bier genießen. Uwe ist nicht traurig darüber, er bestellt sich wieder diesen leckeren Passionsfruchtsaft. Für Speisen und Getränke zahlen wir 418,00 Rupien – das sind 27,00 €. Auf dem Weg zu unserem Auto kommen wir wieder am Liberty House vorbei. Die alten Herrschaften schauen hier wie jeden Abend auf der überdimensionalen Leinwand die Nachrichten, die dann lautstark kommentiert werden.

Uwe schlängelt unseren Kia sehr rasant die steilen Kehren den Berg nach Beau Vallon hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Jetzt bin ich mal dran, die Luft zischend durch die Zähne zu ziehen. :-) 19:30 Uhr haben wir Chateau Martha erreicht. Wir sitzen jeden Abend allein auf der Veranda. Die Gäste des anderen Zimmers, alles junge Leute, gehen immer schon mit den Hühnern schlafen. Wir trinken noch kaltes Seybrew, gehen duschen und fallen dann auch todmüde ins Bett.

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9. Tag => Westküste

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Es ist 06:00 Uhr morgens und wir sind bereits am Strand unterwegs. Wir treffen jeden Morgen die gleichen Leute, die wie wir die Morgenstunde für Strandspaziergänge oder Jogging nutzen. Man kennt sich mittlerweile und begrüßt sich freundlich. Heute sind die hohen Berge des Morne Seychelloise direkt mal frei, so dass die Sonne den Beau Vallon in ein weiches Licht taucht, sobald sie über die Bergspitzen lugt. Vor uns sehen wir am anderen Ende des Strandes die katholische Saint Roch Kirche in Bel Ombre, die sich mit ihrem hellen Gemäuer kontrastreich von dem Grün der bewaldeten Berge abhebt. Dieses Licht ist einfach herrlich, man könnte meinen, die Sonnenstrahlen streicheln die Bergkämme. Das Wasser ist so glatt wie ein Kinderpopo. Nur ganz kleine Wellen plätschern ganz leise auf den Sand. Solche Momente dürften einfach nicht vergehen. Wir haben am Strand heute mächtig gebummelt, haben sehr lange gesessen und einfach die Szenerie auf uns wirken lassen.

Beau Vallon Sunrise Morgendlicher Strandspaziergang Beau Vallon Sunrise

Denise ist bereits da und bereitet alles für das Frühstück vor, als wir ins Haus zurück kommen. Aber eine Dusche muss erst noch sein. Wir halten uns heute nicht so lange beim Frühstück auf und starten ziemlich schnell. Wir wollen die Westküste abfahren, vorher aber noch bei der Mission Ruins halten. Wie immer übernehme ich den ersten Teil der Strecke. Der Abzweig zur Sans Souci Road ist von Beau Vallon kommend auf der rechten Seite, bevor man ein Stück weiter links nach Victoria fährt. Man biegt also von der Revolution Rd. rechts in die Bel Air Road ab, die noch durch ein Wohngebiet führt. Wenn man ziemlich oben angekommen ist hält man sich rechts und kommt in die Sans Souci Road. Das ist die steilste und höchste Passstraße auf Mahé. Sie ist aber auch die eindrucksvollste Straße, die sich in engen Windungen bis zu einer Passhöhe von 500 m schlängelt.
Ich habe immer etwas Herzklopfen auf diesen Passstraßen. Es sind so viele Fußgänger auf diesen doch recht schmalen Straßen unterwegs und am meisten Angst machen mir die Busse, die in halsbrecherischem Tempo die Kehren hoch und runter rasen. Mein Herzschlag gerät immer aus dem Takt, wenn mir ein Bus begegnet, die auch grundsätzlich Straßenmitte fahren. Ich komme da schon ins Schwitzen, was aber nicht nur den schwül-heißen Temperaturen geschuldet ist. Die Straße führt wirklich sehr steil in sehr engen Kehren nach oben. Ist man oben angekommen biegt man rechts in einen schmalen Fahrweg ab, wenn man zu den Mission Ruins will. Hier ist aber direkt auch mal ein Hinweisschild angebracht. Dieser schmale Weg führt zu einem kleinen Parkplatz. Eintrittspreise werden hier nicht erhoben. Vom Parkplatz aus läuft man nur wenige Meter und gelangt zu einer überdachten Aussichtsplattform, die darunter stehenden Bänke laden zum Verweilen ein.

Blick von der Mission Ruins zur Westküste von Mahé

Der Ausblick ist spektakulär. Der Blick reicht weit über die Berge nach Süd-Mahé und zur Westküste. Zu unseren Füßen erstreckt sich ein gewaltiges Blätterdach, unheimlich grün und undurchdringlich. Uwe macht auch hier wieder Panorama-Fotos. Nachdem wir die Aussicht in uns aufgesogen haben fahren wir nun die Sans Souci Road auf der anderen Seite hinunter zur Westküste. Hier oben befinden sich auch links und rechts der Straße die Teeplantagen. Wir wollten schon das letzte Mal eine dieser Plantagen besichtigen, werden es aber wohl auch dieses Mal nicht schaffen. Den Sonnenuntergang von der Teetaverne in 400 m Höhe zu beobachten muss traumhaft sein. Unten angekommen erreicht man den Ort Port Glaud. Wir halten uns hier links, um die Westküste südlich abzufahren. Die Strände an der Westküste sind einmalig, einer ist schöner und kitschiger als der andere.

Den nächsten Fotostopp machen wir an der Anse L’Islette. Die darauffolgende Grand Anse verleitet uns wieder zu einem langen Strandspaziergang. Mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Kilometer wir hier auf der Insel schon gelaufen sind. So viel laufen wir jedenfalls sonst im ganzen Jahr nicht. Der Strand ist unheimlich breit und besteht – wie alle anderen auch – aus weißem Puderzuckersand.

Ein Stück weiter im Süden ist das Restaurant „Chez Plume“. Hier würden wir gern eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Leider wird das nichts mit dem Mittagssnack, das Chez Pume öffnet erst zum Abend. Tja Pech gehabt.

Da unsere Mägen allerdings keine Ruhe geben, müssen wir uns um eine Alternative kümmern. Wir finden an der Anse á la Mouche direkt an der Straße ein kleines, nettes Restaurant „Opera“, das geöffnet hat. Hier wird kreolische Küche angeboten und Pizza aus dem Steinofen. Diese Steinofenpizza wollen wir jetzt probieren und bestellen uns eine zum Teilen. Direkt rechts von uns steht der große Steinofen. Davor haben 3 Küchenmädchen alle Hände voll zu tun, den Teig zu bereiten und die Pizzen zu belegen. Dabei kann man ihnen zusehen. Die Pizza ist lecker, wie vom Italiener: dünner Teig, super belegt und gut mit Chili gewürzt. Wir trinken jeder eine Cola dazu und zahlen 280,00 Rupien, das sind 18,00 €. Der Service hier ist auch ausgezeichnet. Auch dieses Restaurant kann man empfehlen.

Nach dem Essen laufen wir rasch über die Straße, um einen Blick auf die Anse á la Mouche zu werfen. Es ist eine weite, offene Bucht mit glitzerndem, klarem und flachem Wasser. Abends kommen hier die Fischer mit ihren Booten vom Fang zurück. Der Name der Bucht hat nichts mit Fliegen (mouche) zu tun. Der Name leitet sich von einer essbaren Algensorte ab, die auf Kreolisch „mousse“ genannt wird. Früher wurden diese Algen hier geerntet.

Ab hier übernimmt Uwe jetzt die Weiterfahrt. Ganz begeistert sind wir von den vielen Fruchtständen, die überall auf der Insel in kurzen Abständen immer rechts und links der Straßen stehen. Wir kaufen immer ein wie die Großen, Papayas, Applebananas und Passionsfrüchte. Teils essen wir die Früchte unterwegs oder aber ganz gemütlich auf unserer Veranda.

Unser nächstes Ziel ist die Anse Soleil. Hier führt ein kleiner Abzweig rechter Hand von der Straße ab und wird zu einem schmalen Sträßchen. Die Fahrt wird jetzt wieder sehr abenteuerlich, denn eigentlich ist diese Straße wieder nur einspurig befahrbar und man hofft immer, dass einem nicht gerade jetzt jemand entgegen kommt. Eine Ausweichmöglichkeit ist so gut wie nicht vorhanden. Je weiter wir fahren umso schmaler wird die Straße. Ich bezweifele, dass man hier überhaupt noch fahren darf. Aber Uwe fährt unbeirrt weiter. Er ist da ziemlich schmerzfrei. Unser klitzekleiner Kia passt hier gerade noch so auf die Straße, ohne rechts und links überzustehen. Jetzt geht es fast senkrecht abwärts und das tolle ist, dass auf der rechten Seite Autos parken. Keine Ahnung, wie wir hier je wieder herauskommen wollen. Na ja, mein Problem ist es ja Gott sei Dank nicht. :-) Tapfer fädelt sich Uwe die enge Straße hinunter, die mit einem kleinen Parkplatz endet. Der ist natürlich voll. Wir haben aber wieder einmal Glück, ein Auto fährt gerade weg. Uwe nutzt sofort die Lücke und fädelt unseren Kia ein. Allerdings muss ich hier helfen, es ist alles so abenteuerlich und eng. Aber egal, das Auto steht.
Der Parkplatz gehört zum Restaurant „Beachcomber“, von dem Treppen hinunter zum Strand führen. Hier kann man wirklich herrlich sitzen und auf das Meer schauen. Schade, wir haben gerade gegessen. :-) Hier schlägt das Meer sogar einige Wellen, was wir bis jetzt an den anderen Stränden nicht gesehen haben. Der Strand ist herrlich, von einem regelrechten Palmenwald eingesäumt. Ist wieder nicht ganz ungefährlich, da die Palmen voller Nüsse hängen. Man muss auf den Seychellen schon genau schauen, wohin man sich legt.

Photoshooting an der Grand Anse Anse Soleil Anse Takamaka

Wir wollen weiter, allerdings hoffe ich, dass Uwe unser Spielzeugauto aus der Minilücke ausfädeln kann und dann auch noch den steilen Berg hinauf kommt. Aber mit ein bisschen gutem Willen klappt das alles. Die Sonne steht jetzt schon kurz über dem Horizont und taucht alles in ein weiches warmes Licht. Wir halten an der Baie Lazare (Anse Gaulettes), an der wir gestern bereits auf „die Palme gegangen“ sind. Allerdings sind wir heute am anderen Ende dieser herrlichen Bucht.

Den letzten Stopp für heute haben wir der Anse Takamaka vorbehalten. Hier gibt es kein vorgelagertes Riff und somit rollen große Wellen an den breiten, weißen Sand.

Von hier aus fahren wir an die Ostküste. Wir haben uns gerade entschieden, noch einmal im „Les Dauphins Heureux“ an der Anse Royal zu Abend zu essen. Hier waren wir ja vor einigen Tagen schon einmal. Das Ambiente, der Service und das Essen waren hervorragend. Die Preise sind hier zwar etwas gehoben, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt trotzdem. Es ist zwar langweilig, aber wir bestellen wieder gegrillten Red Snapper, Uwe mit Reis und ich mit Salat. Wenn man schon die Möglichkeit hat, muss man einfach diesen leckeren Fisch essen. Zu Hause gibt es dann wieder nur den tiefgekühlten. :-( Es schmeckt ausgezeichnet. Wir trinken eine große Flasche Wasser dazu und bezahlen 605,00 Rupien = 39,00 €. Der Heimweg von hier ist etwas lang, obwohl es vielleicht nur 30 km sind fahren wir doch fast 1 Stunde. Gegen 20:00 Uhr zischen wir ein kaltes Bier auf der Veranda. Gegen 22:30 Uhr fallen wir todmüde ins Bett. Schließlich klingelt morgen um 05:30 Uhr wieder der Wecker. ;-)

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10. Tag => Victoria

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Wir haben es auch heute wieder geschafft, vor dem Sonnenaufgang aufzustehen. Die Geräusche am Morgen sind einfach unbeschreiblich: die Euphonie der vielen verschiedenen indischen Singvögel, die ihr Aufwachen lautstark verkünden, das Rauschen der Palmenwedel im Wind und das Meer, das unter uns an den Granitfelsen bricht. Ich maule jeden Morgen, wenn der Wecker klingelt, aber in der Morgendämmerung auf der Veranda zu sitzen und den Geräuschen der Natur zu lauschen entschädigt immer wieder. Es gibt auch nichts schöneres, als am Strand im warmen Wasser zu laufen und dabei so langsam zu sich zu kommen und aufzuwachen.
Yvette ist heute mal wieder da und kümmert sich um uns. Sie hat bereits alles für das Frühstück vorbereitet, als wir vom Strand zurückkommen. Aber Zeit für eine Dusche nehmen wir uns noch, bevor wir uns an den Tisch setzen. Das Wetter ist heute sehr durchwachsen. Es ziehen immer wieder schwarze Wolken auf, die teilweise Schauer mit sich bringen. Wir legen heute einen Gammeltag ein und bleiben bis Mittag auf unserer Veranda sitzen.

Kurz nach Mittag brechen wir auf und fahren zunächst nach Victoria. Wir bummeln über den Markt und kaufen einige Kleinigkeiten, vor allem Gewürze. Ich suche eine gute Flasche Wein, die wir Cecile heute Abend mitnehmen wollen. Ich habe keine Ahnung, wie die Gepflogenheiten hier auf den Seychellen sind, wenn man privat zum Essen eingeladen wird. In einem Weingeschäft frage ich einfach mal nach, ob und was man so mitnimmt. Und richtig, mit einer guten Flasche Wein ist man immer gut dabei.

In einem Souvenirladen sehe ich ein junges Pärchen, die auch einen Laptop mit sich herum schleppen. Ich spreche den jungen Mann aus England an und frage, ob es hier in der Nähe ein Internet-Café gibt, in dem man den eigenen Laptop benutzen kann. Ja, gleich hier um die Ecke – sie erklären uns den Weg. Es ist ein kleines Café, das sich „Doubleclick“ nennt. Hier stehen zwar auch Rechner, die man nutzen kann, aber mit unserem kommen wir problemlos ins Internet. Wir zahlen für 30 Minuten 20 Rupien = 1,28 €. Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch’s Städtle und lassen das bunte Treiben an uns vorüber ziehen.

Mitten im bunten Strom der vielen Menschen treffen wir Alina, eines der Hausmädchen von Cecile. Sie setzt sich eine Weile zu uns, um mit uns zu plaudern. Es ist schon eigenartig, nach fast 10 Tagen Seychellen haben wir bereits auch eine gesunde Bräune erhalten. Aber wenn man dann neben so einem hübschen Kaffeeböhnchen sitzt, kommt man sich doch wie ein blasses Bleichgesicht vor. :-) Selbst wenn wir noch ein ganzes Jahr hier verbringen würden, könnten wir wohl nie diesen schönen Bräunegrad erreichen.

Alina Victoria Viewpoint Victoria Viewpoint

Nachdem wir genug People-Watching betrieben haben beschließen wir, noch ein wenig Natur zu genießen. Wir fahren aus Victoria heraus, die Mont Fleuri Road am Botanischen Garten vorbei die Berge hinauf. Ziemlich weit oben gibt es eine tolle Plattform, von der aus man eine herrliche Panoramaaussicht auf die vorgelagerten Inseln, auf Eden Island, linker Hand auf Victoria und rechter Hand auf den Flughafen hat. Es ist wieder ein super Timing: Gerade als wir auf der Plattform ankommen setzt ein tropischer Regenguss ein, der uns im Auto festhält. Unsere Geduld wird ganz schön auf die Probe gestellt, aber endlich ist die Wolke über uns leer geregnet. Hätten gar nicht mehr damit gerechnet. Die Bedingungen sind zwar nicht ideal, aber ein paar Fotos machen wir doch.
Uns zu Füßen liegt Eden Island. Tja, Geld müsste man haben. Dann könnte man sich hier auch ein Luxus-Apartment kaufen. Hier findet man Apartments ab ca. 90 m² für schlappe 600.000,00 US$, das sind die kleinsten und billigsten. Nach oben, weder von der Quadratmeterzahl bis hin zum Preis, sind fast keine Grenzen gesetzt. Uwe versichert mir zwar immer, dass er wöchentlich Lotto spielt, aber irgendwas muss er verkehrt machen. Mensch, bei anderen klappt es doch auch! :-( Na gut, träumen wir halt noch ein bisschen weiter.

Die Wolkenwand über uns hält sich hartnäckig, mit Sonne ist wohl heute nicht mehr zu rechnen. Wir kehren um und fahren ins Chateau Martha zurück. Für diese kurze Wegstecke brauchen wir heute mehr als eine Stunde, da in Victoria gerade Rushhour ist. Jeder hat Feierabend, jeder will nach Hause und viele fahren mit dem Auto – tja und auf den wenigen und schmalen Straßen drängelt und staut sich dann alles.

Den späten Nachmittag verbringen wir auf der Veranda. Uwe geht noch einmal für Sonnenuntergangsfotos an den Strand.

Beau Vallon Sunset Beau Vallon Sunset Beau Vallon Sunset

19:30 Uhr kommt unser Security auf die Veranda und informiert uns, dass Cecile’s Sohn unten mit dem Auto auf uns wartet. Wir begrüßen Michael und seine hochschwangere Frau Lisa, die beauftragt wurden, uns in das Restaurant zu fahren. Die Fahrt bis zum Restaurant „La Perle Noire“ dauert nicht lange. Das Restaurant liegt auch direkt in Beau Vallon und bietet neben internationaler, kreolischer auch typisch italienische Küche an. Dort treffen wir auch den Rest der Familie: Cecile’s Mann Pat sowie die drei Töchter. Cecile hatte hier einen Tisch reserviert.
Wenn die Vorspeisen schon absolut überdimensioniert waren so werden sie vom Hauptgang noch getoppt. Wir haben uns für gegrillten Fisch mit Mango, Oliven und Zwiebeln entschieden. Also vom Teller direkt ist nichts mehr zu sehen. Der Fisch ist kreolisch-scharf gewürzt und dazu dann die süße Mango – einfach köstlich. Uwe muss mir bei meiner Portion helfen, ich schaffe das nicht. Außer dem fantastischen Essen genießen wir einen wunderbaren Abend mit angeregten Gesprächen.
Die Seychelloise sind gar nicht glücklich über die Entwicklung, die das Land derzeit nimmt. Ausländische Investoren kaufen große Landflächen, um riesige Luxusresorts zu bauen. Die Infrastruktur wird dadurch zerstört. Leute in Luxusresorts mit all-in-Angeboten gehen nicht außerhalb ihrer Resorts essen oder einkaufen. Das macht die ganzen kleinen Geschäfte und Restaurants kaputt. Wachsende Müllberge und enormer Verbrauch an Trinkwasser und Elektrizität werden zu einem immer größeren Problem. Morgen wird in Victoria dagegen demonstriert. Auch Pat hat eine Petition vorbereitet und erzählt darüber. Er ist sehr engagiert. Früher hat er für die Regierung gearbeitet; heute lehrt er an der Universität auf Mahé.

Nach 22:00 Uhr beschließen wir den schönen und interessanten Abend. Pat und Cecile bringen uns noch nach Hause, wo wir auf der Veranda noch unseren Schlummertrunk in Form eines kalten Biers trinken. Gegen 23:00 Uhr liegen wir dann im Bett.

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11. Tag => Südwestküste

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Meine Güte, wo ist nur die Zeit hin? Morgen heißt es schon wieder abreisen. Der Katzenjammer ist riesengroß und die Laune im Keller. Übellaunig quälen wir uns vor 06:00 Uhr aus dem Bett und gehen ziemlich traurig zum Strand. Wie jeden Morgen sind wir total durchgeschwitzt, als wir nach unserem 4 km Spaziergang wieder zurückkommen.
Denise kommt kurz nach uns an und bereitet das Frühstück vor. Da wir heute noch einmal bis zur Südspitze fahren wollen planen wir, gleich nach dem Frühstück, also um 09:00 Uhr, aufzubrechen. Wir sind auch fertig und startklar, da erscheint plötzlich Cecile noch einmal und hat heute etwas Zeit für uns. Also verbringen wir dann doch noch 2 Stunden mit Cecile.

Gegen 11:00 Uhr starte ich unseren kleinen Kia, ich übernehme wieder die erste Strecke. Wir wollen heute noch einmal die Sans Souci Road über die Berge fahren. Uwe hat von der letzten Fahrt auf dieser Straße noch eine Stelle in Erinnerung, die sich hervorragend für ein Panoramafoto von dem dichten Regenwald eignet. Na gut, Panoramafotos heißt für mich: Stunden später! Ehe Uwe nun die richtige Stelle für ein akzeptables Foto gefunden, das Stativ, seinen Nodalpunktadapter und die Kamera aufgebaut hat und die mindestens 10 Hochkantfotos im Kasten hat – das daaauuuuert. Er geht ja auch immer auf Nummer „ganz sicher“ und wiederholt das Ganze noch einmal. Zwischendurch verschwindet die Sonne, Uwe flucht wie ein Kutscher und beginnt das Spiel ein drittes Mal. Schön, während dieser Zeit werde ich fast zweimal von rasenden Bussen über den Haufen gefahren und bin ein leckerer Lunch für die vielen Moskitos, die sich händereibend auf mich stürzen. Meine Beine sehen mittlerweile aus wie eine Kraterlandschaft. Aber auch mein Leiden findet mal ein Ende. Mein Mann scheint ganz zufrieden und packt wieder alles ein. Das heißt für mich, wir können aufbrechen.

Regenwald

Dann haben wir die höchste Stelle erreicht und können unserem Kia nun auch eine Verschnaufpause gönnen und ihn auf der anderen Seite hinunter rollen lassen. Unten erreichen wir Port Glaud und fahren südwärts weiter. Der Himmel ist heute ziemlich bedeckt, die Sonne kommt nur zeitweise zum Vorschein. Dafür ist es aber drückend und schwül, wie in einer Waschküche. Am Straßenrestaurant „Opera“ halten wir wieder für einen kleinen Mittagssnack. Leider klappt es heute mit der Bedienung hier nicht besonders gut. Es dauert Ewigkeiten, bis wir die Getränke und später dann das Essen bekommen. Uwe hat sich für eine kreolische Suppe (eine Gemüsesuppe mit Reis) entschieden und ich für Mango-Chili-Salat. Uwe schmeckt die Suppe sehr gut, die ich allerdings bei dieser Wärme nun gar nicht haben wollte. Aber der Salat ist spitze, die süße Mango mit Zwiebel, Balsamico und scharfem grünem Chili. Muss ich zu Hause auch mal machen.

Wir fahren weiter in den Süden und erreichen die Anse Bazarca. Fälschlicherweise dachten wir, es sei die Anse Intendance. Den Irrtum haben wir aber erst später bemerkt. Der Strand der Bazarca ist wunderschön. Allerdings krachen hier die hohen Wellen an den Strand, weil es hier keine vorgelagerten Riffe gibt, die die Wellen schon weiter draußen brechen.

Die letzte Station für heute (und damit auch für diesen Urlaub) ist die Anse Petit Police. Auch hier brechen sich die Wellen direkt am puderzucker-weißen Strand. Die Strände ganz im Süden eignen sich eher zum Fotografieren oder für Strandspaziergänge. Die starken Strömungen machen das Schwimmen hier gefährlich. Aber man kann gerade hier ganz im Süden die Ursprünglichkeit fernab vom Tourismus genießen. Leider kommt die Sonne nur noch sporadisch durch die immer dichter werdende Wolkendecke, so dass wir uns zur Umkehr entscheiden. Wir halten noch einmal an einem Fruchtstand und Uwe kauft Obst, als hätten wir noch viele Wochen Urlaub vor uns. Ich weiß gar nicht, wann wir die Papayas essen sollen. Für diese riesigen Dinger zahlen wir um die 40 Rupien, ca. 2,50 €.

Auf der Rückfahrt übergebe ich das Auto an Uwe und lehne mich entspannt zurück. Da entdecken wir linker Hand einen Abzweig zum „Banyan Tree Resort“, das man wiederum rechts liegen lässt. Die geteerte Straße endet hier und man folgt einer Schotterstraße für ca. 500 m. Schotterstraße ist auch zu viel gesagt, man stürzt von einem badewannengroßen Schlagloch in das nächste. Sehr abenteuerlich! Wenn man dann aus einer Badewanne wieder heraus gekrochen ist muss man gleich große Steine umfahren. Puh! Am Ende dieser Piste erwartet einem ein großer Parkplatz, von dem aus man noch ca. 50 m bis zum Strand läuft. Es ist ein wirklich herrlicher, breiter Sandstrand, an dem sogar ein Lifeguard sitzt.
Das ist jetzt die Anse Intendance, an der wir noch einen ausgedehnten Strandspaziergang machen. Die Wellen kommen hier mit Wucht auf den Strand geschlagen. Zwischen den Bäumen sitzt ein junger Mann an einem überdachten Stand und verkauft Cocktails.

Anse Bazarca Anse Petit Police Anse Intendance

An der Anse á la Mouche gibt es ein Restaurant namens „Islander“. Hier wollen wir zu Abend essen. Angeblich soll es ein preiswertes Standrestaurant sein. Wir lassen uns die Speisekarte zeigen. Mh, da ist so gar nichts im Angebot, was uns wirklich glücklich machen könnte. Sehr viel Muscheln, Krabben und so’n Zeug, was wir gar nicht mögen. Und von preiswert sind die auch ziemlich weit entfernt. Das Ambiente wäre natürlich toll. Man schaut vom Restaurant direkt auf das Meer. Aber gut, nur vom Meer-Schauen werden wir nicht satt.

Also fahren wir weiter. Allerdings muss ich vorher noch ein paar Fotos machen. Kurz vor unserer Ankunft am Restaurant ging ein Tropenguss nieder und das Bild, das das Meer gerade bietet, ist einfach umwerfend. Wir fahren weiter zur Anse Boileau und wollen im Chez Plume essen. Das Restaurant öffnet nur abends, aber leider auch erst 19:15 Uhr. Jetzt ist es 17:30 Uhr – so lange wollen wir nun doch nicht warten, zumal es auch wieder zu regnen beginnt. Somit entschließen wir uns, auf die Ostseite zu fahren und dort irgendwo zu Abend zu essen. Wir fahren die Montagne Possee Road über die Berge, die nicht ganz so lang und steil ist. Auf der Ostseite kommen wir direkt an der Anse Aux Pins unterhalb des Flughafens heraus.

Während der Fahrt haben wir beschlossen, heute noch einmal im „La Perle Noire“ Essen zu gehen. Da hat es uns gestern Abend wirklich gut gefallen und geschmeckt. Blöd! Das Restaurant öffnet auch erst um 19:00 Uhr, also in 30 Minuten.

Ein paar Schritte vom „La Perle Noire“ gibt es noch ein Restaurant „Uncle Willi’s Pizzeria“, das einem Hotel angeschlossen ist. Hier haben wir Glück, bekommen gleich einen Tisch und die Speisekarte. Außer Pizza kann man hier ebenfalls kreolisch essen. Ich entscheide mich für gegrillten Red Snapper (vermutlich der letzte für lange Zeit :-() mit Chili und Uwe für gegrilltes Fischfilet in Kokosmilch-Sauce. Zur Feier des Tages (eigentlich gibt es am letzten Tag überhaupt nichts zu feiern) trinke ich ein Glas Wein, einen südafrikanischen Rosé. Ist eigentlich totaler Blödsinn, in den Tropen Wein zu trinken. Der Wein wird in den relativ kleinen Gläsern so schnell warm und verliert am Geschmack. Oder man trinkt ihn sehr schnell – ist auch nicht die feine englische Art. Deshalb trinken wir auch entgegen unserer sonstigen Gewohnheit Bier, wenn wir in den Tropen sind.
Uwe verdreht wieder genüsslich die Augen, sein Fisch in Kokosmilch ist super. Mein Red Snapper ist auch ausgezeichnet, allerdings vermisse ich das Chili. Auf meine Frage bei der Bedienung, wo denn das Chili wäre, bekomme ich zur Antwort: Bei Touristen muss man mit Chili sehr vorsichtig sein, die essen nicht so scharf. Aber hallo Mädchen, wenn du wüsstest! Wie immer habe ich auf den Reis verzichtet und stattdessen Gemüse (Blumenkohl und Bohnen) bestellt. Für das Essen, eine große Flasche Wasser und ein Glas Rosé zahlen wir 571 Rupien = 37,00 €.

Wir fahren nach Hause und trinken auf der Veranda wieder unseren obligatorischen Schlummertrunk in Form eines kalten Bieres. Gegen 21:00 Uhr kann ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und schlafe sofort ein.

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12. Tag => Rückreise & Fazit

Übernachtung: Beau Vallon | Gästehaus: Chateau Martha | Lage: sehr gut – top | Ausstattung: sehr gut | Frühstück: sehr gut

Er ist da – der letzte Tag. Ein Albtraum! Trotzdem stehen wir 06:00 Uhr auf, um den letzten Sonnenaufgangs-Strandspaziergang zu machen. Nur leider gibt es heute keinen richtigen Sonnenaufgang. Der Himmel ist vollkommen zugezogen. Am Ende des Strandes angekommen flüchten wir zunächst unter die großen und dichten Takamaka-Bäume. Der Himmel hat gerade die Schleusen geöffnet und es schüttet wie aus Kannen. Das dichte Blätterdach der Bäume hält dem Regen auch eine ganze Weile stand, aber irgendwann regnet es auch hier durch. Der Guss ist Gott sei Dank nur von kurzer Dauer und wir haben Glück und kommen trocken nach Hause.
Denise hat heute wieder Dienst. Unser Frühstück steht bereit, als wir vom Duschen kommen. Denise bereitet uns etwas Besonders zu, weil doch heute unser letzter Tag ist. Das ist ja total süß. Sie frittiert in der Pfanne kleine Teigstücke aus Mehl, Eiern, Bananen, Zucker und Vanilleessenz. Oh Mann, wir sind nach dem Frühstück immer so satt! Aber das müssen wir jetzt noch essen. Und das ist ja so was von lecker! Denise hat uns auch den kreolischen Namen genannt, den kann ich mir nicht merken. Sie erklärt mir noch einmal ganz genau, wie sie diese „Bananenplätzchen“ gemacht hat. Wir sind ganz gerührt, dass sie uns den Abschied versüßen will. – Schluchz – Gelingt ihr zwar nicht, aber lieb ist es trotzdem.

Leider müssen wir heute den ganzen Tag im Haus bleiben. Es schüttet wie aus Kannen. So etwas haben wir noch nie erlebt, ein richtiger Tropensturm. Wir nutzen die Zeit für die unangenehmste Sache der Welt: Koffer packen. Dazu hatten wir bislang keine Lust, jetzt müssen wir, ob wir wollen oder nicht. :-( Oh je, wir haben ja noch immer 2 Papayas. Uwe hat ja den Hals gestern wieder mal nicht vollgekriegt. Also belohnen wir uns nach dem Koffer packen mit einer Papaya. Die Dinger sind so riesig, ich weiß nicht, ob und wann wir die zweite noch schaffen.

Am Nachmittag schaffen wir es in einer Regenpause, noch einmal den Beau Vallon abzulaufen. Wenn ich jetzt mal rechne: Der Strand ist 2 km lang (eine Strecke). Wir sind jeden Morgen hin und zurück gelaufen plus 2 x zusätzlich, das sind 48 km, die wir nur an diesem Strand gelaufen sind. Wahnsinn! So viel laufen wir sonst im ganzen Jahr nicht! :-)

Gerade als wir wieder im Haus angekommen sind, bricht der nächste Tropensturm los. Das ist wirklich verdammt ärgerlich, unseren letzten Tag wollten wir eigentlich anders nutzen, als nur auf der Veranda zu sitzen. Der Regen ist so stark, dass man kaum hindurch sehen kann. Die Blätter hängen schwer vom vielen Wasser traurig an den Bäumen. Überall haben sich große Pfützen gebildet.

Wir essen noch unsere 2. große Papaya und 2 Passionsfrüchte. Unser Security schaut gegen 16:30 Uhr vorbei und fragt, ob alles in Ordnung ist. Wir informieren ihn, dass wir in der nächsten halben Stunde zum Flughafen aufbrechen und ihm dann den Schlüssel bringen. Es schüttet und schüttet weiterhin wie aus Kannen. Uwe nutzt die Momente, wenn der Regen ein wenig nachlässt und schafft unsere Koffer ins Auto. Ganz hört es nie auf zu regnen.

Dann ist es leider soweit, ein letzter Blick und wir verlassen Chateau Martha, das Grundstück und Beau Vallon. Heute ist kaum Verkehr in Victoria, deshalb brauchen wir auch nur 20 Minuten bis zum Flughafen. Uwe fährt direkt bis zum Terminal und lässt mich mit dem Gepäck aussteigen. Es schüttet ohne Unterbrechung. Er fährt das Auto zum Parkplatz und wartet und hofft im Auto, dass der Regen nachlässt. Tut er aber nicht. Irgendwann kommt Uwe dann durch den Regen zum Terminal gerannt. Er ist pitschnass. Gott sei Dank ist es warm, so dass er doch recht schnell wieder trocknet.

Wir checken ein und bekommen auch unsere gewünschten Sitzplätze in einer 2er Reihe am Fenster und Gang. Eigentlich wollten wir am Flughafen noch gemütlich einen Cocktail trinken, um unseren Schmerz zu betäuben. Es gibt aber nichts. Wir essen noch ein mit Beef gefülltes Teilchen, schlendern dann noch durch die kleinen Geschäfte im Flughafen und gehen dann durch den Sicherheitscheck. Der ist total easy. Wir haben noch eine Flasche Cola und wollten diese, wie man das halt so kennt, vor dem Check in die Mülltonne werfen. Der Sicherheitsbeamte ruft uns doch direkt zurück und meint, die Cola können wir doch mitnehmen. Weshalb wir die Flasche wegwerfen wollen? Tja, weil das sonst so üblich ist. Ach Quatsch meint er, die könnt ihr doch im Flieger noch trinken. Aber sicher, vielen Dank.

Die Duty Free Läden sind sehr überschaubar. Dann gehen wir an Bord einer A 330-200, die sogar noch 10 Minuten früher als geplant startet, also um 20:40 Uhr. In der Maschine ist es arschkalt, nur gut, dass wir unsere Vliesjacken und Decken haben. Der Service ist wieder hervorragend. Das Essen, eine vegetarische Lasagne, ging so. Wir haben schon besser gegessen. Vielleicht sind wir aber auch nur von dem guten Essen auf Mahé verwöhnt. Ist wieder mal Meckern auf hohem Niveau.

Der 4 ½-stündige Flug nach Abu Dhabi ist sehr ruhig. Schlafen können wir nicht, sind einfach noch nicht müde. In Abu Dhabi haben wir nur 1 Stunde zum Umsteigen und keine Ahnung, wohin wir müssen und wie weit unser Abfluggate eigentlich ist. Plötzlich sagt Uwe: Mist, letzter Aufruf für unseren Flug! Na bravo. Jetzt heißt es aber, die Beine in die Hand nehmen und wie um’s Leben rennen. Es kann auch gar nicht anders sein, wir müssen bis zum letzten Abflugsgate rennen, Gate 35. Mir springt das Herz gleich zum Hals heraus.
Was total gemein ist, wir rennen die ganze Zeit an riesigen Duty Free Läden vorbei, einer schöner als der andere. Mann, was könnten wir kaufen und schauen, wenn wir nur ein bisschen mehr Zeit hätten.
Wir hetzen durch die Menschenmassen, die hier gemütlich bummelnd und staunend unterwegs sind. Vollkommen atemlos und durchgeschwitzt kommen wir an unserem Gate an, an dem ein Security Pass und Bordkarte sehen will. Ganz freundlich fragt er, weshalb wir so gerannt sind. Hallo?! Der letzte Aufruf – und der war schon vor einer ganzen Weile. Wir sollten doch langsam machen, Hetze macht krank. Wie wahr, wie wahr. Aber wir sind so ziemlich die letzten Passagiere, die an Bord gehen. Vollkommen erledigt lassen wir uns in die Sitze plumpsen und versuchen erst einmal zu verschnaufen. Ich würde mal sagen, Schwein gehabt.

Um 02:15 Uhr hebt die Maschine Richtung Frankfurt ab. Der Service der Etihad Air ist ausgezeichnet. Nur leider ist die Maschine auch wieder total unterkühlt. Ich schaue mir zwei Filme an, schlafe zwischendurch immer wieder und das sogar recht gut. Uwe traktiert die ganze Zeit seine Spielkonsole und fällt auch hin und wieder in einen erholsamen Schlaf. Kurz nach 06:00 Uhr morgens sehen wir Frankfurt unter uns, grau und neblig. Hat sich nichts geändert. Um 07:00 Uhr sind wir gelandet und nun ist er vorbei, der Traumurlaub.

Fazit:

Es war ja die 2. Reise auf dieses tropische Island. Wir haben uns dieses Mal bewusst nicht viel vorgenommen, sondern wollten uns treiben lassen. Das ist uns auch gelungen.

Es hat sich zu unserer letzten Reise einiges geändert: Die Preise sind innerhalb der letzten 6 Jahre doch um einiges angestiegen. Es gibt viele kleine, private Gästehäuser, die Unterkünfte mit und ohne Frühstück, mit Halbpension oder auch zur Selbstverpflegung anbieten. Es gibt mittlerweile auch viele, sehr gut bestückte kleine Supermärkte, in denen man alles zur Selbstverpflegung kaufen kann.

Es ist ein traumhaft schönes Land, um Urlaub zu machen. Die Menschen sind überaus freundlich und hilfsbereit. Man fühlt sich immer und überall sicher, auch wenn die Kriminalität gestiegen ist bzw. sein soll. Wir haben davon nichts gemerkt. Diese Inseln vereinen so viele schöne Dinge: tolle Strände, hohe Berge, üppige Vegetation, exzellentes Essen und vieles mehr. Es ist die Komposition aus allem, die diese Inseln zu einem unvergesslichen Traumurlaub machen. Es wird nicht unsere letzte Reise auf die Seychellen gewesen sein. Die nächste Reise soll uns nicht erst wieder in 6 Jahren auf die Seychellen führen. Man kann durchaus auch für „nur“ 10 Tage reisen. Die Flugzeit von 10 Stunden ist nicht überdimensional lang, die Zeitverschiebung beträgt nur 2 Stunden. Also: Worauf warten wir noch? Und wir werden auch das nächste Mal wieder bei Cecile buchen, da sind wir zu Hause. :-)

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